Heilpraktiker Zulassung: Regeln werden geprüft für mehr Qualität

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Heilpraktiker Zulassung - neue Regelung gefordert - Finanzvergleich100

Der Tod von drei Patienten, die in einem alternativen Krebszentrum in Niedersachsen ihren Krebsleiden erlegen sind, hat den Beruf des Heilpraktikers in den öffentlichen Fokus gerückt. Ein Heilpraktiker hatte die drei Patienten mit 3-Bromopyruvat (3BP) behandelt.

Dieses Präparat ist aber nicht als Medikament zugelassen. Dies hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen, die in diesem Fall jetzt ermittelt. Aber auch die Bundesregierung zeigt sich nun für das Thema sensibilisiert und strebt strengere Kontrollen und Regeln für die Heilpraktiker Zulassung an.

Durch Maßnahmen dieser Art werden die Hürden höher gesetzt, wenn ein neuer Heilpraktiker eine eigene Praxis eröffnen möchte. Auch die Versicherungswirtschaft wartet gespannt auf die Entwicklungen bezüglich der Heilpraktiker Zulassung. Schließlich könnte sich auch die Gestaltung einer Heilpraktiker Zusatzversicherung inhaltlich verändern …

Auf einen Blick – die wichtigsten Infos:

  • Forderung nach Reform der Heilpraktiker Zulassung
  • Heilpraktikergesetz von 1939 ist bisher maßgebliche Reglementierung
  • Alternative Heilpraktikerbehandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur in seltenen Fällen übernommen.
  • Die Heilpraktiker Zusatzversicherung reduziert deutlich Ihre Kosten.

Ein möglicher Behandlungsfehler im Fokus

Aktuell sind in Deutschland etwa 43.000 praktizierende Heilpraktiker tätig. Aus gesundheitspolitischer Sicht gibt es diesbezüglich aber erhebliche Lücken im Hinblick auf die Regulierung des Heilpraktikerberufs. Bislang benötigen Heilpraktiker lediglich eine Erlaubnis zur Ausübung ihrer Tätigkeit. Zudem wird überprüft, dass die Ausübung der Heilkunde nicht mit einer Gefährdung der Gesundheit des jeweiligen Patienten einhergeht.

Und genau dieser Umstand wird nun auch bei den drei Todesfällen im besagten niedersächsischen Alternativ-Krebszentrum unter die Lupe genommen. Vorläufig hat der zuständige Landkreis Viersen dem Heilpraktiker jedenfalls untersagt, seinen Beruf auszuüben. Jetzt soll erst einmal herausgefunden werden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung von einem nicht als Medikament zugelassenem Präparat und den Todesfällen gibt.

Heilpraktiker Zulassung: Forderung nach neuen Regeln wird lauter

Dieser spezielle Fall hat die Zulassungsregeln für Heilpraktiker wieder in die Schlagzeilen gebracht. Allerdings gab es auch schon in der Vergangenheit immer wieder Forderungen, das gesamte Heilpraktikerwesen hinsichtlich der Zulassung und Ausbildung zu reformieren. Schließlich stammt das aktuell gültige Heilpraktikergesetz noch aus dem Jahr 1939.

Laut der Meinung vieler Politiker erscheint es hier unabdingbar, dass dieser antiquierte Gesetzestext gemäß der Anforderungen an ein modernes Gesundheitswesen neu formuliert werden muss. Denn bislang gibt es für Heilpraktiker kein eigenes Berufsgesetz und auch keine reglementierte Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Auch eine staatliche Abschlussprüfung fehlt ebenso wie Vorgaben bzw. Richtlinien, welche Grundkompetenzen und welches Grundwissen Sie als Heilpraktiker besitzen müssen.

Naturheilverfahren nur vereinzelt durch gesetzliche Krankenkassen abgedeckt

Noch kann nämlich jeder an Heilpraktiken Interessierte eine so bezeichnete Kenntnisprüfung absolvieren. Die einzigen Voraussetzungen: Der Kandidat muss mindestens 25 Jahre alt sein und einen Hauptschulabschluss aufweisen. Sobald Sie diese Kenntnisprüfung bestanden haben, dürfen Sie dann zum Beispiel Injektionen setzen oder offene Wunden behandeln. Nun sollte aber nicht der Fehler begangen werden, den Fall aus dem alternativen Krebszentrum zu verallgemeinern und daraus eine hohe Wahrscheinlichkeit an Behandlungsfehlern abzuleiten.

Ganz im Gegenteil. Viele Heilpraktiker bereichern die schulmedizinische Behandlungsmethodik um alternative Lösungen wie zum Beispiel Akupunktur und Naturheilkunde. Vielen Patienten mit Beschwerden konnte mittels dieser Alternativen schon nachhaltig Linderung verschafft werden. Allerdings sind alternativmedizinische Leistungen in der Regel nicht im Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten. Zwar haben inzwischen einige Krankenkassen vereinzelt Naturheilverfahren in ihre Versicherungstarife integriert, übernehmen zumeist jedoch lediglich einen geringen Teil der anfallenden Kosten.

Vergleich der Heilpraktiker Zusatzversicherungen lohnt sich

Da Sie daher Heilpraktikerbehandlungen selbst übernehmen müssen, bietet sich hier eine Heilpraktiker Zusatzversicherung analog etwa der bekannten Zahnzusatzversicherung an. Mit einer Ergänzungsversicherung dieser Art können Sie Ihre eigenen Kosten für alternative Behandlungsmethoden deutlich senken. Der Leistungsumfang einer Heilpraktikerversicherung variiert dabei stark von Anbieter zu Anbieter. Sollte es zukünftig aber zu einer Reform im Hinblick auf die Heilpraktiker Zulassung kommen, könnten sich neue Regelungen und Richtlinien ergeben, die sich auch in den Tarifen der Heilpraktiker Zusatzversicherung widerspiegeln.

Zur Zeit übernimmt eine entsprechende Zusatzversicherung im Normalfall genau die Naturheilverfahren, die in der Gebührenordnung für Heilpraktiker oder im so bezeichneten Hufelandverzeichnis aufgeführt sind. Bezuschusst werden dabei zum Beispiel Homöopathie, Osteopathie, Akupunktur, TCM (klassische chinesische Medizin) sowie Bioenergetik. Sie sollten sich bei den zahlreichen unterschiedlichen Tarifen jedoch nicht ausschließlich von Ihrem Instinkt leiten lassen. Vergleichen Sie vielmehr die unterschiedlichen Angebote miteinander. Auf diesem Weg können Sie sich zeitnah eine wirklich maßgeschneiderte Heilpraktiker Zusatzversicherung sichern.

Headerbild: ©iStock/kzenon

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