Deckungsstockfähigkeit

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    Das EU-Recht und das deutsche Recht bieten umfangreiche gesetzliche Grundlagen für eine hohe Sicherheit bei Geldanlagen in Finanzmärkten und bei Geldanlagen sowie Forderungen gegenüber der Versicherungswirtschaft. Der Begriff der Deckungsstockfähigkeit wird dann am deutlichsten, wenn man von einem Szenario extremer Auszahlungsbelastungen bei einer Versicherung ausgeht. Auch dann müssen die Versicherungsunternehmen zahlungsfähig sein, damit der Markt nicht noch weiter destabilisiert wird. Selbst in einer kurzen Depressions- bzw. Kursrücksetzer-Phase ist die Zahlungsfähigkeit der Versicherungsunternehmen stets gesichert.

    Aus diesem Blickwinkel heraus wurde der Begriff der Deckungsstockfähigkeit geschaffen: Er wird für alle diejenigen Wertpapiere genutzt, die dazu geeignet sind, auch in Krisenzeiten nicht zu viel an Wert zu verlieren und auch sofort in Liquidität umtauschbar zu sein. Der Wert aller Wertpapiere, die deckungsstockfähig sind, wird aufaddiert und mit der Mindestanforderung der Kapitalausstattung der Versicherungen verglichen.

    Weitere Anwendungsgebiete des Begriffs

    Der Begriff umfasst nicht nur klassische festverzinsliche Wertpapiere, sondern auch bestimmte Arten von Inhaberschuldverschreibungen und Aktien. Damit geht er über den Begriff der Mündelsicherheit hinaus, der im Wesentlichen die Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland umfasste und noch einschränkende Bedingungen für die Geldanlage der Lebensversicherungs-Guthaben umfasste.

    Der Begriff der Deckungsstockfähigkeit wird allerdings nur noch indirekt verwendet. Was für den Anleger bzw. Versicherten unverändert bleibt ist die Anforderung an die Versicherung ausreichend Eigenmittel zu haben bzw. Risikovorsorge zu betreiben. Die verfeinerten Regelungen finden sich in den §§ 74 ff. des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG).

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