Pflegegrade

Mit Inkrafttreten des neuen Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) am 1. Januar 2017 ersetzen fünf Pflegegrade das bisherige System aus vier Stufen. Anhand der fünf Grade legt die gesetzliche Pflegeversicherung fest, inwieweit Betroffene pflegebedürftig sind und bis zu welcher Höhe sie Anspruch auf Pflegeleistungen von Seiten des Staates haben. Vorteil der Reform: Ab sofort ist körperliche, geistige und physische Pflegebedürftigkeit innerhalb des Bewertungsverfahrens gleichgestellt. Dies ermöglicht deutlich mehr Betroffenen den Zugang zu Leistungen als bisher, sofern die nötige Punktzahl bei der Einstufung erreicht wurde.

Das ändert sich!

Mit Hilfe einer differenzierteren Leistungsbewertung kommen deutlich mehr Menschen in den Genuss von Pflegeleistungen. Die wichtigsten Änderungen zusammengefasst:

Vor 2017 Seit 1. Januar 2017
Drei Pflegestufen & Pflegestufe 0 Differenziertere Bewertung durch fünf Pflegegrade
Fokus auf körperliche Beeinträchtigung Körperliche, geistige und psychische Beeinträchtigungen gleichermaßen berücksichtigt
Pflegende Angehörige kaum abgesichert Pflegende Angehörige für den Fall von Alter und Arbeitslosigkeit besser abgesichert

 Wer bereits gesetzliche Leistungen vor 2017 bezogen hat, wurde im Zuge der Reform automatisch in den entsprechenden Pflegegrad überführt:

Pflegestufe 0 Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 Demenz Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 Demenz Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 Demenz Pflegegrad 5
Pflegestufe 3 Härtefall Pflegegrad 5


Praktisch erklärt:
Das Bundesministerium für Gesundheit fasst die wichtigsten Punkte im folgenden Video noch einmal kurz zusammen.

https://youtu.be/4uNdM0Chs7w

Wieviel zahlt der Gesetzgeber?

Die Höhe der Kosten für die Versorgung von Pflegebedürftigen ist zum einen abhängig vom Grad der Einstufung. Zum anderen davon, ob der Versicherte ambulante oder stationäre Pflege benötigt. Viele Betroffene profitieren zwar finanziell von der Gesetzesänderung, dennoch decken die Leistungen die Kosten für die Betreuung in der Regel nicht ab. Deshalb schließen immer mehr gesetzlich Versicherte eine private Pflegezusatzversicherung ab.

Das Angebot ist vielfältig. Viele Versicherungen stellen Basis- und Premium-Tarife zur Auswahl. Mitunter sind diese kombiniert mit staatlicher Förderung, dem so genannten „Pflege-Bahr“. Nach Meinung von Experten habe sich die Pflegetagegeldversicherung als effektivste Lösung für die private Vorsorge erwiesen. Ein zuvor vertraglich vereinbarter Betrag wird im Falle einer Pflegebedürftigkeit pro Tag ausgezahlt, unabhängig von der konkret erbrachten Leistung.

Autor: Finanzvergleich100 Redaktion

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