Krank im Ausland: Urlaubsanspruch sichern

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Krank im Ausland: Urlaubsanspruch sichern - Finanzvergleich100

Urlaub, die schönste Zeit des Jahres! Jetzt geht es in ferne Länder, um so richtig die Seele baumeln zu lassen und Abstand zum Job zu gewinnen. Dumm nur, wenn Sie ausgerechnet jetzt krank werden. Mit Schniefnase oder grummelndem Magen lässt es sich kaum entspannen. Krank im Ausland: Das ist eine Erfahrung, auf die die meisten lieber verzichten würden. Allerdings sind Ihre Urlaubstage dadurch noch lange nicht verloren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Im Krankheitsfall ist unverzüglich der Arbeitgeber zu informieren.
  • Als Nachweis ist ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt vorzulegen.
  • Die Krankenversicherung ist ebenfalls direkt zu informieren.
  • Auslandsreisende sollten eine Reisekrankenversicherung für Behandlungskosten und Rücktransport abschließen.

Ihr Urlaubsanspruch verfällt nicht

Viele Arbeitnehmer wissen gar nicht, dass sie sich Krankheitszeiten im Urlaub auf den bestehenden Jahresurlaub anrechnen lassen können. Der Gesetzgeber sieht den Urlaub eindeutig zur Erholung vor. Und diese ist nicht mehr gegeben, wenn Sie krank werden oder sich verletzt haben.

Sie sollten jetzt allerdings nicht auf die Idee kommen, Ihren Urlaub eigenmächtig um die Krankheitsdauer zu verlängern. Neuen Urlaub müssen Sie immer erst beantragen und dabei mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, wie viele weitere Urlaubstage Ihnen zustehen.

Kein weiterer Urlaubsanspruch besteht übrigens, wenn Sie während des Freizeitsausgleichs krank werden oder wenn Ihr Kind am Urlaubsort erkrankt.

Krank im Ausland – was nun?

Im Urlaub hat es Sie erwischt, sie liegen flach. Jetzt müssen Sie Ihren Arbeitgeber umgehend über die Erkrankung informieren – etwa telefonisch, per Fax, per Mail oder per SMS. Werden Sie krank im Ausland, sind Sie außerdem dazu verpflichtet, Ihre Kontaktdaten am Urlaubsort zu hinterlassen. Nur so sichern Sie sich gemäß Entgeltfortzahlungsgesetz Ihre Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Ob Sie im Urlaub krank werden oder zuhause – immer gilt: Sie müssen Ihre Arbeitsunfähigkeit nachweisen. Suchen Sie daher direkt am ersten Tag der Erkrankung einen Arzt auf. Im Regelfall müssen Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zwar erst vorlegen, wenn Ihre Krankheit länger als drei Tage andauert. Bei einer Krankmeldung aus dem Urlaub kann der Arbeitgeber jedoch ein Attest ab dem ersten Krankheitstag verlangen.

Wie weisen Sie Ihre Krankheit richtig nach?

Im Ausland ausgestellte Atteste entsprechen nicht immer der deutschen Nachweispflicht. Lassen Sie sich unbedingt bescheinigen, dass Sie arbeitsunfähig sind und Ihrer gewohnten Tätigkeit nicht mehr nachkommen können. Ebenso muss der Arzt die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit vermerken. Diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schicken Sie auf schnellstem Wege an Ihren Arbeitgeber – also nicht per Post, sondern per Mail oder per Fax.

Neben Ihrem Arbeitgeber müssen Sie auch Ihre Krankenversicherung informieren. Versäumen Sie dies, müssen Sie die Behandlungskosten eventuell komplett selbst tragen.

Tipp: Mit einer unverzüglich eingereichten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sichern Sie sich Ihren Urlaubsanspruch auch, wenn Sie Ihre Reise aus Krankheitsgründen gar nicht erst antreten konnten.

Richtig abgesichert in den Urlaub

Die gesetzliche Krankenkasse erstattet Behandlungskosten im Schengen-Raum, allerdings lediglich die einfachen Sätze, die für eine Behandlung in Deutschland anfallen würden. Zahnbehandlungen im Ausland oder Rücktransporte übernimmt sie nicht.

Die private Krankenversicherung ist in aller Regel auch im Ausland gültig. Informieren Sie sich auf jeden Fall vor Reiseantritt, welche Behandlungen Ihr Tarif umfasst.

Eine private Auslandskrankenversicherung ist für Reisende eine sinnvolle Zusatzversicherung – vor allem, wenn Sie im außereuropäischem Ausland Urlaub machen. Eine Reisekrankenversicherung übernimmt die Kosten für alle ambulanten und stationären Behandlungen im Ausland, einschließlich zahnärztliche Behandlungen. Viele private Zusatzversicherungen erstatten auch den Rücktransport nach Deutschland. Wir helfen Ihnen gerne dabei, den für Sie passenden Tarif zu finden.

Headerbild: ©iStock/Manuel-F-O

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