Arbeitsunfähigkeit

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    Arbeitsunfähigkeit ist ein aus dem Arbeits- und Sozialrecht stammender Begriff, der beschreibt, dass ein Arbeitnehmer aufgrund einer Erkrankung seine Arbeitstätigkeit nicht mehr oder nur unter Gefahr der Verschlechterung seiner Gesundheit ausüben kann. Maßgeblich für die Beurteilung ist die Art der Tätigkeit, die der Arbeitnehmer unmittelbar vor dem drohenden Beginn der Arbeitsunfähigkeit ausgeübt hat.

    Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber

    In Deutschland müssen Arbeitgeber bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) eine Entgeltfortzahlung in Höhe des vollen Gehalts bis maximal sechs Wochen leisten. Erkrankt der Arbeitnehmer innerhalb von zwölf Monaten immer wieder an derselben Erkrankung, werden die Kalendertage aufsummiert. Erst wenn der Mitarbeiter nicht innerhalb von sechs Monaten aufgrund derselben Erkrankung erneut krankgeschrieben wurde, entsteht der Anspruch auf Entgeltfortzahlung erneut. Der Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber unverzüglich darüber unterrichten, dass er erkrankt ist, damit er diese notwendigen Maßnahmen einleiten kann, um den Mitarbeiter gegebenenfalls für die Dauer des Ausfalls zu ersetzen. Außerdem muss er bei einer Erkrankungsdauer von mehr als drei Tagen spätestens am darauffolgenden Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass der Mitarbeiter arbeitsunfähig ist und wie lange dieser Zustand voraussichtlich anhält. Der Arbeitgeber darf die Entgeltzahlung aussetzen, wenn der Mitarbeiter seinen Nachweispflichten nicht nachkommt.

    Weitere Unterstützungsleistungen

    Nach Ablauf der sechswöchigen Entgeltfortzahlungsperiode haben Betroffene Anspruch auf Krankengeld, das von der Krankenkasse für die Höchstdauer von weiteren 72 Wochen geleistet wird. Wurde der Arbeitnehmer als Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit arbeitsunfähig, erhält der Arbeitnehmer statt des Krankengeldes durch die Krankenkasse Verletztengeld von der Berufsgenossenschaft oder von einem anderen Träger der Unfallversicherung. Sind die Arbeitnehmer in einer Branche beschäftigt, für die ein Tarifvertrag gilt, muss der Arbeitgeber je nach Regelung Zuschüsse zum Kranken- oder Verletztengeld leisten. Nach längerer Erkrankungsphase gehen Betroffene häufig den Weg der „stufenweisen Wiedereingliederung“, bei der der Arbeitnehmer langsam und unter Aufsicht des Betriebsarztes wieder an die Arbeitsplatzbelastung herangeführt wird.

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