Verhinderungspflege

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    Als Verhinderungspflege oder Ersatzpflege wird eine bedarfsbezogene Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung bezeichnet, die dann eintritt, wenn eine private Pflegeperson an der Ausübung der häuslichen Pflege vorübergehend – beispielsweise wegen einer eigenen Erkrankung oder wegen Urlaubs – gehindert ist. In diesen Fällen trägt die gesetzliche Pflegeversicherung die nachgewiesenen Kosten einer Ersatzpflege innerhalb gewisser Höchstgrenzen (aktuell: 1.612 Euro pro Kalenderjahr) für maximal sechs Wochen pro Jahr, die beliebig aufgeteilt werden können. Seit dem 01.01.2015 besteht die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 50 % des Betrages, der gesetzlich für eine stationäre Kurzzeitpflege vorgesehen ist (derzeit: 1.612 Euro) für die Verhinderungspflege zu erhalten, wenn auf die Inanspruchnahme der stationären Kurzzeitpflege verzichtet wird.

    Voraussetzungen für die Kostenübernahme

    Die Kosten einer Ersatzpflege werden nur dann übernommen, wenn die vorübergehend ausfallende Pflegeperson vor Inanspruchnahme der Ersatzpflege bereits mindestens sechs Monate lang die pflegebedürftige Person in ihrer häuslichen Umgebung gepflegt hat (§ 39 des zwölften Buchs des Sozialgesetzbuchs = SGB XII). Die Ersatzkraft kann von einem professionellen Pflegedienst gestellt werden oder eine legal vermittelte Betreuungsperson eines privaten Dienstleistungsunternehmens sein. Wird eine Ersatzkraft eingesetzt, die mit der pflegebedürftigen Person bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert ist und/oder mit dieser in einem gemeinsamen Haushalt lebt, beschränkt sich die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung auf die Höhe des Pflegegeldes, das der aktuell festgestellten Pflegestufe entspricht. Wird die Ersatzpflege erwerbsmäßig ausgeführt, kann allerdings der volle Höchstbetrag in Anspruch genommen werden, sofern entsprechende Aufwendungen nachgewiesen werden.

    Die optimale Absicherung im Verhinderungsfall

    Mit einer privaten Pflege(zusatz)versicherung und einer Pflegetagegeldversicherung lassen sich die eng begrenzten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung auch in der Verhinderungspflege und der stationären Kurzzeitpflege deutlich verbessern. Hier gelten nur die betrags- und zeitmäßigen Begrenzungen, die sich aus dem Versicherungsvertrag ergeben, sodass die private Pflege(zusatz)versicherung auch dann eingreift, wenn eine Ersatzpflege für mehr als sechs Wochen jährlich benötigt wird.

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