Baukostenindex

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    Als Baukostenindex wird der vierteljährlich vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichte Indikator bezeichnet, der – stets bezogen auf ein bestimmtes Basisjahr – die Entwicklung der Preise für die beim Bauen relevanten Produktionsfaktoren misst und für die Öffentlichkeit transparent macht. Der Baukostenindex misst die Preisentwicklung von Baumaterialien und Arbeitskosten sowie für Geräte, Ausrüstung, Energie und Bauhilfsstoffe, jeweils bezogen auf die Bauwerksart „Neubau von Wohnungen“. Die Aussagekraft des Baukostenindexes bezieht sich daher stets auf die Kostenentwicklung bei der Errichtung von Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern. Die aktuell jüngste Bezugsgröße ist das Jahr 2005. Anders als beim ebenfalls vom Statistischen Bundesamt vierteljährlich publizierten Baupreisindex erfolgt die Berechnung des Baukostenindexes ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuer und des Unternehmergewinns.

    Die Aussagekraft des Baukostenindexes

    Die volkswirtschaftliche Aussagekraft des Baukostenindexes bezieht sich auf die Entwicklung der Aufwendungen, die einem Bauunternehmer bei der Erbringung seiner Bauleistungen entstehen. Ein langfristig planender Bauherr kann diesen Index zur Planung seines Kreditbedarfs für künftige Bauvorhaben einsetzen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass bei der Baukostenentwicklung innerhalb Deutschlands erhebliche regionale Unterschiede bestehen, da die Entwicklung der Baukonjunktur nicht in allen Bundesländern parallel verläuft. Dennoch lässt sich anhand des Baukostenindexes eine verlässliche Aussage zur aktuellen Tendenz der Baukosten treffen, da dieser Index als reiner Faktorindex die aktuellen Entwicklungen der Baumärkte in Industrie und Handwerk zuverlässig abbildet.

    Die wichtigsten Unterschiede zum Baupreisindex

    Während der Baukostenindex die Baukonjunktur vornehmlich aus Unternehmersicht nachzeichnet, nutzen private Bauherren und Unternehmen der gewerblichen Wohnungswirtschaft eher den aus der Perspektive der Auftraggeber von Bauleistungen aussagekräftigeren Baupreisindex, der auch die Umsatzsteuer, den Unternehmergewinn und veränderte Produktivitätsverhältnisse in die Betrachtung einbezieht. Zudem ermöglicht der Baupreisindex präzisere Aussagen und Prognosen, da er nicht nur für die Neuerrichtung von Wohngebäuden berechnet wird, sondern für Wohngebäude generell (Neubau und Instandhaltung), Nichtwohngebäude und sonstige Bauwerke. Daneben werden sechs weitere Einzelindizes veröffentlicht, die eine präzise branchen- und projektbezogene Einzelbetrachtung und -prognose ermöglichen.

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