Vollautomatisierte LKW: Nutzfahrzeuge der Zukunft?

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Vollautomatisierte LKW: Nutzfahrzeuge der Zukunft? - Finanzvergleich100

Noch vor Jahren galten selbstfahrende Nutzfahrzeuge und Autos noch als ein Zukunftsszenario, dem es an Substanz mangelt. Das war einmal; Zeiten ändern sich: Das automatisierte Fahren kann schon in noch nicht einmal zehn Jahren Realität werden. Auch wenn noch die Entwicklung von Spritspartechniken oder Sicherheitsfeatures im Fokus stehen, so beobachtet gerade die Transport-und Logistikbranche höchst interessiert die Entwicklungen. Denn die digitale Technik kann den LKW Fahrern Aufgaben hinter dem Steuer abnehmen und dadurch für mehr Fahrerkomfort, Sicherheit und schnellere Lieferungen sorgen. Die Automatisierung von LKWs wird dabei zudem auch in der Straßenverkehrsordnung und der inhaltlichen Gestaltung der LKW Versicherung für Veränderungen sorgen …

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Großes Potential in der Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung
  • Durch die Automatisierung wird die Effizienz im Güter- und Transportwesen gesteigert.
  • Der Transportalltag kann dank der Vollautomatisierung optimiert werden.
  • Autopilotsysteme unterstützen die Fahrer.
  • Entwicklungen verändern auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Gestaltung der LKW Versicherung.

Nutzfahrzeuge der Zukunft fahren automatisiert, vernetzt, digital

Die Branchenexperten sind sich einig – dem LKW-Markt steht ein Wandel bevor. Ein Wandel, der einen umfassenden Innovationssprung des Straßengüterverkehrs mit sich bringt. Demnach werden Lastkraftwagen in der Zukunft automatisiert, vernetzt und digital fahren. Auf entsprechenden Veranstaltungen, wie zum Beispiel der European Truck Platooning Challenge zeigen die europäischen Truck-Hersteller, was technisch respektive technologisch bereits jetzt möglich ist. So ist zum Beispiel durch das Fahren im Platoon eine Einsparung von bis zu 10 Prozent an CO2-Emissionen und Kraftstoff möglich. Dieses exemplarische Beispiel belegt, welches Potenzial in der Automatisierung und Vernetzung schlummert. Die Vernetzung, Digitalisierung und Automatisierung bietet dabei die große Chance, mit den jeweiligen Güter- bzw. Transportmengen – im Vergleich zum Ist-Status – noch weitaus effizienter umzugehen, was wiederum dem Wachstum zu Gute kommt.

Die Mobilitäts- und Transporttechnologie wird neue Maßstäbe setzen

Studien und Untersuchungen haben diesbezüglich ergeben, dass insbesondere Nutzfahrzeuge für das automatisierte Fahren prädestiniert sind. Die Gründe liegen auf der Hand. Einerseits macht eine Technologie dieser Art den Verkehr sicherer und macht zugleich den Fahrer-Arbeitsplatz komfortabler. Zum anderen senkt ein automatisiertes Fahren CO2-Emissionen sowie die Betriebskosten. Dabei kommt gerade dem Ermitteln von Daten, die quasi als das Gold der digitalen Ära fungieren, eine besondere Bedeutung zu. Denn die Trucks liefern dann zusätzlich wertvolle Informationen zu beispielsweise Fahrzeug, Ladung, Verkehr, Fahrbahn oder auch Wetter. Dank dieser Informationen können die richtigen Anwendungen entwickelt und gestaltet werden, die dann den Transportalltag explizit optimieren und neue Maßstäbe in der Mobilitäts- und Transporttechnologie setzen.

Assistenzsysteme könnten Pflichtstopps unnötig machen

Und so fern ist die Zukunft gar nicht. In einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey gehen die Autoren jedenfalls davon aus, dass bereits im Jahr 2025 jeder dritte verkaufte Lastkraftwagen über entsprechende Techniken verfügt, um bei ausgewählten Einsätzen voll automatisiert – also fahrerlos – fahren zu können. Gerade auf der Autobahn sind Szenarien dieser Art durchaus denkbar. Aber dass dabei zum Beispiel ein 40-Tonnen Truck über einen langen Zeitraum komplett fahrerlos über die Autobahn brettert, ist auch eher Utopie. Vielmehr könnten die Fahrer diesbezüglich von integrierten Autopilotsystemen unterstützt werden, so dass die Fahrzeiten nicht als tatsächliche Lenkzeiten verbucht werden müssen; auf die Pflichtstopps kann dann größtenteils verzichtet werden, was den Spediteuren einen enormen Zeitvorteil bescheren würde.

So funktioniert der Autopilot

Im Autopilotmodus steuert moderne Hard- und Software das jeweilige Fahrzeug, wobei der Verkehr und der Straßenverlauf von Kameras gescannt und berechnet werden. Die so ermittelten Umgebungsdaten dienen dann als Berechnungsgrundlage für Geschwindigkeit oder zum Beispiel auch für einzuhaltende Abstände. Verändern sich dann die Verkehrssituation oder die Streckenführung, reagiert das Fahrzeug selbstständig und passt Geschwindigkeit und Abstand den Gegebenheiten an. Reichen die ermittelten Informationen nicht mehr aus, benachrichtigt das System sofort den Fahrer; dieser kann dann zeitnah wieder das Steuern des LKWs übernehmen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Gestaltung der LKW Versicherung im Fokus

Wenn in der nahen Zukunft tatsächlich automatisierte Nutzfahrzeuge zum Straßenbild in Deutschland gehören, wird sich dies aber auch vehement auf die Gestaltung von LKW Versicherungen auswirken. Denn schließlich haben viele Hersteller, die sich mit entsprechenden Projekten rund um vollautomatisierte LKWs befassen, bereits angekündigt, dass durch das vollautonome Fahren fahrerverursachte Unfälle vermieden würden. Dieser Umstand erhöht für alle Verkehrsteilnehmer deutlich die Sicherheit im Straßenverkehr.

Wie genau diese neue Technologie dann in die Straßenverkehrsordnung und auch in die LKW Versicherungen eingebunden wird, steht aber noch längst nicht fest. Bevor aber autonome Nutzfahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren, müssen zuerst sowohl die Technik als auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie eben die Gestaltung der LKW Versicherung an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Aktuell ist es nämlich in keiner Form legal, auf öffentlichen Straßen Fahrzeuge ohne einen handlungsfähigen Fahrer in Betrieb zu nehmen.

Headerbild: ©iStock/STEFANOLUNARDI

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