Oft unterschätzt: Lücken im gesetzlichen Krankentagegeld

0
362
Krankentagegeld

Ob Autounfall, ein komplizierter Bruch oder eine schwere Krankheit – bei Erkrankungen dieser Art fallen Sie als Arbeitnehmer oftmals lange aus. Sechs Wochen lang erhalten Sie dann trotzdem im Rahmen der Lohnfortzahlung Ihr normales Gehalt. Nach Ablauf dieser sechs Wochen springt die gesetzliche Krankenkasse (GKV) ein und zahlt Ihnen Krankentagegeld. Was sich auf dem Papier erst einmal gut anhört, entpuppt sich im Endeffekt dann aber als ein oftmals massiver Verdienstausfall. Denn das Krankentagegeld kompensiert diesen nicht. Diese Lücke beim gesetzlichen Krankentagegeld können Sie aber durch einen zusätzlichen Versicherungsschutz schließen. Als Alternativen stehen hier die so bezeichneten Wahltarife der GKV und die entsprechenden Tarife der privaten Versicherer zur Verfügung.

Auf einen Blick – die wichtigsten Infos:

  • Sind Sie länger als sechs Wochen krankgeschrieben, endet die Lohnfortzahlung.
  • Das Krankengeld von der GKV fällt deutlich geringer als Ihr normales Gehalt aus.
  • Krankengeld erhalten Sie bis zu 78 Wochen wegen desselben Leidens.
  • Wahltarife der GKV schmälern den Lohnausfall.
  • Bei den privaten Versicherern können Sie das Krankentagegeld bedarfsgerecht vereinbaren.

Verdienstausfall nach Ende der Lohnfortzahlung ist vorprogrammiert

Kommt es zu einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit führt dies nach Ende der Lohnfortzahlung zu einem Verdienstausfall bei Angestellten bzw. Arbeitnehmern. Zwar soll das Krankengeld in solchen Fällen das Gehalt von Arbeitnehmern ersetzen, aber in der Praxis stellt sich dies oftmals ganz anders dar. Denn die Statuten der gesetzlichen Krankenkassen sehen lediglich Auszahlungen in begrenzter Höhe vor; zudem gibt es zeitliche Beschränkungen. So ist im § 47 SGB V festgelegt, dass ein Angestellter einen Anspruch auf Krankengeld in Höhe von 70 Prozent seines regelmäßigen Arbeitsentgelts hat. Allerdings darf das ausgezahlte Krankengeld nicht die Höhe von 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts überschreiten. Das bedeutet, dass diesbezüglich grundsätzlich der niedrigere Wert zählt. Entsprechende Einbußen gegenüber dem normalem Gehalt sind also bei langwieriger Krankheit vorprogrammiert.

Zahlreiche Abzüge schmälern das Krankentagegeld

Das ist aber noch nicht alles. Die Beitragsbemessungsgrenze stellt zudem prinzipiell die maximale Berechnungsgrundlage dar. Wenn Sie also ein Gehalt erzielen, das über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, trifft es Sie richtig hart. Außerdem ziehen die gesetzlichen Krankenversicherungen die anfallenden Beiträge für Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung direkt vom Krankengeld ab. Dies schmälert das Krankentagegeld zusätzlich und sorgt dementsprechend für einen hohen Verdienstausfall. Und der ist nicht ohne.

So erhält ein kinderloser Arbeitnehmer mit rund 1.880 Euro Nettoeinkommen (3.000 Euro Brutto) gemäß der Berechnungsgrundlagen und der Abzüge für Sozialabgaben gerade einmal rund 49,50 Euro pro Tag an Krankengeld. Auf den Monat gerechnet fehlen diesem Arbeitgeber dann rund 400 Euro im Hinblick auf seinen Monatslohn von rund 1.880 Euro. Werden hier nur die 70 Prozent vom Bruttogehalt als Maßstab genommen, käme er immerhin auf einen Tagessatz von 77 Euro.

Wahltarife der gesetzlichen Krankenkassen als zusätzlicher Schutz

Als gesetzlich Versicherter können Sie bei Ihrer Krankenkasse die entstandene Lücke mit so bezeichneten Wahltarifen absichern. Diese werden von den jeweiligen Kooperationspartnern der Krankenkassen angeboten. Aber: Im Vergleich mit den Tarifen bzw. Konditionen der privaten Versicherungen fehlen dabei oftmals bestimmte Leistungen. So erhalten Sie häufig keine Leistungen für die Folgen von Alkoholmissbrauch oder auch nicht für Kur- und Rehabilitationsaufenthalte. Zudem müssen Sie in der Regel eine 3-jährige Bindung an den von Ihnen gewünschten Wahltarif akzeptieren. Wechseln Sie innerhalb dieser Zeit dann die Krankenkasse, geht dieser zusätzliche Schutz verloren. Wenn Sie auch bei Ihrer neuen Krankenkasse dann wieder einen entsprechenden Wahltarif vereinbaren, kommt es zur erneuten Gesundheitsprüfung und Prämienberechnung. In zahlreichen Fällen führt dies zu einer höheren Prämie als zuvor.

Sätze für Krankentagegeld explizit miteinander vergleichen

Das Krankentagegeld fest im Blick haben sollten Sie aber auch dann, wenn Sie eine private Zusatzversicherung abschließen. Die Leistungsdichte ist zwar oftmals höher als bei den zuvor skizzierten Wahltarifen, dennoch aber ist auch hier das Krankentagegeld teilweise weitaus zu niedrig angesetzt. Hier hilft Ihnen ein umfassender Vergleich der jeweiligen Angebote bzw. Tarife, wenn Sie einen spürbaren Verdienstausfall nicht in Kauf nehmen möchten. Auf diesem Wege können Sie dann genau den Tarif identifizieren, der Ihnen ein Krankentagegeld sichert, das den Verdienstausfall reduziert, wenn nicht sogar minimiert.

Headerbild: ©iStock/monkeybusinessimages

Oft unterschätzt: Lücken im gesetzlichen Krankentagegeld 3.00/5 (60.00%) 1 Stimme(n)
Kostenlosen Vergleich anfordern

Keine Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel