Bauherrenhaftpflicht

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    Der Begriff der Bauherrenhaftpflicht kennzeichnet die rechtliche Verantwortlichkeit des Veranlassers einer Baumaßnahme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die zum Nachteil Dritter aufgrund des Zustands der Baustelle und/oder der fehlerhaften Ausführung damit zusammenhängender baulicher Aktivitäten entstehen.

    Wofür haftet der Bauherr

    Diese Haftpflicht schließt die Einstandspflicht des Bauherrn für den Zustand der Baustelle und für die fehlerhafte Ausführung von Bauarbeiten durch von ihm beauftragte Personen oder Firmen ein. Zur Bauherrenhaftpflicht gehört die sogenannte Verkehrssicherungspflicht an der eigentlichen Baustelle, die u.a. die ausreichende Kennzeichnung, Absperrung und Sicherung der Baustelle umfasst. Hinzu kommt die Verantwortlichkeit für die korrekte Ausführung der Bauarbeiten durch beauftragte Dritte (Bauunternehmen, Handwerker, Bauleiter, Architekt und Statiker). Die Bauherrenhaftpflicht schließt auch die Verantwortlichkeit für Schäden ein, die durch die fehlerhafte Benutzung von Kraftfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als sechs km/h oder von selbstfahrenden Arbeitsmaschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 20 km/h entstehen. Der Bauherr bedarf auch dann einer Absicherung gegen die Inanspruchnahme aus der Bauherrenhaftpflichtversicherung, wenn er einen Architekten oder Ingenieur als Bauleiter einsetzt, da er weiterhin wegen eines möglichen Auswahl- und Überwachungsverschuldens in Anspruch genommen werden kann.

    Was wird mit einer Versicherung abgedeckt

    Ein Bauherr ist durch eine bestehende Privat– oder Unternehmenshaftpflichtversicherung gegen eine Inanspruchnahme nur innerhalb gewisser Höchstgrenzen abgesichert, sodass sich bei größeren Bauprojekten der Abschluss einer zusätzlichen Bauherrenhaftpflichtversicherung empfiehlt. Diese bietet einen Deckungsschutz für Personen-, Sach- und Vermögensschäden innerhalb der durch die vereinbarte Versicherungssumme (beispielsweise 5, 10, 20 oder 50 Millionen Euro) vorgegebenen Obergrenze. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung prüft auf eigene Kosten die Berechtigung von an den versicherten Bauherrn herangetragenen Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüchen und reguliert als berechtigt erkannte Ansprüche im Rahmen der vereinbarten Deckungshöchstsumme. Unberechtigte Ansprüche werden von der Bauherrenhaftpflichtversicherung auf eigene Kosten außergerichtlich und gerichtlich abgewehrt, wobei der Versicherer auch die Kosten der anwaltlichen Vertretung übernimmt und etwaige Gerichts- und Gutachterkosten sowie Zeugenauslagen und anfallende festsetzungsfähige Kosten eines obsiegenden Gegners trägt.

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