Club eröffnen: Voraussetzungen und Tipps

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Club eröffnen: das sollten Sie beachten - Finanzvergleich100

Wenn Sie einen eigenen Club eröffnen möchten, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen und Restriktionen beachten. Abgesehen davon, dass das Eröffnen eines Clubs natürlich mit gewissen unternehmerischen Risiken verknüpft ist, müssen besondere Gesetze Beachtung finden – ansonsten kann die Gewerbeaufsicht das Etablissement ganz schnell wieder schließen.

Sie sollten sich also hinsichtlich der benötigten Genehmigungen und zu erfüllenden Auflagen informieren, bevor Sie die Eröffnung ins Auge fassen. Außerdem sollten Sie sich gut versichern, damit keine hohen finanziellen Risiken drohen.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Gebäude muss hinsichtlich Standort und Räumlichkeiten alle Voraussetzungen erfüllen
  • Anmeldung bei der GEMA notwendig
  • Schanklizenz wird benötigt
  • Finanzierungsbedarf erstreckt sich auf mindestens 100.000 Euro
  • notwendige Versicherungen unverzichtbar

Zunächst sollten Sie berücksichtigen, dass das für den Club angedachte Gebäude in einem Stadtteil verordnet sein muss, in welchem überhaupt eine Nutzung als Club zulässig ist – in Wohngebieten wird dies üblicherweise nicht der Fall sein, hier geht der Lärmschutz der Anwohner vor. Außerdem müssen entsprechende Rettungswege und für die Gäste ausreichende Toiletten vorhanden sein. Die Anzahl der benötigten Toiletten richtet sich nach der Fläche des Clubs.

Erlaubnis nach dem Gaststättengesetz benötigt

Darüber hinaus wird eine Erlaubnis nach dem Gaststättengesetz benötigt, die automatisch notwendig wird, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Umgangssprachlich für diese Erlaubnis häufig auch Schanklizenz genannt. Um eine solche Lizenz zu erhalten, muss beim Ordnungsamt eine entsprechende Beantragung erfolgen.

Hierfür müssen Sie ein Führungszeugnis vorlegen, einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes und ein Dokument, welches die Unterrichtung über lebensmittelrechtliche Vorschriften beweist. Zudem muss das Gebäude, wie bereits erwähnt, als Räumlichkeit für den Betrieb einer Gaststätte geeignet sein.

Sperrzeiten und Feiertagsregeln

Weiterhin müssen Verordnungen hinsichtlich möglicher Sperrzeiten und Feiertagsgesetze berücksichtigt werden. Innerhalb dieser Sperrzeit ist es nicht zulässig, dass sich Gäste in dem Club befinden. Hier ist es allerdings so, dass die Städte oder Landkreise eigene Verordnungen erstellen; die entsprechenden Regelungen können also deutlich voneinander abweichen.

Dasselbe gilt für die Kontrollen, die je nach Region auch ganz unterschiedlich gehandhabt werden. Sofern Sie das Club Eröffnungen bereits erfolgreich gemeistert haben, müssen noch einige Verbote nach dem Gaststättengesetz beachtet werden. So ist es Ihnen beispielsweise untersagt, keine alkoholfreien Getränke anzubieten oder alkoholische Getränke an Personen zu verkaufen, die bereits stark alkoholisiert sind.

Anmeldung bei der GEMA

Wenn Sie einen Club eröffnen möchten, kann natürlich auf Musik nicht verzichtet werden. Unabhängig von der Frage, ob Live-Bands auftreten, ein DJ für die Beschallung sorgt oder die Musik ganz einfach von einer Playlist abgespielt wird: Eine Genehmigung der GEMA wird in jedem Fall benötigt. Die Höhe der zu entrichtenden GEMA-Gebühren hängt dabei sowohl von der Veranstaltungsfläche wie auch vom Eintrittsgeld ab. Je teurer der Eintritt, desto höher auch die GEMA-Gebühren.

Möglichkeiten der Finanzierung

Doch auch wenn es hinsichtlich der Genehmigungen durchaus einiges zu beachten gibt, stellt vor allem die Finanzierung viele Neugründer vor Herausforderungen. Wer einen Club eröffnen möchte, benötigt mindestens eine fünfstellige Summe. Sofern entsprechendes Eigenkapital nicht in ausreichender Höhe vorhanden ist, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sich das notwendige Geld zu beschaffen.

Zum einen gewähren Lieferanten Kredite, die allerdings eine vertragliche Bindung über einen gewissen Zeitraum erfordern. Diese Kredite können durchaus einige 10.000 Euro umfassen und dabei helfen, eine Renovierung vorzunehmen. Der klassische Bankenkredit ist natürlich prinzipiell auch eine Möglichkeit – auch wenn diese Ihnen nicht unbedingt in jedem Fall zur Verfügung stehen dürfte. Aufgrund der vergleichsweise hohen Wahrscheinlichkeit, dass es nicht zu einer Tilgung des Kredites kommt, werden viele Banken bei einem Club eröffnen kein Darlehen gewähren. Falls Sie Geschäftspartner oder Ihre Familie bei einer Kreditaufnahme absichern möchten, kann dies über eine Risikolebensversicherung geschehen.

Sofern Sie entsprechende Sicherheiten vorzuweisen haben, besteht natürlich auch eine Aussicht auf den Geschäftskredit. In jedem Fall wird ein Businessplan benötigt, der dem Bankberater konkret darlegt, mit welchem Geschäftskonzept welche Umsätze erzielt werden sollen. Wichtig ist dabei eine umfangreiche Marktanalyse, die zeigt, dass Sie sich auch hinsichtlich des Wettbewerbs mit dem Thema Club eröffnen auseinandergesetzt haben.

Auf Versicherungsschutz keinesfalls verzichten

Weiterhin sollten Sie sich natürlich um den notwendigen Versicherungsschutz kümmern. Als Unternehmer sind Sie für Ihre Krankenversicherung selbst verantwortlich. In Hinblick auf das Club eröffnen wird zudem auch noch eine Betriebshaftpflichtversicherung benötigt. Kommt es zu einem Schaden, für den Sie haften müssen, müsste dies sonst aus dem privaten Vermögen bezahlt werden. Da wegen des Risikos nicht alle klassischen Versicherungen auch Clubs abdecken, lohnt es sich, Informationen zu einer speziellen Discothekenversicherung einzuholen.

Headerbild: ©iStock/oneinchpunch

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