AXA-Report: Rentner in Deutschland unzufrieden

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Rentner in Deutschland sind unzufrieden - Finanzvergleich100

Im Jahr der Bundestagswahl bereitet das Thema Rente den Deutschen großes Kopfzerbrechen. Wie eine Studie der AXA-Versicherung zeigt, hat die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge im Vergleich zum Vorjahr spürbar abgenommen. Dies ist insofern verwunderlich, als die allgemeine Sorge besteht, dass die Einnahmen im Alter in Zukunft nicht mehr zu Erhaltung eines altersgerechten Lebensstandards ausreichen werden. Dies gilt für Erwerbstätige und Rentner in Deutschland.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Erwerbstätige und Rentner in Deutschlandsorgen sich um niedrige Renten
  • Höhere Renten werden wichtiger als Steuerentlastungen erachtet
  • Große Skepsis gegenüber privater Altersvorsorge
  • Niedriges Lohnniveau und unangemessene Förderung stehen privater Vorsorge entgegen

Rentner in Deutschland: Rentenerhöhungen wichtiger als niedrigere Steuerlast

Die große Mehrheit der deutschen Ruheständler und Berufstätige hält die Rente für zu niedrig. So lautet das Ergebnis des AXA Deutschland Report 2017, für den der gleichnamige Versicherungskonzern die Interviews von 3.381 Menschen bevölkerungsrepräsentativ ausgewertet hat. Auf die Frage, inwiefern die gesetzliche Rentenversicherung im Vergleich zu erbrachten und einbringenden Zahlungen angemessen sei, antworteten die Teilnehmer mit großer Unzufriedenheit.

So halten jeweils 70 Prozent der Erwerbstätigen und Rentner in Deutschland die Rentenhöhe für schlichtweg unangemessen. Zugleich macht der Report die anwachsende Angst vor Altersarmut deutlich. Vor allem vor dem Hintergrund historisch niedriger Zinsen sehen sich 61 Prozent der volljährigen Beschäftigten nicht ausreichend für ihren Lebensabend abgesichert. Ohnehin steht die Rente in keinem guten Licht, wie die Kritik an der Lebensleistungsrente verdeutlicht.

Laut den Experten der Studie habe sich die Furcht vor einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter im Vergleich zum Vorjahr nochmals erhöht. Gleichzeitig werden höhere Hoffnungen und Erwartungen an die gesetzliche Rente gesetzt. Gerade deshalb fordern 75 Prozent aller Rentner in Deutschland die Politik dazu auf, erhöhte Rentenbezüge auf ihrer Prioritätenliste ganz nach oben zu setzen. Schließlich sind sich drei Viertel der Rentner und zwei Drittel der Erwerbstätigen darüber einig, dass höhere Renten das wichtigste Staatsziel darstellen sollten, sogar noch vor Steuererleichterungen und besserer Bildung.

Befragte stehen privater Altersvorsorge skeptisch gegenüber

In der Bevölkerung mache sich zunehmend Misstrauen gegenüber der privaten Altersvorsorge breit, so der Report. Und dies, obwohl das Thema gerade auch aufgrund des steigenden Rentenalters an Bedeutung gewonnen hat. Knapp mehr als die Hälfte der Beschäftigten frage sich inzwischen sogar, ob es überhaupt noch sinnvoll sei, privat vorzusorgen.

Diesbezüglich offenbaren sich signifikante Unterschiede zwischen den Bundesländern. Den Negativrekord unter den Ländern stellt Berlin auf: Hier sehen 74 Prozent der Befragten eine persönliche Versorgungslücke. In Niedersachsen liegt dieser Wert bei 51 Prozent. Doch was ist der Grund dafür, dass die Menschen trotz identifizierter Versorgungslücke die private Altersvorsorge mit Argwohn betrachten?

Auch hierzu liefert die Studie eine Antwort. Danach liegt für mehr als die Hälfte der Befragten der Grund in einem zu geringen Einkommen oder Vermögen. Ungefähr 20 Prozent sehen eine ungenügende staatliche Unterstützung in Form von Förderungen als Hindernis. 11 Prozent bemängeln hingegen eine unzureichende Aufklärung. Es liegt somit deutlich weniger an der Verständlichkeit von Produkten wie Lebens- oder Sofortrentenversicherung. Gerade in puncto staatliche Förderung kann die hiesige Bevölkerung neue Hoffnung schöpfen.

So sprach sich CSU-Chef Horst Seehofer in einem neuerlichen Interview für eine höhere Förderung aus. Zur Begründung verwies er auf die lediglich 10 Mio. Bürger, die bisher privat vorsorgen. Mit Verweis auf die Risiken der Altersarmut hat sich die CSU dieses Thema für die Bundestagswahl auf die Fahnen geschrieben. Eine stärkere Förderung der betrieblichen Altersversorgung würden 74 Prozent der Erwerbstätigen sowie 86 Prozent der Rentner in Deutschland begrüßen. So sollten etwa Berufsanfänger automatisch in die betriebliche Altersversorgung einbezogen werden.

 
Headerbild: Wavebreakmedia Ltd/Wavebreak Media/Thinkstock

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