Versicherung bei Blitzeis

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Vollkasko-Versicherung bei Blitzeis
Versicherung bei Blitzeis

Fällt Regen auf gefrorenen Boden, bildet sich nahezu schlagartig eine rutschige Eisschicht. Dieses sogenannte Blitzeis kann für Autofahrer sehr gefährlich werden. Jeden Winter passieren hunderte von Unfällen dieser Art. Die meisten davon sind Blechschäden. Doch wer zahlt in diesen Fällen eigentlich den selbst verursachten Schaden?

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Die Teilkasko ist in ihren Leistungen stark eingeschränkt.
  • Elementarschäden werden nur bei eindeutigem Nachweis reguliert.
  • Die Vollkasko sichert viele Schäden ab, aber nicht alle.
  • Verantwortungslvolles Fahren und die richtige Bereifung beugen Schäden vor.

Weder Haftpflicht noch Teilkasko zuständig

Wer mit seinem eigenen Auto gegen einen Baum fährt, der trägt die Kosten selbst. Da machen auch Blitzeis Unfälle keine Ausnahme. Die Teilkasko ist bei ihren Ersatzleistungen stark eingeschränkt. Sie zahlt üblicherweise nur bei folgende Fällen:

  • Brandschaden
  • Glasbruch
  • Hagelschaden
  • Diebstahl

Bereits der Schutz vor Wasserschaden sollte bei einer Versicherung genau geprüft werden. Er ist häufig recht kryptisch im Vertrag formuliert. Kommt das Wasser durch einen Wolkenbruch, handelt es sich um einen „Elementarschaden“. Hier stellen sich viele Anbieter, wie bei Erdbeben, Stürmen oder ähnlichen Natur-Großereignissen quer, wenn es um die Regulierung geht.

Wird das Auto bei Ebbe zu nah am Meer geparkt, kann die Versicherung auf Fahrlässigkeit plädieren und die Zahlung verweigern. Reißt es ein plötzlich auftretendes Hochwasser mit, muss der Halter häufig ebenfalls nachweisen, dass er den Schaden nicht verhindern konnte. Bei Wasserschäden gilt deshalb stets, die Vertragsbedingungen genau zu kennen.

Bester, jedoch nicht vollständiger Schutz bei der Vollkasko

Die Vollkasko-Versicherung ist das Maß der Dinge, wenn ein Auto vollständig abgesichert werden soll – einschließlich der eigenen Dusseligkeit. Das macht sie vor allem für Neufahrzeuge, die noch viele tausend Euro wert sind, zum unverzichtbaren Produkt. Jedoch ist die Vollkasko-Versicherung kein Rundum-Sorglos-Paket. Auch bei einem vollem Kasko-Schutz muss der Halter des Fahrzeugs die maximale Sorgfalt und Verantwortung aufbringen. Bei Unfällen nach Alkoholfahrten, Übermüdung oder vermeidbarer Ablenkung kann die Versicherungen die Zahlungen einschränken – oder sogar vollständig verweigern. Das gilt sogar im Fall der Blitzeis Unfälle.

Angemessenes Fahren ist Pflicht

Der Regulierung eines Vollkasko-Schadens geht immer eine Begutachtung voraus. Eine unabhängige Prüfstelle vollzieht dabei akribisch den Hergang des Unfalls nach und entscheidet anschließend darüber, ob er plausibel ist. Die Plausibilitätsprüfung soll vor allem dem Versicherungsbetrug vorbeugen. Jedoch kann ein Unfall zwar plausibel erklärt sein – und trotzdem seine Ursachen in zumindest fahrlässigen Verhalten haben. Im Fall der Blitzeis Unfälle können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Bereifung Ihres Fahrzeugs überprüft wird. Wenn diese den Witterungsverhältnissen nicht angepasst ist, wird die Versicherung mit Sicherheit die Zahlung zumindest zum Teil verweigern.

In der kalten Jahreszeit gehört an ein Auto eine passende Bereifung. Das müssen nicht unbedingt ausgesprochene Winterreifen sein. Die Allwetter-Reifen sind, sofern sie für Schnee und Minusgrade zugelassen sind, ebenso statthaft. Wenn Sie jedoch Blitzeis Unfälle verursachen, bei denen eine Sommerbereifung aufgezogen war, haben Sie als Kunde das nachsehen, wenn es um die Regulierung geht.

Genau hinsehen bei der Bereifung

Einfach nur „Ich habe ja Winterreifen aufgezogen“ genügt im schlimmsten Fall jedoch nicht. Die Reifen müssen sich auch in einem verkehrstechnischen Zustand befinden. Die Profiltiefe und das Reifenalter ist dazu maßgeblich. Besonders Winterreifen haben einen hohen Anteil an Weichmachern. Der Grip auf gefrorenen Straßen wird damit wesentlich verbessert.

Diese Weichmacher gasen aber mit der Zeit aus, was den Reifen spröde und hart werden lässt. Ein ausgehärteter Winterreifen ist bei Schnee jedoch noch gefährlicher als ein neuer Sommerreifen. Auch mit ausreichend Profiltiefe fehlt der notwendige Grip und eine Kollision ist unvermeidlich. Dazu müssen es noch nicht einmal Blitzeis Unfälle sein – mit alten Reifen zu fahren ist schon bei Regen und leichtem Schneefall sehr gefährlich.

Verantwortlich fahren

Blitzeis Unfälle sind unangenehm, jedoch als Ausrede für einen Schaden am eigenen Fahrzeug nicht zu gebrauchen. Die Gutachten sind sehr genau und stellen fest, ob mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren wurde. Bei Minustemperaturen müssen Sie mit Blitzeis rechnen, aus dieser Verantwortung wird niemand entlassen. Alles, was hierbei hilft, ist ein angemessener, vorausschauender und bedächtigerer Fahrstil.

Headerbild: ©iStock/MarianVejcik

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