Beim Arbeitgeberwechsel Direktversicherung mitnehmen – aber wie?

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Beim Arbeitgeberwechsel Direktversicherung mitnehmen - Finanzvergleich100

Bei Arbeitgeberwechsel Direktversicherung mitnehmen – wie genau klappt das und was muss man beachten? In der betrieblichen Altersvorsorge wird die Direktversicherung von vielen Arbeitgebern bevorzugt, da sie recht unkompliziert ist: Sie kann sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber oder von beiden Parteien gemeinsam finanziert werden. Zudem reduziert sie die Sozialabgaben und Lohnsteuern und verspricht so auch angesichts der schrumpfenden Renditen noch ein ansprechendes Ergebnis. Was passiert aber beim Arbeitgeberwechsel mit dem bisherigen Vertrag?

Auf einen Blick – die wichtigsten Infos

  • >Die betriebliche Altersversorgung spart Lohnsteuer und Sozialabgaben.
  • Alle ab 2005 abgeschlossenen Direktversicherungen lassen sich grundsätzlich übertragen.
  • Bei Mitnahme ist mit Kosten zu rechnen, die im Vorfeld abzuwägen sind.

Beim Jobwechsel ist allerdings einiges zu beachten – auch wenn der Gesetzgeber für alle ab 2005 abgeschlossenen Verträge deutliche Erleichterungen eingeräumt hat.

Beim Arbeitgeberwechsel Direktversicherung einfach mitnehmen?

Grundsätzlich sind alle vom Arbeitnehmer seit 2005 per Entgeltumwandlung finanzierten Direktversicherungen portabel, also auf das neue Unternehmen übertragbar. Beim Arbeitgeberwechsel Direktversicherung mitzunehmen ist also per se möglich. ABER: Jeder Arbeitgeber kann selbst bestimmen, in welcher Form und bei welchem Anbieter er die betriebliche Altersversorgung realisiert. Der gesetzliche Anspruch auf Entgeltumwandlung bezieht sich nur darauf, dass Ihnen mindestens eine Direktversicherung zusteht.

Pflegt nun Ihr neuer Arbeitgeber die Zusammenarbeit mit einem anderen Versicherer, ist er nicht verpflichtet, in Ihre bisherige Direktversicherung einzusteigen. Das wäre natürlich die optimale Konstellation: Das Unternehmen wird neuer Versicherungsnehmer, übernimmt die Konditionen und wickelt die Beitragszahlung ab. Für Sie würde sich gar nichts ändern.

Grundsätzlich können Sie aber das bereits angesparte Kapital in einen neuen Vertrag übertragen lassen, um die Verluste zu minimieren. Denn Abstriche werden Sie hinnehmen müssen, da die neue Direktversicherung wiederum Provisionen für den Vermittler vorsieht. Die Belastungen müssen verteilt werden, sodass Sie schnellstmöglich einen Rückkaufswert im Vertrag ansparen. Bei einem Arbeitgeberwechsel wird die Direktversicherung aber neu abgeschlossen, sodass Sie im Prinzip von vorne beginnen.

Häufiger Arbeitgeberwechsel – Direktversicherung wird zum Verlustgeschäft

Vor einer Entscheidung, sollten Sie zunächst alle Möglichkeiten prüfen: Fordern Sie rechtzeitig eine Berechnung des zur Übertragung zur Verfügung stehenden Kapitals an. Berechnet Ihnen der bisherige Versicherer eine Stornogebühr, schmälert dies Ihr Guthaben nämlich nochmals. Vor allem bei mehrmaligen Jobwechseln summieren sich so die Kosten auf ein unerträgliches Maß.

Ihr bisheriger Arbeitgeber muss Sie im Übrigen auf alle Risiken in Bezug auf die Übertragung zum nächsten Arbeitgeber hinweisen – und überlässt diese Aufgabe regelmäßig einem Makler oder BAV-Spezialisten des Versicherungsunternehmens. Hier kann sich ein Haftungspotenzial eröffnen, sollten Sie übermäßige Verluste realisiert haben und darüber nicht informiert worden sein.

Nicht zu vernachlässigen ist die Schlechterstellung in Bezug auf den Garantiezins: Konnten Sie mit den alten Direktversicherungen noch deutlich höhere Zinserträge in der festverzinslichen Anlage generieren, werden diese im kommenden Jahr für den Garantiezins unter ein Prozent fallen. Wägen Sie daher die Vor- und Nachteile der Übertragung auf den neuen Arbeitgeber kritisch ab.

Alternativen zur Übertragung der Direktversicherung

Eine erste Überlegung sollten Sie der Beitragsfreistellung des alten Vertrages widmen: Das angesammelte Guthaben würde sich weiter verzinsen und zum vorgesehenen Ablauf ausgezahlt werden. Lassen Sie sich eine entsprechende Hochrechnung erstellen, die natürlich nur eine Prognose sein kann. Parallel dazu soll Ihnen der neue Arbeitgeber Vorschläge mit und ohne Kapitalübertragung von seinem Versicherer unterbreiten lassen. Stellen Sie nun diese beiden Verträge den Ergebnissen einer Übertragung des Kapitals gegenüber – so erhalten Sie eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

Lässt sich nicht absehen, ob Sie für längere Zeit im neuen Unternehmen bleiben werden, können Sie Ihre alte Direktversicherung auch privat weiterführen: Sie vereinbaren mit der Versicherung, als neuer Versicherungsnehmer in den Vertrag aufgenommen zu werden. So können Sie zwar nicht mehr von der Sozialabgaben- und Lohnsteuerersparnis profitieren, aber Ihr Guthaben wird auch nicht durch hohe Kosten geschrumpft.

Headerbild: ©iStock/demaerre

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