Kreditbearbeitungsgebühr

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    Die Kreditbearbeitungsgebühren wurden deshalb eingeführt, um die Preistransparenz und -wahrheit bei Krediten zu erhöhen. Neben dem in Rechnung gestellten Preis für das Ausleihen des Kapitals (als Zinsen bekannt) sollte der Aufwand verrechnet werden, der für die Prüfung der Kreditwürdigkeit des Antragstellers angefallen ist. Dieser Aufwand wurde unabhängig von der Gesamtlaufzeit des Kredites einmalig in Rechnung gestellt. Branchenüblich waren etwa 2 % der Kreditsumme. Lediglich bei Dispokrediten wurde auf die Bearbeitungsgebühr verzichtet, um die Hemmschwellen zur flexiblen Kreditinanspruchnahme zu senken. Er wurde einfach bei vorhandener Bonität als Bestandteil der (damals meist kostenpflichtigen) Girokonten gesehen.

    Abschied von Bearbeitungsgebühren

    In den letzten Jahren haben sich allerdings Meinungsbild und gesetzliche Grundlagen zur Bearbeitungsgebühr für Kredite erheblich verschoben: Kreditnehmer und Verbraucherschützer beklagten insbesondere in einem Fall einer Bank aus Düsseldorf, dass mit niedrigen Zinsen gelockt wird, um dann eine hohe Kreditbearbeitungsgebühr und überteuerte Versicherungen mit abzuschließen. Die Vorfälle unterminierten das Vertrauen in den Bankensektor teilweise erheblich, weshalb die Regelungen für die Preisangabe erheblich ausgeweitet bzw. verbessert wurden: Die Bank muss bei einem klassischen Privatkundenkredit nunmehr alle Kosten in einem einzigen Zinssatz, dem Effektivzins oder dem gebundenen Sollzinssatz angeben.

    Diese Zahl enthält alle Kostenkomponenten und ermöglicht den selbstbewussten Kunden den direkten Vergleich zwischen den unterschiedlichen Banken und Finanzierungspartnern. Bearbeitungsgebühren gehören damit bei den meisten Kreditarten inzwischen der Vergangenheit an und sind damit eher ein Kapitel für ein Geschichtsbuch.

    Ausnahmen

    Allerdings gibt es noch einige wenige Kreditarten, bei denen eine Bearbeitungsgebühr verlangt werden darf und zudem branchenüblich ist:

    • Komplexe Finanzierungen wie Immobilienkredite:
      Aufgrund des hohen Gesamtwertes erfolgt eine Bonitätsbewertung nicht alleine aufgrund des Einkommens oder der persönlichen Eigenschaften des Antragstellers. Vielmehr stellt der Gesamtwert der zu finanzierenden Immobilie ebenso einen wesentlichen Punkt der Konditionenfeststellung bzw. Zinsberechnung dar. Ggf. zieht die Bank einen Immobilien-Gutachter hinzu, um ein Wertgutachten erstellen zu können. Zudem muss die Kreditbesicherung in das Grundbuch eingetragen werden, die Kosten übernimmt der Kreditnehmer.
    • Bausparverträge:
      Bausparverträge beeindrucken insbesondere in der Hochzinsphase durch günstige Kreditzinsen. Als Nachteile erweisen sich allerdings die Wartezeit und die oft lange Ansparphase. Bei Abschluss des Bauvertrages wird eine Abschlussgebühr berechnet, die weiterhin zu lässig ist. Sie ist eine Art indirekte Bearbeitungsgebühr- Kredit, da es den Bausparkredit ohne vorherigen Bausparvertrag nicht gibt. Der Bausparer sichert sich die günstigen Zinsen in der Rückzahlungsphase durch das Ansparen mit dem Bausparvertrag.
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