Umzugsversicherung leistet bei Hausrat-Schäden

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Abgesichert mit einer Umzugsversicherung

Vor dem Einzug in das neue Haus oder die Wohnung steht der Umzug an. Dieser erweist sich oft nicht nur als nervenaufreibend, sondern stellt darüber hinaus auch ein Risiko für fremdes und eigenes Eigentum dar. Wer grundsätzlich von einer Haftung des Spediteurs ausgeht, wird nicht selten unangenehm überrascht, wenn die Kosten für beschädigte Hausratgegenstände aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Für Abhilfe sorgt eine Umzugsversicherung.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Grundsätzlich haftet das Umzugsunternehmen für Umzugsschäden
  • Ausnahmefall: Unabwendbare Ereignisse
  • Eine Transportversicherung gleicht die finanziellen Einbußen aus

Spediteur muss in der Regel für Umzugsschäden aufkommen

Schleppen, Ziehen, Schieben – Umziehen strapaziert die Nerven und ist schweißtreibend. Zudem ist der Tapetenwechsel auch eine Gefahr für das eigene Hab und Gut, können Schäden schließlich nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Sei es beim Herablassen der Matratzen durch ein Fenster, Schleppen von Schränken durch das verwinkelte Treppenhaus oder beim Ein- und Auspacken von Geschirr. Bekommt der Schrank einen Riss, geht die Vase zu Bruch oder fällt die Kiste mit dem schönen Geschirr zu Boden, kann der Umzug um einiges teurer werden als geplant.

Dabei bewahrt auch die Haftung eines Spediteurs nicht grundsätzlich vor einer finanziellen Katastrophe. Richtig ist, dass das Umzugsunternehmen für Schäden geradestehen muss, die in seinem Verantwortungsbereich liegen. In der Regel erstreckt sich dieser von der Übernahme und Beförderung bis hin zur Auslieferung des Hausrats. Hiervon ausgenommen sind lediglich Wertgegenstände, aber auch Tiere und Pflanzen. Unter die Wertgegenstände fallen Urkunden, Bargeld, Wertpapiere, Schmuck, Juwelen, Münzen oder Edelsteine. Diese sollten in persönlicher Obhut genommen werden. Sollte das Transportunternehmen Zahlungen verweigern, kann unter Inanspruchnahme einer Rechtsschutzversicherung anwaltliche Beistand herangezogen werden.

Übrigens: Private Umzugshelfer haften nur dann, wenn sie vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt haben. Bei Verletzungen während des Umzugs kann jedoch eine bestehende Unfallversicherung in Anspruch genommen werden.

Unabwendbare Ereignisse befreien Transportunternehmen von der Haftung

Die Haftung des Spediteurs richtet sich dabei nach § 451 des Handelsgesetzbuches (HGB). Danach beläuft sich die Grundhaftung des Umzugsunternehmers auf 620 Euro je Kubikmeter Umzugsgut. Entsprechend den Beförderungsbedingungen gilt, dass der Dienstleister im Schadensfall auf der Basis des Zeitwerts (Wert am Schadentag), die durch den Schaden bedingte Wertminderung zu erstatten hat. Irrelevant ist der subjektive Wert, den der Eigentümer etwa einem antiken Möbelstück beimisst.

Generell erfolgt die Ermittlung des Zeitwertes auf der Grundlage des Marktpreises. Wurde der Schaden durch den Spediteur verursacht, so muss dieser auch für etwaige Kosten für die Schadensermittlung aufkommen. Diese Haftung ist für deutsche Spediteure bindend und für die Kunden kostenlos. Auch den Verlust eines Gegenstandes schließt diese Wertobergrenze mit ein. Das Problem aus Sicht des Kunden liegt darin, dass das Umzugsunternehmen nicht in jedem Fall haftet. So ist die Haftung grundsätzlich dann ausgeschlossen, wenn der Schaden durch ein sogenanntes „unabwendbares Ereignis“ herbeigeführt wurde.

Hierunter fallen beispielsweise Unfallschäden in Folge einer Lawine, Sturmereignisses, Blitzeis oder Hagelunwetter. Aber auch Sachschäden durch Dritte, wenn sich die genaue Person nicht feststellen lässt. In diesen Fällen leistet der Spediteur keinerlei Schadenersatz. Da sich keine versicherte Gefahr konkretisiert hat, wird auch eine Hausratversicherung keine Leistungen erbringen. Sicherheit vor finanziellen Einbußen bietet hier ausschließlich eine Transportversicherung.

Beiträge zur Umzugsversicherung bei beruflich bedingten Umzügen steuerlich ansetzbar

Eine Umzugsversicherung sichert auch gegen unabwendbare Ereignisse sowie Vandalismusschäden Dritter ab. Abgeschlossen werden kann diese entweder auf den Zeitwert oder aber auf den Neuwert der zu versichernden Gegenstände. Die Prämie für die Umzugsversicherung richtet sich nach dem Ausmaß des Umzugs und demnach nach den individuellen Anforderungen des Kunden.

Erfreulich ist, dass Sie die Kosten für eine Umzugsversicherung im Falle eines beruflich bedingten Wohnungswechsels als Werbungskosten steuerlich geltend machen können – seit dem 1. Februar 2017 sogar in noch höherem Ausmaß. Denn zu diesem Termin tritt die neue Umzugskostenpauschale nach dem Bundesumzugskostengesetz in Kraft. Als Teil der Umzugskosten dürfen Beförderungsauslagen, zu denen auch die Kosten einer Transportversicherung gehören, in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Für Singles stieg die Umzugskostenpauschale von 746 auf 764 Euro. Für Verheiratete und Lebenspartner beträgt die Pauschale nunmehr 1.528 Euro.

Schäden dokumentieren und fristgerecht melden

Tritt ein Schaden ein, sollten Sie diesen zunächst entsprechend dokumentieren. Hierbei bietet es sich an, den Zustand besonders sensibler Gegenstände (z.B. Porzellangeschirr oder sperrige Möbel) auch schon vor dem Umzug anhand von Fotos festzuhalten. Sehr wichtig ist es, dass Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen beachten. Danach sollten Sie den Schaden sofort während des Umzugs dem Leiter des Umzugsteams melden und auf dem Arbeitsschein festhalten lassen.

Offensichtliche Beschädigungen sind spätestens am Tag nach Ablieferung dem Spediteur schriftlich im Detail anzuzeigen. Versteckte Schäden sind hingegen spätestens 14 Tage nach Ablieferung anzuzeigen. Spezifizieren Sie den Schaden, halten Sie diesen auf Bildern fest und melden Sie ihn der Umzugsversicherung. Bewahren Sie Quittungen für Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände bereits bei Kauf sorgfältig auf. Dies hilft im Zweifel, etwaige Streitigkeiten über die Schadenshöhe zu vermeiden und den Zeitwert leichter zu ermitteln.

©iStock/PIKSEL
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