Amortisationszeit

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    Unter Amortisation wird ganz allgemein die Tilgung einer Schuld (insbesondere bei langfristigen Kreditverträgen) oder der Rückfluss investierter finanzieller Mittel aus den Erträgen getätigter Investitionen verstanden. Die Zeit zwischen der Investitionsausgabe oder Schuldenaufnahme und der Tilgung der letzten Rate wird Amortisationszeit genannt, das zugehörige Rechenwerk Amortisationsrechnung.

    Bestimmung der Amortisationszeit

    Die Bestimmung der Amortisationszeit bei einer Annuitätentilgung ist besonders einfach, da die Tilgungen in den einzelnen Perioden gleich sind. In diesem Fall wird die Darlehenssumme durch die (konstante) Tilgungsleistung pro Monat oder Jahr geteilt, um die Amortisationszeit zu bestimmen. Schwieriger wird es bei Annuitätendarlehen, bei denen die Summe aus Tilgung und Zinszahlung pro Periode konstant ist. Hier ist die Tilgungsleistung in der ersten Periode niedrig und nimmt dann mit fortlaufender Kreditlaufzeit stetig zu, während die Zinsen zunächst hoch sind und dann immer weiter sinken. Dies liegt an der Restschuld, die zu Beginn hoch ist, bei fortlaufender Tilgung jedoch immer weiter sinkt. Um in diesem Fall die Amortisationszeit zu bestimmen, muss der komplette Tilgungsplan erstellt werden. Dabei ist zu beachten, dass etwaige Sondertilgungen die Amortisationszeit senken. Bei Investitionsobjekten sind die Anschaffungskosten durch den durchschnittlichen Gewinn (nach Abschreibungen und kalkulatorischen Zinsen) der Periode zu teilen. In der dynamischen Investitionsrechnung wird der Zeitwert des Geldes berücksichtigt, indem die unterschiedlichen Zeitpunkte der Rückflüsse und dadurch entstehende Zinsen betrachtet werden.

    Amortisationszeit als Entscheidungshilfe bei Investitionsobjekten

    Wird die Amortisation vor dem Hintergrund einer Investition betrachtet, ist das Investitionsobjekt umso attraktiver, je kürzer seine Amortisationszeit ausfällt. Allerdings müssen oftmals auch Risikoaspekte berücksichtigt werden, um eine Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Investitionsobjekten herzustellen. Eine kürzere Amortisationszeit deutet darauf hin, dass die durchschnittlichen Rückflüsse in den Folgeperioden höher ausfallen. Liegen die Zinsen bei einem langfristigen Kreditvertrag nahe bei null und ist die Zinsbindung gesichert, lässt sich eine längere Amortisationszeit als eher positiv interpretieren, da die Kosten für die Kapitalüberlassung ebenfalls fast null betragen.

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