Schreckenszahl 41: Für wen lohnt sich Rürup als private Rente?

0
398
Für wen lohnt sich Rürup als private Rente - finanzvergleich100

Könnten Sie mit 41 Prozent Ihres Einkommens Ihren Lebensstandard sichern? Diese Frage müssen sich Menschen stellen, die sich allein auf die staatliche Rente verlassen.  Die Bundesregierung ringt seit langem um den Erhalt der gesetzlichen Rentenversicherung. Spätestens mit dem berühmten Zitat „Die Rente ist sicher“ von Norbert Blüm werden die Zweifel an der einstmals so bequemen Form der Absicherung im Alter immer deutlicher. Die private Rente wird unverzichtbar.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Rentenniveau soll auf 41 Prozent des letzten Nettoeinkommens sinken.
  • Deutsche sind zurückhaltend im Umgang mit Finanzprodukten.
  • Riester und Rürup sind staatlich garantierte Altersvorsorgen.
  • Rürup-Rente ist teuer, wird aber stark gefördert.
  • Sie ist interessant für „Spätstarter“ und Besserverdiener.

Zuletzt musste die Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles zugeben, dass das allgemeine Rentenniveau auf nur noch 41Prozent des letzten Nettoeinkommens schrumpfen wird. Ein angedrohter Einkommensverlust im Alter von knapp 60 Prozent sollte deshalb ein Alarmsignal für alle sein, die sich noch nicht mit dem Thema „private Absicherung“ beschäftigt haben.

Riester und Rürup treffen nicht das Kernproblem

Man mag es kritisieren oder man kann es einfach beim Namen nennen: Die Deutschen sind sehr zurückhaltend, was den Umgang mit Finanzprodukten angeht. Wo es in anderen Ländern gang und gäbe ist, dass sich jeder ein ordentliches Aktienportfolio aufbaut, da wird hier das Geld noch aufs Sparbuch gebracht. Dort bringt es zwar keine Zinsen, ist aber gefühlt einigermaßen „sicher“. Da sich daran so schnell nichts ändern wird, bleibt nur sich mit diesem Faktum auseinander zu setzen. Denn wenn auch die Riester-, und die Rürup-Produkte als private Rente zur schwer zu durchschauen sind, es bleiben beides sichere und staatlich garantierte Altersvorsorgen.

Wie funktioniert Rürup

Sie müssen sich über eines im Klaren sein: Wenn Sie nicht übermäßig viel Alkohol trinken, rauchen oder stark übergewichtig sind, dann ist es nach aktuellen Statistiken nicht unwahrscheinlich, dass Sie das 90te Lebensjahr erreichen. Das bedeutet, dass Sie selbst bei einem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Höchstalter von 68 Jahren, noch mindestens 22 Jahre Rente beziehen werden. 22 Jahre sind 264 Monate, bei denen Sie ein regelmäßiges Einkommen benötigen.

Das Rürup-Produkt sieht nun vor, dass sie hohe Summen in ein Altersvorsorgeprodukt investieren, welches Sie in Form einer kleinen Zusatzrente wieder ausgezahlt bekommen. Diese Zusatzrente ist gegenwärtig bei ca. 400 Euro im Monat gedeckelt. Diese bekommen Sie aber, so lange Sie leben – und das staatlich garantiert. Bei den benannten 264 Monaten sind dies in Summe über 100.000 Euro. Eine Einmal-Auszahlung ist bei der Rürup-Rente nicht vorgesehen.

Die Rürup-Rente ist zwar sehr teuer, sie ist aber massiv staatlich gefördert. Sie können die Beiträge für diese Altersvorsorge mit über 80% bei der Steuer angeben. Erstattet bekommen Sie davon wiederum bis zu 30%, so dass jedes vierte Beitragsjahr quasi kostenlos ist.

Für wen lohnt sich die private Rente nach Rürup?

Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem für diejenigen, die sie sich leisten können. Der Vorteil der Rürup-Rente ist, dass Sie auch in einem höheren Alter einsteigen können. Sie können durchaus mit über 50 noch Rürup-Einzahler werden. Das macht diese private Rente sehr interessant für „Spätstarter“. Allerdings sind die Beiträge kein Pappenstiel. Je nach Einkommen, können bis zu 30.000 Euro im Jahr veranschlagt werden. Das macht die Rürup-Rente vor allem für Gutverdiener interessant.

Rürup-Rente als ein Baustein von vielen

Der Staat möchte helfen, verschenkt wird jedoch nichts. Die erstatteten Steuern sind zwar schön, im Auszahlungsfall werden die Beiträge aus der Rürup-Rente aber voll auf das Einkommen angerechnet. Ein weiterer Pferdefuß der Rürup-Rente ist, dass sie weder übertragbar noch vererbbar ist. Mit Ihrem Tod schmälert sich deshalb für Ihren Ehepartner die verbliebene Rente um den Betrag der Rürup-Leistung. Hier lohnen sich zusätzliche Verträge wie eine Lebensversicherung oder eine private Witwenrente.

Das Rürup-Modell als private Rente ist ein bequemes Mittel, eine staatlich garantierte Zusatzrente zu erwirtschaften. Sie ist mit kurzen Einzahlungsdauern schnell erwirtschaftet, erfordert aber hohe Summen. Die staatliche Förderung macht sie auch für mittlere Einkommen finanzierbar, wenn etwas Disziplin aufgebracht werden kann. Wir helfen Ihnen gerne dabei, das für Ihre Altersvorsorge ideale Produkt zu finden.

Artikelbild: Stockbyte/Stockbyte/Thinkstock

Schreckenszahl 41: Für wen lohnt sich Rürup als private Rente? 4.00/5 (80.00%) 1 Stimme(n)
Kostenlosen Vergleich anfordern

Keine Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel