Lohnt sich die Riester Rente für Mütter?

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Lohnt sich die Riester Rente für Sie oder nicht? Es ist kaum ein Geheimnis, dass die Rentensituation sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte weiter verändern wird. Und das eher nicht zum Vorteil der zukünftigen Rentner. Ein Großteil wird hinsichtlich Ihrer Rentenhöhe im Alter darauf ankommen, wie gut oder wie schlecht Sie schon in jungen Jahren Vorsorge treffen. Eine besonders von dieser Problematik betroffene Gruppe sind Mütter, die zugunsten der Kindererziehung eine längere berufliche Auszeit nehmen oder auf schlechter bezahlte Teilzeit-Stellen umsteigen. Bei aktuell drei von vier Frauen wird die Vorsorge im Alter nicht zum Leben reichen, so Finanzexpertin Mechthild Upgang. Zu den möglichen Vorsorgemaßnahmen gehört auch die sogenannte ‚Riester-Rente‘. Doch für wen lohnt sich die Riester Rente wirklich?

Die wichtigsten Infos

  • Staatliche Zulage des Versicherten liegt bei 154 Euro jährlich.
  • Für jedes Kind sind bis zu 300 Euro Extraprämie möglich.
  • In der Elternzeit reichen 60 Euro Mindestbeitrag pro Jahr für die Zulage.
  • Nach der Elternzeit benötigen Alleinerziehende eine Beschäftigung.
  • Besteuerung und Anrechnung der Rente auf Grundsicherung schmälert das Einkommen im Alter.

Welche Vorteile haben speziell Mütter durch die Riester Rente?

Auch immer mehr Väter nehmen die Elternzeit zumindest teilweise in Anspruch. Es sind jedoch in den meisten Fällen nach wie vor die Mütter, die den Großteil der Erziehungsarbeit leisten und dafür beruflich zurückstecken. Oft zulasten ihrer Altersvorsorge. Die Vor- und Nachteile der Riester-Rente gelten aber natürlich auch für Väter, die sich vornehmlich um die Kindererziehung kümmern, während die Frau der Hauptverdiener ist. In der Regel erhält der Elternteil die Förderung, der auch Kindergeld bezieht. Es stellt sich daher die Frage: Lohnt sich die Riester Rente speziell für Mütter?

Ein Vorteil besonders für verheiratete Mütter ist die Tatsache, dass sie auch mit geringen eigenen Beiträgen in den Genuss der staatlichen Zulagen kommen können. Der Mindestbeitrag beträgt gerade einmal fünf Euro im Monat. Alleinerziehende dagegen erhalten die Förderung nur in den ersten drei Jahren bzw. für die Dauer der Elternzeit, wenn sie zuhause bleiben. Im Anschluss daran müssen sie sich einen Job suchen, um weiterhin die Förderung zu erhalten. Dafür reicht allerdings auch ein Mini-Job aus. Diese Möglichkeit gilt auch für Mütter (oder Väter), deren Ehepartner keinen Riester-Vertrag abschließen kann.

Weitere Informationen zum Mindestbeitrag: War die Mutter im Jahr vor der Geburt berufstätig, müssen 4 Prozent des Verdienstes aus dem Vorjahr in den Riester-Vertrag eingezahlt werden, maximal jedoch 2.100 Euro. Hatte die Mutter kein oder nur ein geringfügiges Einkommen, so reicht der Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr aus. Dies gilt auch für das zweite und dritte Jahr der Kindererziehungszeit. Tritt sie nach der Elternzeit wieder ins Berufsleben ein, so zahlt sie im ersten Jahr ebenfalls nur die 60 Euro Mindestbeitrag. Elterngerld und Kindergeld gelten nicht als Einkommen.

Lohnt sich die Riester Rente, wenn man die Altersleistungen versteuern muss?

Wer mit dem Riestermodell Steuern sparen möchte, der wird auch das dann tun, wenn er die Leistungen, die Riester erbringt, im Alter versteuern muss. Das liegt daran, dass der Steuersatz im Rentenalter im Regelfall wesentlich niedriger liegt als in den Zeiten des aktiven Berufslebens. Dadurch sind Ihre steuerlichen Belastungen prozentual gesehen weit unter den Einsparungen angesiedelt, die Sie zuvor generieren konnten. Doch schauen wir uns die Riesterförderung an einem konkreten Bespiel an und prüfen dabei: Lohnt sich Riester?

Wer als unverheiratete Person bei einem Jahresverdienst von 40.000 Euro pro Jahr die maximalen 2.100 Euro in die Riesterrente einzahlt und das 30 Jahre lang macht, wird dadurch eine Rendite von rund zwei Prozent fahren. 1.946 Euro werden selbst gezahlt. 154 Euro steuert der Staat bei und doch können die kompletten 2.100 Euro steuerlich als Sonderzahlung abgesetzt werden. Über den Steuersatz, der bei diesem Einkommen bei rund 36 Prozent liegt, bedeutet das eine Steuerersparnis von 760 Euro. Mit dieser wird die Zulage verrechnet. Damit bezuschusst der Staat Riester mit vorgenannten 760 Euro, was knapp 40 Prozent der Gesamtzahlung entspricht.

Unter dem Strich ergibt das eine Rendite von knapp 4 Prozent und die kann sich sehen lassen. Das via Riester angesparte Guthaben wird in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt. Auch eine 30-prozentige Einmalentnahme zu Beginn ist möglich – wenn auch nicht sinnvoll, da eine Besteuerung stattfindet.

Lohnt sich Riester für Mütter oder doch nicht?

Wer im Alter damit rechnen muss, dass er auf Grundsicherung angewiesen sein wird, der erhält zwar durch die Riesterrente eine Einkommenserhöhung, die aber mit einer eventuell fällig werdenden Grundsicherung verrechnet wird. Damit reduziert sich natürlich der ausgezahlte Betrag der Grundsicherung. Kritiker sagen daher, dass eine Riester Rente bei sehr geringen Einkommen nicht unbedingt einen Vorteil gegenüber der Grundsicherung bietet.

Allerdings darf man gerade im Hinblick auf Mütter nicht vergessen, dass diese je nach Haushaltseinkommen häufig nur begrenzte Möglichkeiten haben, eine private Altersvorsorge zu finanzieren. Mit Hilfe der Riester Rente können zumindest auch nicht oder nur geringfügig beschäftigte Mütter und Alleinerziehende mit geringem Eigenanteil dank der staatlichen Unterstützung überhaupt ein finanzielles Polster aufbauen.

Dementsprechend sind der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft und die Deutsche Rentenversicherung (DRV) davon überzeugt, dass vor allem Frauen, Geringverdiener und Familien mit Kindern von der Riester Rente profitieren. Für diese Gruppen ist das Verhältnis zwischen Eigenleistung und Zulagen besonders günstig. Zudem können Sie mit einem Anbieterwechsel kurz vor der Auszahlphase zusätzliche Vorteile sichern. Dies ist aber nicht ganz einfach und klappt am besten mit professionellem Beistand.

Wie man es jedoch dreht und wendet, das Parkett der Riesterrente ist nicht unproblematisch. Ob sie sich – speziell für Geringverdiener und Mütter – lohnt, kann nicht ohne Weiteres beantwortet werden. Darum ist diese Investitions- und Altersabsicherungsform darauf ausgelegt, dass Sie sich bei dier Frage „Lohnt sich die Riester Rente für mich?“ Hilfe von professioneller Seite sichern. Ein kompetenter Berater wird Ihnen dabei helfen können, ob diese Rente für Sie passend erscheint oder ob es Alternativen gibt.

Headerbild: ©iStock/RimDream

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