Deckungskapital

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    Als Begriff aus dem Bereich Lebensversicherungen wird unter dem Deckungskapital die Differenz zwischen dem zu erwartenden Wert zukünftiger Leistungen und dem zu erwartenden Wert künftiger Beiträge verstanden. Die versicherungsmathematische Größe kann dabei positive wie negative Werte annehmen. Zu unterscheiden ist der Begriff von der Deckungsrückstellung, die im Gegensatz hierzu keine negativen Werte annimmt. Im Falle einer vorzeitigen Kündigung der Lebensversicherung entspricht der Rückkaufwert im Allgemeinen dem (um einen kleinen Kostenabschlag reduzierten) Deckungskapitalwert.

    Wertentwicklung

    Die frühen Jahre in der Laufzeit einer Versicherung sind immer von einem Deckungskapital unterhalb der geleisteten Beiträge gekennzeichnet, da die Kosten (etwa für die Verwaltung) abgezogen werden. Im Versicherungsgeschäft ist hierbei von Zillmerung die Rede. Im Verlauf der Versicherungsjahre entspricht der Wert der Summe der eingezahlten Beiträge, bevor er diese schließlich übersteigt.

    Im Falle vorzeitiger Kündigung wird dem Versicherten ein Rückkaufswert ausbezahlt, der sich aus dem Deckungskapital und eventuellen Überschüssen ergibt. Zu berücksichtigen sind hier allerdings Kostenabschläge oder Stornogebühren, die Versicherer in solchen Fällen erheben. Der Gesamtwert, der sich über die Versicherungszeit zusammensetzt, wird in Form der garantierten Kapitalauszahlung zum Ablauf der Lebensversicherung geleistet.

    Sicherungsfunktion

    Der zunehmende Aufbau des Deckungskapitals stellt die Versicherungsleistung im Versicherungsfall (Erlebensfall- und Todesfallleistung) sicher. Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen wird etwa mit den Sparbeträgen, die zu Höchstrechnungszins verzinst sind, ein Deckungskapital aufgebaut. Zur Deckungskapitalfinanzierung wird mit Blick auf die Todesfallleistung im Rahmen der Kalkulation von Tarif und Beiträgen ein Wert für das Risiko des Todesfalls vom Versicherungsträger berücksichtigt. Die Beiträge zur Kapitallebensversicherung bleiben hierbei, sofern nicht anders ausgehandelt, konstant für alle Versicherungsjahre.

    Die Kalkulation der Beiträge sieht vor, den Risikobeitrag erst einmal höher zu veranschlagen als es in den ersten Versicherungsjahren zur Deckung des Risikos erforderlich wäre. Diese Risikobeiträge werden in den Versicherungsjahren im Deckungskapitalwert verzinst. Bei langer Versicherungslaufzeit wird das später höhere Risiko aus den zuvor bewusst zu hoch veranschlagten Beiträgen finanziert.

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