Deckungsrückstellung

    0
    272

    Unter der Deckungsrückstellung, einem Begriff aus dem Bereich der Rechnungslegung, wird ein versicherungsmathematischer Wert verstanden, den Versicherungsträger bei Ihren Verpflichtungen in ihren Bilanzen zu berücksichtigen haben.
    Von Bedeutung ist die Deckungsrückstellung bei bestehenden Lebensversicherungsverträgen beziehungsweise bei vielen Verträgen mit dauerhaftem Versicherungsschutz. Hierbei ist dieser Wert ein besonders relevanter Schuldposten unter den Passiva von Lebens- und Krankenversicherern innerhalb ihrer Bilanz.

    Berechnung und Eigenschaften

    Der Wert wird für jeden Vertrag gebildet als Differenz zwischen dem Wert der wahrscheinlichen künftigen Zahlungen aus der Versicherung und dem Wert künftiger Beitragszahlung. Konkret handelt es sich bei diesem Wert um die Bewertung der vertraglichen Verpflichtungen bei einer Lebensversicherung inklusive der Überschussanteile (ausgenommen verzinslich angesammelte Anteile) und abzüglich des Wertes der zukünftig voraussichtlich noch zu entrichtenden Versicherungsbeiträge. Entsprechend ist der Deckungsrückstellung gemäß § 341f I S. 1 HGB juristisch definiert. Die entsprechende Bilanzposition entspricht der Summe der Deckungsrückstellungen für einzelne Versicherungsverträge.

    Auch im Rahmen von Krankenversicherungen werden Deckungsrückstellungen gebildet. In diesem Zusammenhang wird von Alterungsrückstellungen gesprochen. Ebenso werden Deckungsrückstellungen gebildet für andere Versicherungen, die nach Art einer Lebensversicherung gestaltet sind. Das heißt in erster Linie solche, deren Beitragshöhe nicht in jeder Versicherungsperiode angeglichen werden, sondern bei denen erst nach Ablauf der Vertragsdauer der Ausgleich entsteht, während zu Versicherungsbeginn noch höhere Beiträge entrichtet werden, als sich gemäß des zu erwartenden Risikos ergeben würden. Die Rückstellungsbildung erfordert in solchen Fällen eine risikoangemessene Verteilung der Versicherungsbeiträge über die Gesamtvertragsdauer.

    Ziel und Funktion

    Primärer Zweck der Deckungsrückstellung ist es, dem Versicherungsträger zu ermöglichen, im Versicherungsfalle seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten vollumfänglich bedienen zu können. Aufgrund der unvermeidbaren Ungewissheit und der mangelnden Möglichkeit zur zuverlässigen Berechnung von Risiken und Verpflichtungen ist die Bildung von Deckungsrückstellungen eine notwendige Maßnahme und daher Vorschrift im entsprechenden Paragraphen im Handelsgesetzbuch. Grundsätzlich ergibt sich aus der Tatsache, dass Versicherte ihre Versicherungsbeiträge einzahlen die Erfüllungsverpflichtung im Rahmen des Vertrages und damit auch die Verpflichtung zur Bildung von Deckungsrückstellungen.

    Deckungsrückstellung 5.00/5 (100.00%) 1 Stimme(n)
    Kostenlosen Vergleich anfordern