Cyber-Policen: Versicherungsschutz im World Wide Web

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Laut einer Studie von Hiscox und des Marktforschungsinstitutes Forrester Consulting haben deutsche Unternehmen eher schlecht dabei abgeschnitten, wenn es um präventive Maßnahmen gegen Cyber-Kriminalität geht.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Deutsche Unternehmen ungenügend gegen Cyber-Risiken abgesichert
  • Cyber-Versicherungen bieten der Versicherungsbranche neue Wachstumschancen.
  • Basisschutz für kleine und mittlere Unternehmen bereits vorhanden.

Cyber-Kriminalität: Hoher Nachholbedarf bei deutschen Unternehmen

Rund 62 Prozent aller befragten Unternehmen gelten laut Hiscox als „Cyber-Anfänger“, deren Vorbereitungen nur unzureichend sind. Hinzu kommt ein deutlicher Mangel an Experten, die hierzulande gerade einmal 20 Prozent ausmachen. Zum Vergleich: In den USA sind es 44 Prozent, in Großbritannien immerhin noch 26 Prozent. Im Idealfall sind Cyber-Risiken und IT-Security ein Thema, mit dem sich das Top-Management befasst und zu dem eine klare Strategie existiert.

Laut Hiscox müsse der Fokus auf zeitgemäßen Prozessen und Richtlinien sowie auf laufenden Investitionen in die IT-Sicherheit liegen. Darüber hinaus bedarf es einer Schulung der Mitarbeiter zu Cyber-Risiken und eines speziellen Versicherungsschutzes gegen die Folgen von Cyber-Kriminalität. Viele Unternehmen gehen nach wie vor davon aus, dass die Schäden, die dadurch entstehen können, von der Gewerbeversicherung getragen werden. Das ist jedoch in aller Regel nicht der Fall, weswegen es gerade hier dringender Aufklärung bedarf.

Cyber-Versicherung verspricht Abhilfe

Hacker-Angriffe können Unternehmen empfindlich treffen und zu schwerwiegenden finanziellen Verlusten, peinlichen Situationen oder rechtlichen Folgen führen. Versicherer haben bereits darauf reagiert und entsprechende Policen auf den Markt gebracht. Dadurch hat sich eine neue Sparte gebildet, die viele Experten im Hinblick auf Wachstum für besonders chancenreich halten. Hinzu kommt eine neue Meldepflicht vonseiten der EU, nach der Unternehmen Cyber-Angriffe den Aufsichtsbehörden und den betroffenen Personen melden müssen.

Noch fehlen die Erfahrungswerte

Die neue Cyber-Versicherung stellt Versicherer allerdings auch vor Probleme. Denn wie mit allem, was neu ist, fehlen auch hier die Erfahrungen. Hinzu kommt, dass kriminelle Hacker Tag für Tag neue Angriffsziele entdecken, wodurch sich die Anzahl der möglichen Risiken kaum eingrenzen lässt. Sowohl Unternehmen als auch Versicherer können der Entwicklung der Cyber-Kriminalität nur ständig hinterherlaufen und nur reagieren, wo man in anderen Bereichen agieren würde.

Dennoch war es den Versicherern möglich, eine Art Muster-Cyber-Police zu erarbeiten, die sich in erster Linie an die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen richtet. Der Versicherungsschutz umfasst Datendiebstahl, auf Cyber-Attacken basierende Betriebsunterbrechungen sowie die Kosten, die für den Einsatz von IT-Forensikern und im Zuge eines Krisenmanagements entstehen.

Die fehlenden Erfahrungswerte müssen trotzdem teuer eingekauft werden. In den entsprechenden Teams finden sich kaum noch Versicherungsfachangestellte, sondern vielmehr IT-Spezialisten, deren Leistungen händeringend gesucht werden. Dennoch wagen die Versicherer diesen Schritt aus gutem Grund: In anderen, bereits etablierten Märkten stagniert das Wachstum teilweise bereits seit Jahren. Das betrifft vor allem die Bereiche Leben, Rechtsschutz und Kfz. Hier können Zuwächse in Form von Marktanteilen nur durch deutlich günstigere Konditionen teuer erkauft werden. Nicht umsonst wird Cyber als die derzeit wichtigste neue Sparte am Markt bezeichnet.

Titelbild: (c) Thinkstock/Cybrain

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