Krankenzusatzversicherung

Von einer Rundum-Versorgung sind die gesetzlichen Krankenkassen inzwischen weit entfernt. Vermutlich haben Sie dies schon am eigenen Leib erlebt: Überbelegte Mehrbettzimmer im Krankenhaus, Einschränkungen bei der Zahnbehandlung und kaum Unterstützung für Sehhilfen.  Eine Krankenzusatzversicherung ist längst nicht mehr nur eine Luxus-Option für Sonderwünsche wie Chefarztbehandlung oder Heilpraktikerzuschlag. Sie ist eine ebenso wertvolle wie notwendige Ergänzung, um die großen Lücken in der gesetzlichen Absicherung zu schließen.

Dabei den richtigen Anbieter zu finden, ist gar nicht so einfach: Es gibt eine große Anzahl von Tarifen und Versicherern. Hier gilt es, durch sorgfältigen Vergleich die richtige Option für Ihren persönlichen Bedarf auszuwählen. Außerdem können Sie sich zwischen verschiedenen Bausteinen entscheiden. So gibt es zum Beispiel eine ambulante Zusatzversicherung, eine Zahnzusatzversicherung und eine stationäre Zusatzversicherung.

Besonders wichtig: Die Beiträge richten sich nach dem gewählten Tarif und Ihren persönlichen Voraussetzungen, wie z.B. Alter oder Vorerkrankungen.

Welche Varianten gibt es in der Krankenzusatzversicherung?

Krankenzusatzversicherung ist nicht gleich Krankenzusatzversicherung. Es gibt unterschiedliche Tarife für unterschiedliche Bereiche wie Krankenhausaufenthalte oder Zahnbehandlungen.

Die Varianten im Überblick:

  • Ambulante Krankenzusatzversicherungen: Zuzahlung zu Medikamenten, Hilfsmitteln, Sehhilfen, Heilpraktiker, Kuren und Vorsorgeuntersuchungen
  • Zahnzusatzversicherung: Zahnersatz, kieferorthopädische Maßnahmen, Zahnbehandlung sowie Zahnreinigung
  • Stationäre Zusatzversicherung: Chefarztbehandlung, Ein- und Zweibettzimmer, Krankenhaustagegeld, freie Krankenhauswahl, ambulante Vor und Nachbehandlungen

Wer sollte eine Krankenzusatzversicherung abschliessen?

Grundsätzlich sollte jeder über eine private Zusatzversicherung nachdenken, der Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Ganz wichtig: Dies gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Für Ihren Nachwuchs gibt es häufig gesonderte Tarife mit speziellen Leistungen, die auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind.

Fakt ist: Oftmals gewähren die gesetzlichen Krankenversicherungen heute nur noch eine Grundversorgung. Alle Leistungen, die darüber hinausgehen, müssen von Ihnen selbst getragen oder durch eine private Zusatzversicherung abgedeckt werden.

Die Alternative zur Zusatzkrankenversicherung ist eine private Krankenvollversicherung. Diese kommt allerdings nur infrage, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das heißt zum Beispiel: Ihr vertraglich festgesetztes Jahresgehalt liegt über der Jahresentgeltgrenze oder Sie üben  eine selbständige beziehungsweise freiberufliche Tätigkeit aus.  Die Zusatzversicherung dagegen ist grundsätzlich für jeden zugänglich.

Was deckt die private Krankenzusatzversicherung ab?

  • Zuzahlungen für zahnärztliche Behandlungen
  • Leistung für Naturheilverfahren durch Ärzte oder Heilpraktiker
  • Brillen und Kontaktlinsen
  • Krankentagegeld
  • Krankenhaustagegeld
  • Chefarztbehandlung / Facharztbehandlung
  • Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus
  • freie Krankenhauswahl

Gut zu wissen: Je nach Tarif geht die Absicherung bis hin zur vollen ambulanten Zusatzversicherung. Bei Bedarf können weitere Bausteine hinzukommen.

Ein Beispiel: Sie müssen nach einem Unfall längere Zeit im Rollstuhl verbringen. Die gesetzliche Krankenkasse kommt für solche Hilfsmittel nur bis zu einer recht niedrig angesetzten Obergrenze auf. Das heißt: Entweder Sie schränken sich in Sachen Komfort und Mobilität massiv ein -  oder Sie greifen tief in die eigene Tasche. Eine gute Zusatzversicherung kommt auch für hochwertige Hilfsmittel auf, die nicht nur den minimalen Bedarf abdecken.

Auch kann es sein, dass Sie neben der klassischen Schulmedizin andere Behandlungsmethoden nutzen möchten. Ein Osteopath kann beispielsweise bei Verspannungen weiterhelfen, die chronische Schmerzen verursachen. Oder Sie ziehen eine Akupunktur-Behandlung gegen Migräne-Kopfschmerzen in Betracht. Dies sind klassische Tätigkeitsfelder der Heilpraktiker. Ihre Dienste werden normalerweise von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen – Sie müssen aus eigener Tasche dafür aufkommen.

Die entsprechende Private Zusatzversicherung hilft Ihnen, ein breiteres Feld an medizinischen Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Je nach Tarif deckt sie auch die Kosten für eine Heilpraktikerbehandlung ab.

