Schutz für Freiberufler: Dread Disease Policen

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Dread Disease Policen für Freiberufler - finanzvergleich100

Dread Disease Versicherungen werden in Deutschland bisher nur von wenigen Versicherungsgesellschaften angeboten. Der Versicherungsschutz greift bei Krebs und anderen schweren Erkrankungen, die zuvor vertraglich festgehalten wurden. Die Versicherungsgesellschaften wenden sich damit insbesondere an Selbstständige und Freiberufler.

Auf einen Blick – die wichtigsten Infos

  • Sie erhalten bei Krebs und anderen schweren Krankheiten eine Einmalsumme.
  • Art und Anzahl der versicherten Erkrankungen werden vorab festgelegt.
  • Eventuell gibt es Wartefristen und Karenzzeiten im Versicherungsfall.
  • Nach deren Ablauf erhalten Sie die Versicherungssumme ohne Auflagen für die Verwendung.

Dread Diseases sind schwere – „gefürchtete“ – Erkrankungen, durch die Betroffene ihre Arbeitsfähigkeit oft vollständig verlieren. Die erste Dread Disease Police wurde Anfang der 1980er Jahre in Südafrika entwickelt, im angelsächsischen Raum fand diese Versicherungsform danach schnell Verbreitung. Ihre ursprüngliche Intention bestand darin, in Ländern ohne umfassenden Sozialversicherungsschutz die Behandlungskosten für schwere Erkrankungen zu finanzieren. In Deutschland werden Dread Disease Policen bisher nur von wenigen Versicherungsgesellschaften angeboten.

Wie funktioniert eine Dread Disease Police?

Alle Dread Disease Policen funktionieren nach dem gleichen Grundprinzip: Versicherungsschutz gibt es nur für Krankheiten, die im Versicherungsvertrag ausdrücklich festgehalten sind. Die in Frage kommenden Erkrankungen werden durch den Versicherer definiert. Bei Premiumangeboten der Dread Disease Versicherung sind die Versicherung von über 50 Krankheitsbildern und die kostenlose Mitversicherung von Kindern möglich. Andere Anbieter arbeiten mit einer deutlich kleineren Krankheitsliste und bieten ausschließlich individuelle Versicherungspolicen an. Ebenso wie für andere Lebensversicherungen müssen Sie für eine Dread Disease Police eine medizinische Risikoprüfung absolvieren.

Wenn Sie eine solche Police abgeschlossen haben und mit einer Erkrankung konfrontiert sind, die versichert ist, erhalten Sie die vereinbarte Versicherungssumme als Einmalzahlung. Anders als eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung begründet eine Dread Disease Police keine monatliche Rente.

Zum Teil gelten bis zum Beginn der Versicherung Wartefristen. Beispielsweise sind Krebserkrankungen erst sechs Monate nach Vertragsabschluss versichert. Zwischen dem Eintritt des Versicherungsfalles durch die Diagnosestellung und der Auszahlung des Vertrages liegt eine durch den Versicherer festgelegte Karenzzeit. Falls ein Versicherter in dieser Zeit verstirbt, haben seine Erben keinen Anspruch auf die Zahlung. Skeletterkrankungen und psychische Leiden können derzeit bei keinem Anbieter mitversichert werden.

Warum sind Dread Disease Policen für Freiberufler interessant?

Eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung auf Basis einer monatlichen Rente deckt in der Regel nur die laufenden Lebenshaltungskosten ab. Den Bedürfnissen von Freiberuflern kommt dieses Vorsorgemodell damit nur bedingt entgegen. Bei einer Dread Disease Police werden Sie und Ihr Versicherer normalerweise mit einer Versicherungssumme von einigen zehntausend Euro kalkulieren, die übrigens finanziell erschwinglich sind: Für eine Auszahlung von 50.000 Euro werden in einem Premiumtarif etwa 50 Euro Monatsbeitrag fällig. Eine umfassende Beratung hilft Ihnen, den optimalen Tarif zu finden.

Als Freiberufler verfügen Sie mit der Absicherung durch eine Dread Disease Police über finanzielle Mittel, um die Grundlagen Ihrer beruflichen Tätigkeit vorerst aufrechtzuerhalten, Ihren krankheitsbedingten Ausfall durch personelle Maßnahmen zu kompensieren, Geschäftsdarlehen vorzeitig zu tilgen oder eine Geschäftsübergabe vorzubereiten. Durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung allein sind solche Anforderungen nicht zu stemmen.

Kombi-Pakete – eine optimale Lösung

Insgesamt sind für Freiberufler mit einer Dread Disease Police viele Vorteile verbunden.
Generell gilt: Im Hinblick auf die Verwendung der Versicherungssumme sind Sie völlig frei, auch die Dauer Ihrer Erkrankung spielt dafür keine Rolle. Ausschlaggebend ist die Diagnose, die einen Versicherungsfall begründet. Selbst wenn Ihnen durch die Krankheit aufgrund einer schnellen Genesung keine größeren Verdienstausfälle entstehen, haben Sie Anspruch auf die Zahlung. Auch Raum für Auseinandersetzungen mit der Versicherungsgesellschaft gibt es durch die exakte Definition der versicherten Krankheitsbilder kaum. Hinzu kommt, dass viele Antragsteller, für die eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wegen bestehender Risiken nicht in Frage kommt, trotzdem eine Dread Disease Versicherung erhalten können.

Für Ihre finanzielle Absicherung bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit reicht eine solche Versicherung allerdings nicht aus. Optimal ist daher, wenn Sie sich für ein Kombi-Paket entscheiden. Mögliche, für Freiberufler interessante Varianten sind Kombinationen, die neben einer Dread Disease Police eine Berufsunfähigkeitsversicherung und/oder eine Risikolebensversicherung enthalten.

©iStock/KatarzynaBialasiewicz

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