Heidi Klum: Sinn & Unsinn der Gliedertaxe

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Catwalk Modelbeine
Beine auf dem Catwalk

Heidi Klum hat bekanntlich Erfahrung mit Trennungen, jetzt neulich erst wurde die Trennung von Vito Vogel bekanntgegeben. Sie wird es wohl überleben. Viel schlimmer wird es aber, wenn ihre Modelkarriere plötzlich zum Erliegen kommt. Ein falscher Schritt und das war es mit der Karriere. Für diesen Fall hat Heidi mit einer Gliedertaxe schon seit Längerem schon vorgesorgt… Geht das auch für Normalos?

Heidi Klums Narbe am Knie kostet 120.000 Euro

Heidi Klums berühmte lange Beine sind bereits seit vielen Jahren mit der stolzen Versicherungssumme von 1,4 Millionen Dollar versichert. Bein ist übrigens nicht gleich Bein: Durch eine kleine Narbe aus Kindheitstagen war Heidi Klums Versicherer ihr linkes Bein 120.000 Euro weniger wert. Ein blutiger Schnitt beim Beinerasieren kann da schnell einem Versicherungsbetrug gleichkommen.

Zu Heidis Glück waren die beiden nicht verheiratet, denn eine Scheidung kann schnell zu einem juristischen Alptraum werden, insbesondere was die Versicherungen angeht. Heidi Klums lange Beine sind durch die Gliedertaxe, einer Versicherung ausschließlich für ihre Beine, noch berühmter geworden als sie vorher schon waren.

Gliedertaxe kommt nicht nur für Promis in Frage

Diese Art der Körperteilversicherung ist in Deutschland meist Teil einer privaten Unfallversicherung. Im Schadensfall zahlt die Versicherung je nach Schwere der Verletzung anhand einer Berechnungstabelle. Besonders attraktiv ist diese Art der Versicherung für Menschen, die besonders auf bestimmte Körperteile oder Organe angewiesen sind. Dazu zählen beispielsweise Chirurgen, Musiker, Sportler oder eben auch Ex-Models wie Heidi Klum. Aber auch der Geschmackssinn von Sommeliers kann durch eine Gliedertaxe abgedeckt werden. Ob die Versicherungssumme vom Otto-Normal-Versichterten an die Größenordnung von Prominenten reicht, bleibt zweifelhaft.

Promis leben in einer anderen Welt als Normalsterbliche

Verletzt sich ein Musiker auf der Tournee oder hat ein Sänger gar Probleme mit den Stimmbändern, so kommt es im Extremfall zu einem Einnahmenausfall in Millionenhöhe. Rihanna brach sich 2012 im Urlaub einen Zeh (!) und musste eine Konzertreihe absagen – die Unfallversicherung für ihre Beine zahlte jedoch nicht, weil ihre Füße nicht mitversichert waren. Rihanna blieb auf den Kosten für die gebuchten Hallen und Tourbegleiter sitzen. Als Werbegag ließ sich Tom Jones sein flauschiges Brusthaar für gleich 5,5 Millionen Dollar versichern – und das obwohl Mister “Sexbomb” mittlerweile weit über 70 ist.

Warum eine Gliedertaxe nur für bestimmte Berufsgruppen geeignet ist

Durch eine progressive Tabelle werden in der Unfallversicherung Verletzungen berücksichtigt, doch dies passt nicht für alle Berufgruppen. In einer normalen Unfallversicherung ist der vollständige Verlust des Geschmackssinns beispielsweise mit einem Invaliditätsgrad von nur 5% beziffert – für Köche, Sommeliers und Parfümeure eine Katastrophe, denn dadurch wird auch nur 5% der Versicherungssumme ausgeschüttet. Ist der Verlust eines Sinns oder eines Körperteils in Ihrem Beruf überpoportional wichtiger als in der Versicherungtabelle angegeben, sollten Sie über eine gesonderte Gliedertaxe in Ihrer Unfallversicherung nachdenken. Viele Versicherer bieten besonders für Heilberufe gesonderte Invaliditätstabellen an.

Bei einer Trennung oder einer Scheidung ändert sich übrigens nichts an der Unfallversicherung. Heidi Klums Gliedertaxe bleibt also ganz normal bestehen – auch wenn sie im ganzen Blitzlichtgewitter nach der Trennung vielleicht etwas unsicherer als sonst auf den Beinen ist.

Sie sind neugierig geworden? Weitere Informationen gibt es bei unserem Ratgeber zur Unfallversicherung. Auch unser Versicherungsrechner ist mit dabei. Weitere verrückte Versicherungsnews finden Sie – wo sonst? auf Finanzvergleich100.de.

Titelbild: (c)Thinkstock/dranzi

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