Schadenfreiheitsklasse

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    Kfz-Versicherer bedienen sich der Schadenfreiheitsklassen (SF) um das Versicherungsrisiko ihrer Kunden einschätzen zu können und die Beiträge anzupassen. Sie finden im Bereich der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung Anwendung und spiegeln den Zeitraum eines Versicherungsnehmers wieder, den er ohne Schadensregulierung und Verkehrsunfall gefahren ist. Je länger der schadenfreie Zeitraum ist, desto höher wird die Schadenfreiheitsklasse. Einsparungen bei den Versicherungsprämien werden in Anlehnung daran Schadenfreiheitsrabatt genannt.

    Unfallfrei fahren

    Besteht der Versicherungsschutz für mindestens sechs zusammenhängende Monate, steigt der Versicherungsnehmer mit jedem schadenfreien Versicherungsjahr um eine Schadenfreiheitsklasse. So können bis zu 35 (SF 0-35) schadenfreie Jahre angesammelt werden. Nach 35 unfallfreien Jahren gibt es in Deutschland keine weitere Anrechnung.

    Anfänger und Versicherten mit hohem Unfallrisiko

    Ein Fahranfänger steigt mit SF 0 ein, da er statistisch das höchste Risiko für einen selbst verschuldeten Verkehrsunfall birgt. Kunden, die zwar schon über Fahrpraxis verfügen, aber das erste Mal ein eigenes Fahrzeug versichern wollen, steigen mit SF 1/2 ein. Gleiches gilt für Teilnehmer am Programm „Begleitetes Fahren mit 17“.
    Neben den SF-Klassen 0-35 existieren die mit „M“ und „S“ bezeichneten Schadenfreiheitsklassen. „M“ leitet sich vom lateinischen „Malus“ (dt.: schlecht) ab und stellt die Klasse derer dar, die z.B. in SF 0 kurz nach Versicherungsabschluss einen Schaden melden. Es handelt sich um die niedrigste Klasse mit den höchsten Versicherungsbeiträgen. Ebenso erwartet Versicherungsnehmer in der SF S (für Schaden) ein höherer Beitrag, weil sie aufgrund einer Schadensregulierung in SF 1 in „S“ zurückgestuft werden.

    Sparen mit Freiheitsklassen

    Wer durch unfallfreie Jahre in seiner SF aufgestiegen ist, kann durch einen gemeldeten Schaden auch zum nächsten Versicherungsjahr wieder um eine oder mehrere Stufen absteigen. Die Versicherer berechnen auf Wunsch im Falle eines Unfalls, ob es rechnerisch günstiger ist, den Schaden selbst zu zahlen oder die Herabstufung in Kauf zu nehmenGesammelter Schadenfreiheitsrabatt ist grundsätzlich auf andere Personen übertragbar, wobei sich die Bedingungen hierfür von Versicherer zu Versicherer unterscheiden.

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