Neue Muster-Standmitteilung für Versicherungs-Tarife

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Versicherungsdokumente werden einfacher: Neue Muster-Standmitteilung für Versicherungs-Tarife

Für Anleger kann es zu einem Kraftakt werden, Versicherungspapiere richtig zu lesen, um verbindliche und unverbindliche Leistungen zu erkennen und sich korrekt abzusichern. Diesem Wirrwar aus Fachlatein, Formulierungsfallen und Intransparenz wirken Versicherer nun durch neue Muster-Standmitteilungen entgegen. Vor allem an Renten und Fonds Interessierte können aufatmen.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Versicherungsdokumente von Versicherern sind laut aktuellen Tests zu lang, zu unverständlich und zu verschachtelt.
  • Neue Musterdokumente in Sachen Renten und Fonds für Verbandsmitglieder und Verbraucher sind um ein Drittel kürzer.
  • Die Transparenz stärkt das Vertrauen der Verbraucher in die Versicherer.

Viele Versicherte glauben so lange zu wissen, was in ihren Versicherungsverträgen und Standmitteilungen ausgewiesen ist, bis es zu Ausschüttungen kommt. Dieses Erwachen kostet Anleger im schlechtesten Falle tausende Euro und hinterlässt eine Unsicherheit im Umgang mit Versicherern. AMC und Communication Lab haben die Versicherungs-Dokumente verschiedener Versicherer im Bezug auf Renten, Riester und Fonds auf Verständlichkeit getestet und kamen zu einem vernichtenden Ergebnis. Zu lang, zu unverständlich und zu verschachtelt waren die Dokumente formuliert. Bei der Studie im Jahr 2013 hatten die meisten der großen Anbieter schlecht abgeschnitten. Bis zu 116 Wörter lang war hier ein Satzkonstrukt zu den Leistungen. Viele Dokumente erhielten das Prädikat „unverständlich“.

Umfang der betroffenen Versicherungsdokumente um fast ein Drittel verringert

Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) hat daraufhin kürzlich seine Musterdokumente in Sachen Renten und Fonds überarbeitet und bietet nun neue Muster-Standmitteilungen für alle Verbandsmitglieder und Verbraucher. Neben der Verwendung von zu vielen Fachbegriffen, die teils selbst für Versicherungsmitarbeiter unverständlich sind, wurde auch die Wortzahl begrenzt. Die neue Standmitteilung für private Rentenversicherungen kommt mit etwa 200 Wörtern weniger aus als zuvor und konnte ihren Umfang so um fast ein Drittel verringern. Statt der ehemaligen langen Fließtexte verwendet man nun übersichtliche Auflistungen und Tabellen.

Der Vorteil der neuen Vorlage-Briefe als Muster für Stand-Mitteilungen liegt für Versicherer und Anleger auf der Hand. Denn nur wer Versicherungsdokumente in Umfang und Inhalt überblicken kann, schließt auch die für ihn passende Versicherung ab. Die Transparenz stärkt das Vertrauen in die Versicherer und wird auf lange Sicht die Kündigungszahl der Verträge senken, die auf Basis von Verständigungsproblemen zwischen Versicherer und Kunde zustande gekommen sind.

Zwar gibt es laut GDV noch immer Verbesserungsbedarf, doch viele Versicherer (hervorgehoben hatte Communication Lab hier zum Beispiel die Allianz, Basler, DKV AG, Ergo und Huk24), sind mit ihren überarbeiteten Dokumenten bereits auf dem richtigen Weg zur erfolgreichen Verständigung mit den Anlegern.

Headerbild: ©iStock/Ridofranz

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Ihr Experte für Versicherungen und Finanzen: Sven Salomon sorgt als selbstständiger Versicherungsberater seit mehr als 15 Jahren dafür, dass Menschen sich und ihre Familie optimal absichern können. Als Geschäftsführer verschiedener Unternehmen berät er mittelständische Firmen sowie Privatkunden. Diese Aufgabe ist für ihn mehr als ein Job: Die Versicherungsmaterie ist seine Leidenschaft. Mit Begeisterung hält er sich darum fachlich immer auf dem neuesten Stand.

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