Pferdeversicherung: Die Weidesicherheit muss stimmen

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Pferdeversciherung: Weidesicherheit ist wichtig - Finanzvergleich100

Pferde sind große, massive und schnelle Tiere. Sie können im vollen Galopp eine enorme Schwungmasse entwickeln, die bei einer Kollision beachtlichen Schaden anrichten kann. Der Besitzer steht dabei für jeden entstandenen Schaden gerade. Gemäß § 833 BGB besteht Haftpflicht für Pferdehalter. Aus diesem Grund ist die Versicherung eines Pferdes zwar nicht gesetzlich verpflichtend – aber auf jeden Fall sehr sinnvoll. Worauf müssen Sie beim Abschluss einer Pferdeversicherung besonders achten? Im Vordergrund stehen die potentiellen Gefahren von Pferden, die Weidesicherheit sowie Weidegröße und Haftpflicht.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Versicherung zahlt oft nur bei ausreichender Weidesicherheit
  • Rechtssprechung gibt Richtlinien zur Einzäunung vor
  • Verletzen sich Pferde untereinander, trägt die Versicherung 50 Prozent der Arztkosten

Pferde sind Fluchttiere. Wenn sie in Panik geraten, laufen sie weg. Bei der modernen Pferdehaltung ist diesem Fluchtreflex aber stets durch die Einzäunung der Weiden eine Barriere gesetzt. Doch kaum ein Weidezaun ist wirklich stark genug, um ein ausbrechendes Pferd zu halten. An diesem Punkt tragen die Halter der Pferde bereits eine große Verantwortung: Die Pferdeversicherung wird bei jedem Schadensfall prüfen, ob die Weidesicherheit ausreichend gegeben war.

Anforderungen der Versicherer für die Pferdeversicherung

Es gibt leider keine allgemein gültigen Vorschriften für Pferdekoppeln, auf die sich die Versicherer geeinigt hätten. Jedoch sieht die Rechtssprechung einen Rahmen vor, an dem sich Pferdehalter orientieren können. Jedoch stellt dies nur eine „Rechtssicherheit“ her, mit welcher der Halter gegenüber der Rechtsprechung seine Sorgfaltspflicht gegenüber der Weidesicherheit nachweisen kann. Um konkret auch einen akzeptablen Versicherungsschutz genießen zu können, muss direkt bei der gewählten Pferdeversicherung nachgefragt werden.

Empfehlung zur Einzäunung einer Koppel zur Herstellung einer Rechtssicherheit:

Zaun: Mindesthöhe 1,20 Meter bzw. 80% der Widerristhöhe vom größten Pferd.

Pfähle: Ausreichend hoch um die Mindesthöhe des Zauns zu erreichen und gleichzeitig lang genug, um zu 1/3 eingegraben zu sein

Die durchschnittliche Länge für Weidepfähle liegt bei 2-2,5 Metern. Ideal sind verzinkte Stahl-Pfähle oder Kunststoff-Pfähle da diese nicht verrotten. Holzpfähle müssen sorgfältig regelmäßig kontrolliert werden.

Brechen die Pferde wegen eines durchgefaulten Pfahls aus, wird die Versicherung mit Sicherheit die Zahlung verweigern. Ein Holzpfahl muss deshalb mindestens 9-12 cm dick sein. Die Eckpfosten und Torpfosten sollten wesentlich dicker sein, beispielsweise 15-20 cm Durchmesser. Ein Abstand von maximal 2,5-4 Meter wird in der Regel von der Pferdeversicherung akzeptiert

Querverstrebung: Damit der Zaun auch dauerhaft stabil ist, müssen Querverstrebungen angebracht werden. Ihr Abstand beträgt ca. einen halben Meter. Er wird an der Innenseite des Zauns befestigt, damit die Pferde durch Drücken sie nicht aushebeln können. Ideal sind Holzdielen mit einer Stärke von mindestens 4 Zentimeter. Rundhölzer müssen für die optimale Weidesicherheit jedoch mindestens 10 Zentimeter dick sein.

Befestigungsmittel: Nägel und Schrauben müssen bis in eine Tiefe von 30-50 Prozent vom Durchmesser des Pfahls eingetrieben werden. Tendenziell ist die Verwendung von starken Holzschrauben vorteilhafter, da sie eine höhere Zugsicherheit bieten.

Litzen: eine Breite von 4-6 Zentimetern ist vorgeschrieben

Spannungsquellen: Für die Spannung für Pferdekoppel-Zäune werden 2000-5000 Volt empfohlen. Jedoch darf sie 10.000 Volt nicht überschreiten.

Weidesicherheit: Wenn Pferde sich streiten

Platz ist für Pferde in Deutschland nicht im Übermaß vorhanden. Aus diesem Grund teilen sich viele Pferdehalter eine Koppel. Da Pferde Herdentiere sind, ist das für sie in der Regel nicht nur sehr angenehm, sondern auch absolut natürlich.

Jedoch kann es zwischen Pferden immer einmal zu Kabbeleien kommen, die Verletzungen zur Folge haben. Wenn nicht eindeutig ein aggressives Fehlverhalten eines einzelnen Pferdes bezeugt werden kann, tragen die Versicherer in der Regel nur die Hälfte der Arztrechnungen. Jedoch ist ein allzu aggressives Verhalten von Pferden widernatürlich. Gesunde Pferde vertragen sich in der Regel, wenn alle Bedingungen für eine artgerechte Haltung gegeben sind. Dazu zählt auch stets die Größe der Weide. Hier ist der Sachverstand der Tierhalter gefragt, um Größe der Weide und Menge der Pferde miteinander in Einklang zu bringen.

Verantwortung und Sachverstand unverzichtbar

Wer Pferde hält, muss sich aller Folgen und Gefahren damit bewusst sein. Eine enge Kommunikation mit dem Versicherer ist dabei unverzichtbar. Eine angemessene Weidesicherheit und Weidngröße sind dabei die mindeste Voraussetzung für einen ausreichenden Schutz durch die Pferdeversicherung.

Headerbild: Thinkstock/Ingram Publishing

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