Welche privaten Krankenzusatzversicherungen gibt es?

Es wird grob unterschieden zwischen einer ambulanten Zusatzversicherung, einer Zahnzusatzversicherung und einer stationären Zusatzversicherung.  Was können die einzelnen Varianten?

Ambulante Zusatzversicherung

Diese Versicherung kann alle Kosten abdecken, die nicht oder nur teilweise durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen werden können. Das können zum Beispiel Zuzahlungen für medizinische Heilbehandlungen, Medikamente oder Heil- und Hilfsmittel sind.

Wie hoch die Zuzahlungen ausfallen, ist allerdings sehr unterschiedlich. Es gibt private Krankenzusatzversicherungen, die für den gesamten ambulanten Bereich die Mehrkosten gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse übernehmen.

Andere Versicherungen übernehmen nur einen Teil davon und legen eine Höchstgrenze fest. Alles, was darüber hinaus anfällt, muss vom Patienten selbst getragen werden.

Die beliebteste ambulante Zusatzversicherung  ist die Heilpraktikerzusatzversicherung. Hier müssen Sie unbedingt darauf achten, wann die Versicherung zahlt. Manche Tarife gelten beispielsweise nur  für Ärzte, die mit Naturheilkunde behandeln. Andere umfassen auch reine Heilpraktiker. Außerdem gibt es maximale Erstattungsbeträge pro Jahr, die oft sehr gering ausfallen. Um ihre Bedürfnisse optimal abzudecken, ist es sinnvoll, sich hierbei von einem Spezialisten beraten zu lassen.

Zahnzusatzversicherung

Die Zahnzusatzversicherung ist ein ganz wichtiger Baustein in der privaten Zusatzversicherung. Gerade im zahnärztlichen Bereich fallen regelmäßig sehr hohe Kosten für gesetzlich Versicherte an. Diese Kosten kann die private Zahnzusatzversicherung ganz oder teilweise abfedern.

Die konkreten Leistungen richten sich nach dem gewählten Tarif.  So sollten Sie unbedingt darauf achten, was im Detail erstattet wird. Es gibt bei den meisten Versicherungen eine Zahnstaffel. Dies bedeutet, dass es in den ersten Versicherungsjahren eine Höchstgrenze für die Kostenübernahme bei Zahnersatz oder kieferorthopädische Maßnahmen gibt.

Bei einigen Tarifen gilt die Begrenzung sogar für die ganze Laufzeit. Eine Ausnahme: Normalerweise gilt die Zahnstaffel nicht, falls Sie aufgrund eines Unfalls behandelt werden müssen.

Überlegen Sie sich außerdem, was Sie absichern möchten. Nicht für jeden Versicherten sind alle Bereiche gleich relevant:

  • Kieferorthopädie
  • Zahnbehandlung
  • Zahnersatz
  • Zahnprophylaxe usw.

Hier ist es zum Beispiel so, dass die gesetzliche Krankenversicherung für Kinder die Kieferorthopädische Leistung noch zum Teil übernimmt. Dies gilt aber nicht mehr für Erwachsene. Manche Versicherer machen auch Unterschiede im Bereich Zahnersatz: Bei einigen zählt ein Inlay zum Ersatz, bei anderen nicht.

Stationäre Zusatzversicherung

Gesetzliche Versicherte haben im Krankenhaus nur Anspruch auf eine Unterbringung in einem Mehrbettzimmer. Außerdem werden sie vom diensthabenden Arzt behandelt. Eine Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer oder eine Chefarztbehandlung sind den privat versicherten Patienten vorbehalten.

Wer rechtzeitig eine stationäre Zusatzversicherung abschließt, kann in den Genuss aller Vorteile kommen, die sich einem privat Versicherten im Krankenhaus bieten. Außerdem können Sie je nach Tarif ein Krankentagegeld in Anspruch nehmen. Dieses ist eine wertvolle Alternative zum Krankengeld der gesetzlichen Kassen, das oft gerade für Besserverdiener zu gering ausfällt.

Natürlich ist es auch in diesem Bereich wichtig, das Kleingedruckte zu vergleichen. So bieten nicht alle Versicherer an, das Krankenhaus frei zu wählen. Wichtig ist auch zu prüfen: Werden auch Vor- und Nachbehandlungen bereits vom Chefarzt bzw. einem Spezialisten übernommen?

Kostenloser Versicherungsvergleich für die Krankenzusatzversicherung

Aufgrund der Vielzahl von Anbietern und Tarifen ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Eine qualifizierte Beratung von einem Versicherungsexperten in Ihrer Nähe hilft weiter: Er erstellt einen kostenlosen Vergleich der verschiedenen Anbieter und schlägt Ihnen ein Angebot vor, das auf Ihre persönlichen Wünsche zugeschnitten ist.

Bei der privaten Krankenzusatzversicherung haben Sie die Möglichkeit, individuelle Schwerpunkte zu setzen. Ein qualifizierter Finanzexperte in Ihrer Nähe berät Sie kostenlos für das optimale Angebot.

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Headerbild: ©iStock/Naypong

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