Zinsen

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    Überlässt ein Gläubiger einem Schuldner vorübergehend Kapital, vereinbaren beide Vertragspartner im Regelfall eine Gebühr, die der Schuldner dem Gläubiger für die zeitlich beschränkte Überlassung des Kapitals bezahlen muss. Statt das Kapital zu verleihen, könnte der Gläubiger selbst wirtschaftlich aktiv werden, um Gewinne zu erzielen (Opportunitätskostengedanke).

    Das zu entrichtende Entgelt, das sich an der Höhe des Kreditbetrags orientiert, wird auch Zinsen genannt. Der Zinssatz ist die hinzugehörige prozentuale Größe, aus der sich mithilfe der Kredithöhe die Zinsen errechnen lassen.

    Höhe der Zinsen

    In einer Marktwirtschaft werden Zinssätze durch Angebot und Nachfrage am Geld- bzw. Kapitalmarkt bestimmt. Die Zentralbanken in den Währungsräumen steuern über verschiedene Finanzinstrumente die Geldpolitik, mit dem Ziel, Preisniveaustabilität zu erreichen und ein moderates Wirtschaftswachstum zu begünstigen. Im Euroraum gibt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins vor, mit dem sie mit den ihr angeschlossenen Kreditinstituten Geschäfte abschließt. Der Leitzins wirkt sich damit auch unmittelbar auf den Interbankenmarkt aus, auf dem die Kreditinstitute ihre Finanzprodukte untereinander handeln.

    Momentan befindet sich die gesamte europäische Wirtschaft in einer Niedrigzinsphase. Das macht die Sparkonten weniger sinnvoll und stellt eine große Gefahr für die Altersvorsorge dar. Als alternative Lösung zur staatlichen Rente sollte man sich eine betriebliche oder private Vorsorge überlegen.

    Nominal-, Real- und Effektivzins

    Der Nominalzins ist der in einem Kredit vertraglich vereinbarte Zinssatz. Der Realzins ergibt sich aus dem Nominalzins, wenn die Inflationsrate abgezogen wird. Der Effektivzins berücksichtigt ausgehend vom Nominalzins weitere preisbestimmende Faktoren wie den Auszahlungskurs (Disagio), anfallende Gebühren, die Zinsfestschreibungsdauer und die Tilgungsmodalitäten.

    Zinsbindung

    In Kreditverträgen wird der Zinssatz mit Aufnahme des Kredits häufig für einen Zeitraum von fünf, zehn oder 15 Jahren festgeschrieben. Danach muss der Zins zwischen Kreditnehmer und -geber neu verhandelt werden, wobei das Marktzinsniveau (Beispiel: EURIBOR) herangezogen wird. Typisch sind solche langfristigen Kredite bei der Anschaffung von Eigentum.

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