Bausparkassen

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    Bausparkassen sind Kreditinstitute im Sinne von § 1 des Kreditwesengesetzes, für die ergänzend die Regeln des Bausparkassengesetzes gelten. Die Besonderheit dieser Kreditinstitute liegt in der von Ihnen praktizierten Beschränkung ihres Geschäftskreises auf das Einlagen- und Kreditgeschäft im Zusammenhang mit der Wohnungsbaufinanzierung über Bausparverträge.

    Wie funktioniert ein Bausparvertrag

    Das Geschäftsprinzip der Bausparkassen beruht auf dem Solidar- bzw. Kollektivgedanken dergestalt, dass die eingehenden Einlagen aller Bausparer als Basis für die Kreditgewährung an diejenigen Kunden genutzt werden, die ein bestimmtes Eigenkapital im Rahmen eines Bausparvertrages angesammelt haben und ihren Bausparvertrag über einen bestimmten Zeitraum erspart haben. Dazu legt die Bausparkasse feste Zuteilungstermine (oft zwei- oder viermal jährlich) fest, an denen die Bewertungszahlen der einzelnen Bausparverträge miteinander verglichen werden, die sich aus dem angesparten Kapital und der Haltedauer des Vertrages ergeben. Wenn diese Betrachtung ergibt, dass eine bestimmte Bewertungszahl erreicht ist, wird der Vertrag für zuteilungsreif erklärt. Von diesem Zeitpunkt an hat der Bausparer Gelegenheit, das angesparte Kapital abzurufen. Zugleich kann er im Rahmen der vereinbarten Obergrenze das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen, auf dessen Gewährung er mit Abschluss des Bausparvertrages einen – durch die Zuteilung bedingten – Anspruch erworben hat.
    Bausparverträge haben den Vorteil, dass sie dem Bausparer einen garantierten Anspruch auf Auszahlung eines zinsgünstigen Baudarlehens sichern, dessen Zinsniveau meist deutlich unter dem aktuellen Marktzins liegt. Zudem ist eine Bausparkasse meist bereit, bei der grundbuchlichen Belastung des Grundstücks eine zweitrangige Besicherung zu akzeptieren, sodass der Kreditkunde noch Raum für ein erstrangig zu besicherndes Baudarlehen eines anderen Kreditgebers hat.

    Welche Bausparkassen gibt es

    In Deutschland gibt es derzeit zwölf private Bausparkassen, die als Aktiengesellschaft organisiert sind. Daneben gibt es neun Landesbausparkassen, die ganz oder überwiegend von einzelnen Bundesländern bzw. ihren jeweiligen Sparkassenorganisationen getragen werden. Diese öffentlich-rechtlichen Institute sind entweder unselbstständige Abteilungen oder Geschäftsbereiche von (Landes-)banken, die rechtlich als selbstständige Kreditinstitute behandelt werden, oder rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts. Öffentlich-rechtliche Institute haben räumlich begrenzte Geschäftsgebiete.

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