Airbnb: Gastgeber-Garantie reicht nicht

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Airbnb Tourist in der Stadt
Airbnb Tourist in der Stadt

Airbnb: Wenn die Wohnung ein Fall für die Haftpflicht wird

Erst im August hat eine Pariser Airbnb-Wohnung Aufsehen erregt: Ein Kanadier hatte eine hübsche Dachgeschoßwohnung in einen derartigen Saustall hinterlassen, dass jetzt eine Teilrenovierung der Wohnung ansteht. Die verzweifelte Pariserin, die die Wohnung vermietete, machte sich daraufhin auf Facebook Luft. Die Fotos, die sie von der Wohnung postete, zeigen ein Ausmaß an Zerstörung, das nur noch mutwillig zu nennen ist. Airbnb übernimmt die Haftpflicht auf freiwilliger Basis als Teil der sogennanten “Gastgeber-Garantie”. Der Schaden wurde von unabhängigen Experterten auf 10.000 Euro geschätzt.

Vorher / Nachher Bild Airbnb-Wohnung in Paris
Ruinierte Airbnb-Wohnung in Paris

Airbnb-Versicherung genügt nicht für (Ver-)Mieter

Erst seit 2016 schützt Airbnb Vermieter flächendeckend über eine sogenannte “Gastgeber-Garantie”, die im eigentlichen Sinne keine Versicherung ist. Zuvor war der Versicherungsschutz für Gastgeber oft eine Zitterpartie, denn eine verbindliche Regelung über Airbnb gab es nicht. Die einzige Konsequenz, die Airbnb bis dahin immer zog, war die Sperrung der fraglichen Mieter-Benutzeraccounts.

Doch Achtung: Die “Gastgeber-Garantie” ist keine normale Haftpflicht- oder Hausrat-Versicherung. Private Wertgegenstände, Haustiere, gemeinsam genutzte Wohnungsbereiche oder Bargeld sind nicht abgedeckt. Für einen Airbnb-Gastgeber, der nur ein Zimmer untervermietet ist dies durchaus problematisch. Es geht darin ausschließlich um Schäden im vermieteten Zimmer, die über eine gewöhnliche Abnutzung hinausgehen. In den Airbnb-Richtlinien werden Vermieter ausdrücklich aufgefordert sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern. Neben der “Gastgeber-Garantie” gibt es auch eine Rechtsschutzversicherung von Airbnb, falls es zu Klagen Dritter gegen Airbnb-Gastgeber kommen sollte. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich Anwohner wegen Lärm aus der Airbnb-Wohnung beschweren.

Auch die Urlauber, also die Mieter von Airbnb-Wohnungen, bewegen sich rechtlich auf dünnem Eis. In jedem Fall sollte im Einzelnen noch einmal überprüft werden, ob die Haftpflichtversicherung auch Schäden in Ferienwohnungen übernimmt. Gegebenenfalls sollte die Haftpflichtversicherung erweitert werden.

Kleinere Schäden über Kaution klären

Mittlerweile ist es Usus auf Airbnb, dass die Vermieter kleinere und größere Kautionen verlangen. So wird der Schaden direkt zwischen Mieter und Vermieter abgewickelt ohne groß Airbnb einzubeziehen. Auch wenn Airbnb über seine “Gastgeber-Garantie” Schäden bis zu 800.000 Euro abdeckt, ist es keineswegs leicht, eventuelle Beschädigungen geltend zu machen. Warum also wegen eines zerbrochenen Glases oder einer kaputten Armlehne solche Umwege gehen?

Hausrat- & Haftpflichtversicherung für Airbnb-Gastgeber & Mieter

Man sieht also: Versicherungen bei Airbnb sind ein weites Feld. Sowohl die Gastgeber als auch die Mieter sollten ihren Versicherungsschutz der Haftpflichtversicherung abklären. Für die Gastgeber bietet sich eine zusätzliche Hausratversicherung an. Doch auch hier sollte geklärt werden, ob und wie hoch Schäden durch Airbnb-Gäste abgedeckt werden. Auf finanzvergleich100.de können Sie Haftpflichtversicherungen vergleichen und die für Ihre Bedürfnisse Passende finden.

Airbnb bekommt immer mehr Widerstand zu spüren

Mit zunehmender Größe der Internetplattform werden die Schattenseiten immer deutlicher: Beliebte Touristenstädte weltweit erlassen Gesetze und Bestimmungen gegen die Fremdnutzung von Privatwohnungen. Beklagt wird, dass den eigentlichen Bewohnern der Städte immer mehr Wohnraum entzogen wird, wodurch traditionelle Stadt-Milieus immer mehr zerstört werden. Florenz, Paris, Bacelona, New York, Berlin und München – immer mehr Städte wehren sich gegen die erdrückende Masse von Touristen, die Privatwohnungen nutzen. Teilweise werden, wie in New York beispielsweise, empfindliche Strafen gegen Airbnb-Wohnungen verhängt.

Dennoch geht in Deutschland der Trend ungebrochen weiter. In einer Statista-Umfrage haben 12% von knapp 900 befragten Deutschen angegeben, bereits Wohnraum über Plattformen wie Airbnb oder Couchsurfing angeboten zu haben – mit klarer Tendenz nach oben.

Titelbild: (c)thinkstock/anyaberkut

Vergleichsbild Küche: (c)facebook/ @lausnkw

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