Silvesterschäden: Versicherungstipps zum Jahreswechsel

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Wunderkerze Freunde Silvesterfeier
Silvesterfeier mit Freunden

[…] Impulsive Menschen kennen keine Grenzen!
Schmeiß die Möbel aus dem Fenster, wir brauchen Platz zum dancen! […]

… so heißt es in dem Song „Krawall und Remmidemmi“ (2006) von Deichkind. Manche Gäste nehmen die Liedzeilen leider allzu wörtlich. Silvester gehört traditionell zu den wildesten Partys, wie auch die Berichterstattung Anfang Januar jedes Jahr zeigt. Überwiegend wird dabei zu Hause oder bei Freunden gefeiert. Durch die Kombination Böller, Alkohol & Übermut kommt es zu Schäden, die erst mit der Katerstimmung am nächsten Tag offensichtlich werden. Bei einem Spaziergang in der Nachbarschaft wird dann schnell deutlich, dass es den anderen nicht viel besser erging als einem selbst. Angekokelte Hecken, kaputte Fenster oder Böllerschäden an Autos lassen das sonst so gepflegte Viertel schnell wie ein halbes Kriegsgebiet erscheinen. Damit Sie nicht auf Ihren Kosten sitzen bleiben, verraten wir Ihnen welche Versicherung wann greift. Nur so viel vorab: Vorsatz ist nie versichert.

Silvesterschäden am eigenen Haus oder der Wohnung

Verursacht einer Ihrer Gäste einen Schaden, greift seine oder ihre Haftpflichtversicherung. Das gilt ganz unabhängig davon, ob es sich um Schäden am Gebäude oder beweglichen Gegenständen handelt. Selbst grobe Fahrlässigkeit ist damit abgedeckt.

Ganz anders sieht es aus, wenn Sie der Gastgeber sind. Verursachen Sie selbst den Schaden, greift entweder Ihre Wohngebäudeversicherung oder bei beweglichen Gegenständen die Hausratversicherung. Hier müssen Sie beweisen, dass Sie keine grobe Fahrlässigkeit begangen haben. Diese deckt die Wohngebäudeversicherung oder Hausratversicherung normalerweise nicht ab. Auch wenn der echte Schadensverursacher nicht ermittelt werden kann, zahlt Ihre Versicherung. Ein klassisches Beispiel hierfür wäre der anonyme Knallfrosch gegen den Briefkasten.

Beschädigungen am Haus des Nachbarn

Mist – die Leuchtrakete knallt direkt gegen die Hauswand des Nachbarn. Unschöne Brandspuren an der Hauswand oder gar kaputte Fenster können die Folge sein. Hinter den Schäden steht keine Absicht, doch selbst durch vorbildliches Verhalten ist es nun mal passiert. Zum Glück greift hier bei Schäden jeder Art Ihre Haftpflicht, seien es nun Schäden am Haus, der Inneneinrichtung oder dem Auto.

Auto durch Böller ramponiert

Ist der Schadensverursacher am Auto nicht ermittelbar, greift die Teilkasko des Autobesitzers. Doch Vorsicht: Hier müssen Sie sehr genau nachweisen, dass Sie durch grobe Fahrlässigkeit als Autobesitzer keine Teilschuld haben. Diese kann schon gegeben sein, wenn man in der Silvesternacht an einer öffentlichen Straße oder in der Nähe einer größeren Veranstaltung parkt. Unter Umständen kann es sein, dass die Teilkasko versucht, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Erst durch eine Vollkaskoversicherung können Sie sichergehen, dass die Versicherung Böllerschäden am Auto tatsächlich übernimmt.

Tatbestand: Vorsatz

Warum mal nicht mit einer Silvesterrakete auf ein Garagentor zielen? Oder Knallfrösche bewusst in der Nähe des Nachbarautos platzieren? Vorsätzliche Schäden können schnell sehr teuer werden. Hier greift weder die Versicherung des Verursachers noch die Versicherung des Geschädigten. Wenn Sie nicht auf den Kosten sitzen bleiben wollen, müssen Sie den Schadensverursacher ausfindig machen. Eventuell ist sogar ein Straftatbestand erfüllt, den folglich die Polizei bearbeiten muss.

Titelbild: ©iStock/macniak

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