Einbruch: Was zahlt die Versicherung?

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Einbruch Versicherung

Ein Millionen-Coup ist einem Ganoven-Team im Frühjahr 2017 geglückt. Mit aller Seelenruhe machten sich Diebe im Berliner-Bode-Museum zu schaffen und erbeuteten dabei die 100 Kilogramm schwere „Big Mapple Leaf“ aus dem Münzkabinett des Museums. Besonders dreist: Um einen millionenschweren Schatz zu erbeuten, braucht es in Deutschland offenbar nicht viel – eine ausziehbare Aluminiumleiter und eine Schubkarre reichten aus, um unbemerkt ins Innere vorzudringen und sich mit einer Münze mit einem Durchmesser von über einen halben Meter wieder aus dem Staub zu machen. Von Widerstand weit und breit nichts zu sehen.

Ein spektakulärer Fall, der zum Schmunzeln anregt. Werden jedoch Privatpersonen von Einbrechern überrascht, gerät neben dem Hausrat auch oftmals die eigene Psyche in Mitleidenschaft. Welche Versicherung zahlt im Ernstfall und was können Menschen tun, um sich gegen Einbruch zu schützen?

„Einbruchzahlen gehen zurück, die Angst bleibt“

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist zum ersten Mal seit zehn Jahren zurückgegangen. Dies geht aus dem aktuellen Einbruch-Report des Gesamtverbands deutscher Versicherungen (GDV) hervor.

140.000 versicherte Einbrüche wurden 2016 gemeldet. Rund zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der GDV zeigt sich zwar von der Entwicklung erfreut, dennoch ist von einer deutlichen Trendwende noch nicht auszugehen.

Das Paradoxe: Laut einer Forsa-Umfrage hat ein Drittel der Deutschen Angst vor Einbrechern. Rund die Hälfte geht allerdings nicht davon aus, dass es sie persönlich trifft und wähnt sich scheinbar in Sicherheit. „Dieser Verdrängungsmechanismus ist so alt wie gefährlich: Es passiert anderen, aber nicht mir. Ein fataler Fehler, denn jeder kann Opfer eines Einbruchs werden“, so GDV-Präsident Alexander Erdland.

Das zahlt die Versicherung im Schadenfall

Sie kamen bei Nacht, hinterließen ein Feld der Verwüstung. Uhren, Schmuck und Kreditkarten. Alles weg. Der Schock sitzt tief, mit weitreichenden Folgen für die Psyche. Ein typisches Horror-Szenario, wie es im Buche steht.

Bei Diebstahl greift die Hausratversicherung. Doch auch hier entscheidet das Kleingedruckte. Die Wiederbeschaffungskosten werden von ihr zwar übernommen, jedoch nicht automatisch zum ursprünglichen Kaufpreis. Auch Kreditkarten sind nicht grundsätzlich mitversichert. Vor dem Abschluss einer Police, sollte dies deshalb in den Versicherungsbedingungen geprüft werden.

Tipp:

Wer Wertsachen wie Schmuck oder Sparbücher erstattet haben möchte, sollte nachweisen können, dass er diese auch diebstahlsicher gelagert hat. Andernfalls ist eine Erstattung nahezu aussichtslos. „Kann ja jeder behaupten“, so stehlen sich Versicherungen im Zweifel aus ihrer Verantwortung.

Belege aufbewahren! Absolut notwendig, wenn es darum geht, den Besitz gestohlener Wertgegenstände nachzuweisen. Im Falle von geerbtem Schmuck kann der Nachweis mit Hilfe eines Wertgutachtens erbracht werden.

So schützen Sie sich!

Die SWR-Sendung marktcheck zeigt, mit welchen Tricks Diebe vorgehen und wie sich potenzielle Opfer dagegen schützen können:

Titelbild: iStock/MachineHeadz

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