Versicherungen absetzen in der Steuererklärung – aber richtig

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Wie kann ich in der Steuererklärung Versicherungen absetzen? - Finanzvergleich100

Versicherungen sind eine Position, deren korrekte Angabe in der Steuererklärung Ihnen hohe Steuerersparnisse bringen kann. Grundsätzlich sind solche Versicherungen unverzichtbar, die im Schadensfalle vor untragbaren finanziellen Risiken schützen. Insbesondere im Bereich Haftpflicht können große Summen anfallen. Wenn Sie die passenden Versicherungen abgeschlossen haben, stellt sich häufig die Frage: Wie werde ich bei der Finanzierung meiner Absicherung unterstützt? Kann ich Versicherungen absetzen? Und wenn ja: Welche?

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Altersvorsorge, Gesundheitsvorsorge und Einkommensabsicherung lassen sich in bestimmten Fällen absetzen.
  • Angabe erfolgt größtenteils in der Anlage „Vorsorgeaufwendungen“.
  • Beruflich bedingte Versicherungen sind grundsätzlich absetzbar.
  • Angabe unter „weitere Werbungskosten“ in Anlage N.
  • Sachversicherungen können in der Regel nicht abgesetzt werden.
  • Es gibt bei Sachversicherungen Ausnahmen und Sonderregelungen für bestimmte Fälle.

Tatsächlich können Sie eine Vielzahl von Versicherungen absetzen, insbesondere Vorsorgeaufwendungen und beruflich bedingte Versicherungen. Welche andere Versicherung Sie absetzen können, ist steuerlich oft weniger eindeutig, insbesondere hinsichtlich Sachversicherungen. Hierbei gilt es im Einzelfall genau abzuwägen, in welcher Anlage der Steuererklärung welche Angaben gemacht werden.

Vorsorgeaufwendungen: Gesundheitsvorsorge, Altersvorsorge und Einkommensabsicherung

Bei Versicherungen, die Vorsorgeaufwendungen betreffen, wird grob in Altersvorsorge-Aufwendungen und sonstige Aufwendungen unterschieden. Die Altersvorsorge umfasst im Wesentlichen die Beiträge zur Rentenversicherung, wobei dies sowohl für gesetzliche wie auch private Versicherungen gilt.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen sind ein vielseitiges Gebiet, das unter anderem Ihre Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung beinhaltet. Aber auch Unfallversicherungen, Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Risiko- und Kapitallebensversicherungen sowie verschiedene Haftpflichtversicherungen gehören zu dieser Kategorie.

Diese Versicherungskategorien werden zu einem großen Teil in der Anlage „Vorsorgeaufwendungen“ in der Einkommenssteuererklärung angegeben. So können Sie von Ihnen gezahlte Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung in Zeile 46 dieser Anlage geltend machen.

Versicherungsprämien, die Sie an die Erwerbsunfähigkeitsversicherung geleistet haben, tragen Sie in die Zeile 49 der gleichen Anlage ein.

Die Angabe der Beiträge zur Haftpflichtversicherung erfolgt in Zeile 50 der Anlage. Dies bezieht sich auf verschiedene Formen der Haftpflichtversicherung, beispielsweise die private Haftpflicht.

Was die Beiträge zur privaten Unfallversicherung betrifft, gilt es zu berücksichtigen, dass diese anteilig auch als Werbungskosten geltend gemacht werden können, sofern sie auch der Absicherung von Berufsrisiken dienen. Auch Beiträge zur privaten Unfallversicherung werden in Zeile 50 der Anlage „Vorsorgeaufwendungen“ eingetragen.

Ebenso in Zeile 50 werden Ihre möglichen Beiträge zu einer Risikolebensversicherung eingetragen.

Prämien für eine Kapitallebensversicherung sind in Zeile 51 einzutragen. Nehmen Sie hierbei zur Kenntnis, dass es an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, wenn Sie solche Versicherungen absetzen möchten. So etwa muss eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren vorliegen und die erste Beitragszahlung vor dem Jahr 2005 erfolgt sein.

Die Anlage „AV“ ist für Sie interessant, wenn Sie einen Riester-Vertrag haben. In diesem Falle ist die Anlage vollständig auszufüllen. Hierbei ist die Beitragssumme in der Zeile 8 einzutragen. Über die Höhe dieses Betrages gibt die Bescheinigung Ihres Riester-Anbieters Auskunft.

Beruflich bedingte Versicherungen absetzen

Beruflich bedingte Versicherungen fallen grundsätzlich unter die steuerlich absetzbaren Versicherungen. Im Allgemeinen sind solche Ausgaben als Werbungskosten geltend zu machen. Zu den beruflich bedingten Versicherungen gehören etwa die Berufshaftpflichtversicherung sowie die Berufsrechtsschutzversicherung.

Was Unfallversicherungen betrifft, die auch berufliche Risiken berücksichtigen, so sind diese zu einer Hälfte als Werbungskosten absetzbar. Zur anderen Hälfte sind diese Versicherungszahlungen als Vorsorgeaufwand im privaten Bereich zu berücksichtigen. Einzutragen sind diese Versicherungsbeiträge in der Anlage N in der Kategorie „weitere Werbungskosten“ auf der Seite 2 ab der Zeile 46.

Allgemein erfasst die Anlage N die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit sowie die Werbungskosten. Werbungskosten können von Ihren Einkünften abgezogen werden, so dass ein geringerer Anteil Ihrer Einkünfte besteuert wird. Beachten Sie, dass für Werbungskosten ein Arbeitnehmer-Pauschalbetrag vorliegt. Dieser beträgt derzeit 1000 Euro. Sollten Ihre Werbungskosten unterhalb dieser Grenze liegen, so ist es nicht lohnenswert, diese hier einzutragen.

Sachversicherungen und ihre Sonderregelungen

Unklarheit herrscht oftmals im Hinblick auf die Absetzbarkeit von Sachversicherungen. Versicherungsleistungen, die nicht der Vorsorge beziehungsweise der Gewährleistung der Gesundheit und der Sicherung des Vermögens dienen, sind im Allgemeinen nicht absetzbar. Somit sind Sachversicherungen in der Regel nicht geltend zu machen.

Was etwa eine Hausratversicherung betrifft, so können Sie diese Art von Versicherung nicht absetzen. Hierbei sind jedoch Sonderregelungen und Ausnahmen zu berücksichtigen. In Bezug auf die Hausratversicherung kann diese beispielsweise zu den Werbungskosten gezählt werden, sofern ein Arbeitszimmer beruflich genutzt wird. Dies ist an eine Reihe von Bedingungen und Kriterien geknüpft.

Eine Rechtsschutzversicherung kann ebenso gegebenenfalls anteilig zu den Werbungskosten gezählt werden, sofern Sie in der Police die Komponente Arbeitsrechtsschutz gewählt haben. In diesem Fall sind nur die Kosten für genau diesen Baustein der Versicherung absetzbar.

Unklar ist oftmals die steuerliche Behandlung der Kfz-Versicherung. Zwar ist die Kfz-Haftpflicht grundsätzlich eine Sachversicherung. Allerdings gehört sie gleichzeitig, wie andere Haftpflichtversicherungen auch, zu den Vorsorgeaufwendungen. Damit ist sie auch geltend zu machen. Im Gegensatz hierzu zählt eine Kasko-Versicherung als reine Sachversicherung nicht zu den Vorsorgeaufwendungen und ist daher nicht absetzbar.

Headerbild: ©iStock/wutwhanfoto

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