Ausfalldeckung

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    Allgemein wird unter der Ausfalldeckung eine Zusatzleistung in der privaten Haftpflichtversicherung verstanden, bei der die Versicherung unter bestimmten Voraussetzungen auch dann leistet, wenn der Versicherte nicht Verursacher, sondern Geschädigter ist. Die genauere Bezeichnung lautet Forderungsausfalldeckung und stellt einen meist gegen Aufpreis oder in höheren Tarifvarianten angebotenen Baustein im Leistungsspektrum der Privathaftpflicht dar.

    Funktionsweise im Schadensfall

    Die grundlegende Funktion einer Ausfalldeckung in der privaten Haftpflichtversicherung ist die, gegenüber dem Schadensverursacher einen Haftungsanspruch geltend zu machen. Dieser Verursacher oder seine Haftpflichtversicherung hat die durch entstandene Schäden aufkommenden Kosten zu tragen.

    Dies kann aus verschiedenen Gründen misslingen, etwa wenn der Schadensverursacher weder selbst eine private Haftpflichtversicherung noch genügend liquide Mittel hat, um für die Kosten des Schadens aufzukommen. Auch ohne Ausfalldeckung ist es in diesem Falle zwar möglich, gerichtlich einen Titel und damit längeren Anspruch zu erwerben. Dies  bleibt jedoch wirkungslos, wenn der Verantwortliche auch weiterhin nicht genügend Geld hat.
    An dieser Stelle setzt die Ausfallversicherung an. Der Schaden wird dem eigenen Versicherungsträger gemeldet, der in der Folge die Kosten übernimmt und versucht, die Kosten vom Verursacher zurückzubekommen.

    Voraussetzungen

    Es genügt nicht alleine, dass der Verantwortliche nicht zahlungsfähig ist, da die Ausfalldeckungsleistung nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erbracht wird. So sind für kleinere Schäden im Allgemeinen keine Leistungen vorgesehen. Hierbei gibt es Ausnahmen in Form von Tarifen, die keine Mindestschadenshöhe vorsehen.
    Eine grundsätzliche Voraussetzung ist jedoch ein gerichtlich erwirkter Titel des Versicherten. Demnach muss vor Gericht festgestellt worden sein, dass der Schadensverursacher zahlungsunfähig ist und es muss ein entsprechender Vollstreckungstitel erwirkt werden. Hierbei gilt die Zahlungsunfähigkeit erst dann als festgestellt, wenn auch eine Zwangsvollstreckung nicht zur Begleichung der Schadensersatzansprüche führt oder hierauf keine Aussicht besteht. Für entstehende Gerichtskosten hat der Geschädigte auch zunächst in Vorleistung zu treten, wobei der Versicherer diese Kosten nachträglich erstattet. Die Versicherungsleistung ist bis zur Höhe der geltend gemachten Forderung möglich.

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