Geringfügige Beschäftigung

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    Unter einer geringfügigen Beschäftigung wird eine besondere Form eines Beschäftigungsverhältnisses verstanden, bei dem die Entlohnung des Beschäftigten unter einer Grenze liegt oder das Beschäftigungsverhältnis nur vorübergehend besteht. Ebenfalls gebräuchlich sind in Deutschland die Bezeichnungen Minijob und 450-Euro-Job. Liegt eine geringfügige Beschäftigung vor, erwachsen daraus sozialversicherungs- und steuerrechtliche Sonderregelungen.

    Besonderheiten geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse

    Geringfügig Beschäftigte sind in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nicht versicherungspflichtig, darüber hinaus können sie sich durch einen schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen und eine Pauschalierung des Solidaritätszuschlags, der Kirchensteuer sowie der Lohnsteuer vornehmen. Stellen die Beschäftigten keinen Antrag bei ihrem Arbeitgeber, müssen sie Rentenversicherungsbeiträge leisten (grundsätzliche Rentenversicherungspflicht).

    Die geringfügig entlohnte Beschäftigung ist in § 8 Abs. 1 Nr. 1 Viertes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IV) definiert. Demnach liegt eine geringfügige Beschäftigung bei einem Arbeitnehmer vor, wenn dessen regelmäßige monatliche Arbeitsentlohnung unter der Grenze von 450 Euro (jährlich 5.400 Euro) liegt, wobei es unerheblich ist, wie viele Stunden der Arbeitnehmer tatsächlich gearbeitet hat. Geringfügig Beschäftigte haben einen Urlaubsanspruch, der sich an den geleisteten Arbeitsstunden orientiert.

    Mehrere Beschäftigungsverhältnisse und kurzfristige Beschäftigung

    Geht ein Arbeitnehmer mehreren geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen nach, und übersteigt sein gesamtes Einkommen die Einkommensgrenze von 450 Euro, wird keines der Beschäftigungsverhältnisse als geringfügig angesehen. Die Sonderform der kurzfristigen Beschäftigung tritt häufig bei Veranstaltungen oder Saisonarbeit auf. Sie ist in § 8 Abs. 1 Nr. 2 Viertes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IV) definiert, und liegt vor, wenn die Arbeitszeit in einem Jahr drei Monate oder 70 Arbeitstage nicht übersteigt.

    Wird die kurzfristige Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt, liegt kein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vor. Dies ist der Fall, wenn die Beschäftigung für den Arbeitnehmer wirtschaftlich von Belang ist und das Arbeitsentgelt über 450 Euro pro Monat liegt. Rentner können einen Minijob ausüben, müssen jedoch den Rentenversicherungsträger informieren und mit ihrem Einkommen unter dem Freibetrag liegen, sonst droht eine Rentenkürzung.

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