Altlasten

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    Altlasten ist ein Begriff, den die meisten Menschen aus dem Umweltschutz kennen: Gefährliche Stoffe lagern irgendwo und drohen, irgendwann gefährlich zu werden. Exakt diese Bedeutung besitzt das Wort im Finanz- und Versicherungswesen auch: Hier lagern ebenfalls Zinszusagen oder Kreditvergaben, die sich in einem veränderten, geschäftlichen Umfeld vom Profit-Center zum Verlustgeschäft verwandeln. Das Wort findet zum Beispiel Verwendung im Zusammenhang mit der Weltfinanzkrise von 2008: Nicht alle davon betroffenen Gelddienstleister, Banken, Versicherungen und die öffentlichen Haushalte haben ihre dabei erlittenen Verluste schon ehrlich in den Bilanzen stehen. Was im politisch-gesellschaftlichen Raum national wie international die Bezeichnung Staatsdefizit trägt, betitelt die Privatwirtschaft mit diesem Begriff.

    Altlasten in der Versicherungsbranche

    Aktuell kommt das Wort Altlasten in der Berichterstattung bei den Problemen vor, die manche Lebensversicherer haben. Sie versprachen ihren Kunden in den 1990er Jahren Zinsen von vier Prozent auf ihre Einlagen – was beim damals herrschenden Zinsniveau kein Problem war. Jetzt – in einer historischen Niedrigzinsphase – versuchen die Versicherer, die Überschussbeteiligungen für die Policen zu kürzen. Ein vergleichbares Problem haben unter anderen berufsständische, private Altersvorsorgenanbieter. Sie leiden nicht nur unter dem niedrigen Zinsenniveau sondern auch darunter, dass die Berufsanfänger immer häufiger kein Tarifgehalt mehr bekommen und deswegen auf die private Zusatzvorsorge verzichten. Damit fehlen die Einnahmen aus den „frischen“ Verträgen, um die hohen Renditen der alten Kunden zu erwirtschaften, die durch hohe Beiträge hohe Ansprüche erwarben.

    Bezug auf Geldanlagen allgemein

    Auch für geschäftliche oder persönliche Geldanlagen findet das Wort Verwendung. Wer als Unternehmer oder Privatmensch seine Geldanlagen überprüft, stößt dabei vielleicht auf Altlasten. Das meint in diesem Falle zum Beispiel Lücken im Versicherungsschutz auf der einen, unnötige oder mehrfache Absicherungen auf der anderen Seite. Wer seine Unterlagen zur Vorbereitung auf den Altersruhestand überprüft, ändert seine Entscheidungen mit einem fachkundigen Anlage- oder Versicherungsberater. Wer zum Beispiel seine Firma an einen Nachfolger übergibt, benötigt keine Geschäftshaftpflicht mehr – dafür möglicherweise andere Anlagen für Sach- und Vermögenswerte.

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