5 Irrtümer über die Rechtsschutzversicherung: Wann ist Rechtsschutz sinnvoll?

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Recht haben und Recht bekommen ist auch dann zweierlei, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben. Ob der Rechtsschutz sinnvoll für Sie ist oder nicht, kommt unter anderem auf den gewünschten Versicherungsbereich und Ihre persönlichen Umstände an. Achten Sie nur darauf, dass Sie nicht diesen Irrtümern aufsitzen. Persönliche Beratung kann zusätzlich helfen.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Der Rechtsschutz gliedert sich in fünf Teilbereiche.
  • Sie reduziert Ihre Kosten – ist aber nicht unbedingt ein Rundum-Schutz.
  • Wer zu häufig klagt, kann gekündigt werden.
  • Rechtsschutz ist grundsätzlich sinnvoll.

Fünf häufige Irrtümer über den Rechtsschutz

  1. Ich habe eine Rechtsschutzversicherung, ich bin versichert

Ein großer Irrtum rund um den Rechtsschutz ist, dass es nicht „die“ Rechtschutzversicherung gibt. Die Versicherer sichern immer nur spezielle Teilbereiche ab. Die Prämien können sich dabei stark unterscheiden. Wenn Sie Ihr Rechtsschutz-Risiko absichern wollen, dann muss sie zu Ihren Lebensumständen passen. Übliche Bereiche, welche abgedeckt werden können, sind:

  • Privatrechtschutz
  • Mietrechtschutz
  • Verkehrsrechtschutz
  • Unternehmensrechtschutz
  • Arbeitsrechtschutz

Die Privatrechtsschutz-Versicherung kommt einem allgemeinen Rechtsschutz schon relativ nahe, jedoch wird Ihre Versicherung immer prüfen ob der beklagte Gegenstand wirklich ihrem privaten Umfeld oder einem anderen Teilbereich zuzuordnen ist. Trotzdem ist ein  privater Rechtsschutz sinnvoll.

Die Versicherer bieten zwar interessante Kombi-Pakete an, bei denen mehrere Teilbereiche mit versichert werden können. Manches lässt sich aber nicht oder nur sehr schwer versichern. Dazu zählen beispielsweise Streitfälle mit Behörden.

2. Der Rechtsschutz zahlt grundsätzlich alle Kosten im Streitfall
Die Rechtsschutzversicherung dient dazu, Sie in einem Streitfall nicht über die Maßen zu belasten. Ein Vollkasko-Schutz für Gerichtsfälle ist sie jedoch nicht. Bevor die Versicherung in Anspruch genommen werden kann, müssen Sie Wartezeiten einhalten. Dies dient dazu, damit nicht unmittelbar vor einem Streitfall nicht schnell noch eine Versicherung abgeschlossen wird, um die Prozesskosten zu finanzieren.

Diese Wartezeit beträgt je nach Vertrag 3-6 Monate. Auch ist bei den meisten Verträgen eine Selbstbeteiligung enthalten. Diese kann bis zu 1000 Euro ausmachen. Ebenso sind alle Nebenkosten des Anwaltes (Fahrkosten, Hotelkosten usw.) nicht abgedeckt.

3. Die Versicherung zahlt in jedem Streitfall
Dies ist wahrscheinlich der größte Irrtum beim Abschluss der Versicherung: Der Rechtsschutz gilt nur für den Kläger, nicht für den Beklagten. Wenn Sie eines Verbrechens angeklagt werden, wird Ihre Versicherung in der Regel Ihre Anwaltskosten nicht zahlen. Es gilt hier das Verursacherprinzip, vor allem bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Darum ist es wichtig, dass Sie bei jedem privatrechtlichen Streitfall (z.B. Körperverletzung, Verkehrsunfall) auch selbst Strafanzeige erstatten. Damit kommen Sie in die Rolle des Klägers, was wiederum durch Ihre Versicherung abgedeckt ist.

4. Eine Rechtsschutzversicherung zahlt immer
Die Rechtsschutzversicherung hatte noch Anfang der 2000er noch einen regelrechten Boom, weil die Deutschen ihre Lust am Klagen entdeckt haben. Es wurden zwar viele Policen verkauft, es gab aber ebenso enorme Gerichtskosten, welche durch die Versicherer reguliert werden mussten. Mittlerweile schauen die Unternehmen aber sehr genau, wie „klagefreudig“ ein Kunde ist. Wird zu oft verklagt, kann die Versicherung den Vertrag schnell kündigen.

5. Eine Rechtsschutzversicherung lohnt sich sowieso nicht
Zugegeben, der Rechtsschutz ist eine etwas spezielle Form der Versicherung, deren Schutz nur sehr eingeschränkt wirksam ist. Dennoch ist ein Rechtsschutz sinnvoll, da die Gerichtskosten ohne Absicherung ins Uferlose steigen können. Dass ein Rechtsschutz sinnvoll ist, bleibt also unbestritten. Wenn Sie exakt definiert haben, wo in Ihrem Lebensumfeld ein potentielles Klagerisiko besteht, kann für Sie ein Paket ermittelt werden.

So ist der Rechtsschutz sinnvoll für Sie

Die Recherche nach der geeigneten Rechtsschutzversicherung gestaltet sich für den Privatanwender recht schwierig. Es gibt Versicherer, bei welchen der Rechtsschutz das Kerngeschäft ausmacht (z.B. ARAG, DKV…) und quasi ausschließlich diese Versicherungsform anbieten. Andere Gesellschaften verstehen sich als Rundum-Versicherer, für welche die Rechtsschutzversicherung nur ein Teilbereich des Angebots ist. Es kommt sehr darauf an, was, in welchem Umfang und zu welchen Konditionen versichert werden soll.

Artikelbild: ©iStock/liveostockimages

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