Die Betriebskostenabrechnung prüfen: Schritt für Schritt

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Betriebskostenabrechnung prüfen - Schritt für Schritt

Sie ist oft eine Überraschung und nicht immer eine angenehme: die Abrechnung der Betriebskosten, die neben der Miete zu leisten sind. Laut Vermieterbund ist jede zweite Aufstellung dieser Kosten fehlerhaft. Es kann sich also lohnen, wenn Sie die Nebenkostenabrechnung prüfen, damit Sie nicht zu den Personen gehören, die sich zu wenig um ihre Finanzen kümmern. Die wichtigsten Infos haben wir für Sie zusammengefasst:

Auf einen Blick – die wichtigsten Infos:

  • In Betriebskostenabrechnungen schleichen sich nicht selten Fehler ein.
  • Die Prüfung der Betriebskostenabrechnung ist daher ein Muss.
  • Als Mieter hat man zwölf Monate Zeit, um Fehler zu beanstanden.

Was sind umlagefähige Betriebskosten?

Zunächst einmal heißt es für den Vermieter, die Abrechnung dieser Kosten, die neben der Miete zu tragen sind, formell richtig vorzunehmen. Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch von Nebenkosten die Rede ist, so dürfen doch nur die Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden. Diese Abrechnung muss in im Mietvertrag festgelegten Zeiträumen stattfinden. Spätestens zwölf Monate nach Beendigung des Abrechnungszeitraums muss dem Mieter die Abrechnung schriftlich vorliegen. Als Mieter haben Sie ab dem Erhalt der Abrechnung ebenfalls zwölf Monate Zeit, in denen Sie die Betriebskostenabrechnung prüfen und, falls erforderlich, beanstanden können.

Zu den Betriebskosten zählen Heizung und Wasser, Müllkosten, die Kosten für Hausmeister und Reinigung, Betriebskosten von Aufzug und Tiefgarage. Daneben können Gebühren für Kabelanschluss, Allgemeinstrom, Straßenreinigung und Niederschlagswasser, Gebäudeversicherung und Haftpflichtversicherung abgerechnet werden.

Nicht in die Betriebskostenabrechnung aufnehmen darf der Vermieter Ausgaben für Instandhaltung, Reparaturen, Verwaltung oder Kosten für die Montage von Rauchmeldern in den einzelnen Wohnungen. Wenn Sie die Nebenkostenabrechnung prüfen, achten Sie bitte darauf, ob Leasingkosten oder Miete, etwa für die Sprechanlage in Aufzügen, in der Aufstellung enthalten sind. Diese Kosten gehören ebenfalls nicht zu den Betriebskosten. Besteht ein Voll-Wartungsvertrag für den Aufzug, sind Reparaturkosten aus den geleisteten Beträgen herauszurechnen. Nicht Einzug in die Abrechnung finden dürfen ferner Kosten für Reparaturen, die durch einen einzelnen, bekannten Mieter verursacht wurden. Wird beispielsweise von diesem beim Möbeltransport eine Lampe im Treppenhaus beschädigt, kann er diese Kosten seiner Haftpflichtversicherung melden.

Betriebskostenabrechnung prüfen – Kontrolle der einzelnen Posten

Als erster Schritt beim Prüfen der Ihnen in Rechnung gestellten Betriebskosten empfiehlt es sich, die in der Abrechnung enthaltenen Kosten als Kosten pro Quadratmeter auszurechnen. Beim örtlichen Mieterbund erfahren Sie, welche durchschnittlichen Betriebskosten in Ihrer Region, Ihrer Stadt für einen Quadratmeter anfallen. Weichen die Ihnen in Rechnung gestellten Beträge erheblich ab, hilft es, erst einmal die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen: Lieben Sie Raumtemperaturen von 24 Grad und duschen Sie gerne lange und häufig, kann das bereits ein Grund sein, warum eine Betriebskosten-Nachzahlung anfällt. Sind Sie dagegen öfters von Ihrem Wohnort abwesend, sollten auch die Kosten entsprechend sinken.

Heizkosten und Kosten für Warmwasser werden in der Regel als Grundbetrag nach der Quadratmeterzahl der Wohnung und nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet. In der Abrechnung müssen die Gesamtkosten für das ganze Haus aufgeführt sein und welcher Umlagemodus gewählt wurde. Meist wird eine Aufteilung von 70 % Verbrauch und 30 % Fläche gewählt, die zugleich das Maximum an erlaubter Berechnung darstellt. Der Gesetzgeber sieht als Minimum ein Verhältnis von 50 % Verbrauch und 50 % Fläche vor.

Sind Unklarheiten in der Abrechnung, informieren Sie sich genau und sprechen Sie dann in Ruhe mit Ihrem Vermieter oder der Hausverwaltung. Nicht immer muss ein Fehler böse Absicht sein, oftmals ist es schlicht ein Zahlendreher oder ein Irrtum in der Rechtslage, der zu vermeintlich überhöhten Betriebskosten führt. Lässt sich keine Einigung erzielen, springt der Mieterrechtsschutz für die anwaltliche oder gerichtliche Klärung ein.

Headerbild: ©iStock/Ridofranz

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