Hausratversicherung: Keine Pflicht für Mieter

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Hausratversicherung für Mieter

Es ist sehr wichtig, die Abgrenzung von der Hausratversicherung für Mieter von dem Versicherungschutz eines gemieteten Gebäudes zu verstehen. Ein Vermieter versichert in der Regel nur sein Gebäude, nicht aber das Inventar seiner Mieter. Dies ist nur dann mitversichert, wenn ein struktureller Mangel oder Schaden am Gebäude das mobile Eigentum der Mieter beschädigt. Ein klassisches Beispiel dafür sind Brände: Brennt ein Haus durch einen Schaden am Gebäude aus (z.B. fehlerhafter Blitzschutz) dann kommt die Gebäudeversicherung des Vermieters für alle Schäden auf. Brennt ein Gebäude aber aufgrund einer umgefallenen Kerze aus, ist der Mieter in der Haftpflicht. Die Gebäudeschäden übernimmt in diesem Fall seine Haftpflichtversicherung. Sein Mobiliar ist jedoch nur durch eine Hausratversicherung geschützt.

Auf einen Blick – die wichtigsten Infos

  • Eine Hausratversicherung ist für Mieter nicht zwingend, kann aber in gewissen Fällen nützlich sein.
  • Die Hausratversicherung greift bei Schäden durch Sturm, Feuer, Diebstahl oder Wasserschäden.
  • Zusätzlich werden durch die Versicherung auch Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände abgesichert.
  • Beim Abschluss der Versicherung sind alle hochwertigen Gegenstände zu benennen.

Der Schutz des eigenen Besitzes gegen Schäden aller Art gehört zu den freiwilligen Versicherungen. Sie bieten die Möglichkeit, alle beweglichen Güter einer Wohnung abzusichern. Im Gegensatz zu Haftpflichtversicherungen ist die Schadenssumme von Hausratversicherungen stark eingeschränkt. Das ermöglicht sehr günstige Tarife, mit denen das eigene, bewegliche Eigentum sehr preiswert abgesichert werden kann.

Umfang der Hausratversicherung für Mieter

Eine Hausratversicherung sichert, je nach Umfang, gegen folgende Schäden ab:

  • Brandschäden
  • Diebstahl
  • Vandalismus
  • Elementarschäden (Sturm, Erdbeben, Überflutung
  • Wasserschäden durch Leitungswasser
  • Befall von Schimmel
  • Glasbruch an Schränken und Türen (muss i.d.R. extra versichert werden)
  • Überspannungsschäden, an Elektrogeräten

Wichtig: Sturzschäden an Mobiltelefonen werden weder durch die Hausrat- noch durch die Glasbruchversicherung reguliert. Ebenso sind Notebooks, Tablets und andere, vom Hausnetz getrennte Geräte nicht automatisch gegen Sturz- und Wasserschäden mit versichert. Dies müssen Sie stets im Einzelfall klären.

Recht problemlos in die Hausratversicherung sind aber beispielsweise Fahrräder integrierbar. Bei modernen und hochwertigen E-Bikes kann es sehr sinnvoll sein, den Versicherungsschutz der Hausratversicherung auf Fahrräder auszuweiten. Das ist in der Regel billiger als eine eigene Versicherung für das Fahrrad abzuschließen.

Kosten für die Hausratversicherung für Mieter

Die Kosten für die Hausratversicherung richten sich primär nach der Größe der Wohnung. Die meisten Versicherungen erheben Pauschalen, mit welchen sie auf Grundlage der Wohnungsgröße eine potentielle Schadenssumme hochrechnen. Wichtig ist hierbei, dass beim Abschluss der Versicherung alle hochwertigen Gegenstände benannt werden. Für Beträge unter 10 Euro im Monat lässt sich so ein Pauschalwert von 25000 Euro und mehr versichern, welche die Gesellschaften im Schadensfall auch in der Regel sehr zuverlässig regulieren.

Wichtig ist dabei aber, dass die Versicherung bei jedem Umzug informiert wird. Die Größe der Wohnung ist zwar der wichtigste, jedoch längst nicht der einzige Faktor, welcher zur Berechnung des Beitrags zugrunde gelegt wird. Wenn Sie beispielsweise in eine Gegend ziehen, die durch ein höheres Einbruchsrisiko bekannt ist, dann können höhere Beiträge fällig werden.

Vorsicht gilt bei Wertanlagen wie Münzsammlungen oder Briefmarken. Sofern nicht anders geregelt, ersetzt die Versicherung immer nur den Nennwert. Eine Zehn-Euro-Münze bleibt für eine Versicherung immer nur zehn Euro Wert, gleichgültig welchen Sammlerwert sie besitzt.

Hausratversicherung für Mieter nicht verpflichtend, aber empfohlen

Es kommt gelegentlich vor, dass Vermieter von ihren Mietern den Abschluss einer Hausratversicherung verlangen. Ein Recht dazu besteht nicht, auch nicht wenn es im Mietvertrag benannt wird und er vom Mieter unterschrieben wurde. Die Idee mancher Vermieter ist es, bei Elementarschäden nicht für das Mobiliar der Mieter aufkommen zu müssen. Beschädigung und Verlust der Einrichtung des Mieters kann jedoch nur bei grober Fahrlässigkeit dem Vermieter in Rechnung gestellt werden: Benannter fehlerhafter Blitzschutz, unzureichende Dimensionierung der Haustür, nicht verschließbare Fenster und andere, die Bausubstanz betreffende Faktoren fallen auf den Vermieter zurück. Für Elementarschäden, wie sie durch Hochwasser, Waldbrände oder Erdbeben entstehen können, haftet der Vermieter nicht.
Headerbild: ©iStock/JackF

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