Steuerklassen

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    In Deutschland, Steuerklassen, genauer Lohnsteuerklassen, sind ein in der Abgabenordnung beschriebener Kategorisierungsmechanismus für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, um die monatliche Lohnsteuervorauszahlung eines Arbeitnehmers zu bestimmen. Die Einordnung in die Steuerklassen richtet sich in erster Linie nach dem Familienstand. Insgesamt werden sechs Lohnsteuerklassen beschrieben (I – VI).

    Funktion

    Nach deutschem Recht führt der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer die Lohnsteuerschuld ab. Da der Arbeitgeber nur Informationen über den Bruttoarbeitslohn aus seinem mit dem Arbeitnehmer bestehenden Arbeitsverhältnis besitzt, helfen die Lohnsteuerklassen dabei, das tatsächliche zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers näherungsweise zu berechnen und entsprechende Lohnsteuervorauszahlungen für den Arbeitnehmer zu leisten. Das ist dadurch näherungsweise möglich, da jede Lohnsteuerklasse mit einem anderen vordefinierten Freibetrag einhergeht. Das tatsächliche zu versteuernde Einkommen und damit die Steuerschuld wird mit der Einkommensteuererklärung des Arbeitnehmers bestimmt, für die er selbst verantwortlich ist. Aus der Verrechnung mit den Lohnsteuervorauszahlungen ergibt sich eine Steuerrückerstattung oder -nachzahlung.

    Steuerklassen I bis VI: Einordnung

    Die Steuerklassen spiegeln die unterschiedlichen steuerlichen Situationen wider, denen Steuerpflichtige begegnen können. So werden Ledige, Verwitwete, Geschiedene sowie Verheiratete / Verpartnerte, dessen Partner nur beschränkt steuerpflichtig sind, in die Lohnsteuerklasse I eingeordnet. Die Lohnsteuerklasse II beinhaltet Alleinerziehende, denen ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht. Verheiratete / Verpartnerte werden der Steuerklasse III und V zugeordnet, sofern sie nicht freiwillig die Steuerklasse IV gewählt haben. Somit ist die Steuerklasse IV für Verheiratete eine Alternative, die mit anderen Freibeträgen einhergeht. Je nachdem, wie der Einkommensunterschied der beiden Verheirateten / Verpartnerten auszieht, existiert durch das Ehegattensplitting ein größerer oder kleinerer Steuervorteil. Steuerklasse VI ist letztlich für weitere Arbeitsverhältnisse eines Arbeitnehmers. Die Freibeträge sind dem ersten Arbeitsverhältnis zugeordnet.

    Weitere Freibeträge und Wechsel der Steuerklasse

    Unabhängig von der Steuerklasse lassen sich weitere Freibeträge (beispielsweise Kinderfreibeträge) eintragen. Die Eintragung findet heute in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen statt, die die Lohnsteuerkarte abgelöst haben. Steuerpflichtige können einmal jährlich die Steuerklasse wechseln, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

    Steuerklasse und Versicherungsbeiträge

    Die Beiträge für bestimmte Versicherungen, u.a. Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie für Altersvorsorge und andere berufsbedingte Versicherungen, können über die Steuererklärung abgesetzt werden, deswegen ist es besonders wichtig, dass Sie es definieren, welcher Steuerklasse Sie zugeordnet sind. Die Beiträge mindern die zu versteuerte Summe Ihrer Einkommen.

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