Mehr Rechte für Bauherren: Absicherung von Bauleistungen weiterhin sinnvoll

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Gesetzesreform: Bauleistungen sollten weiterhin abgesichert werden - Finanzvergleich100

Reform des Bauvertragsrechts stärkt Rechte von Bauherren: Begrenzung von Abschlagszahlungen, Kostenbefreiung bei Fristüberschreitung, Einräumung eines Widerrufsrechts – der Bundesrat hat rund ums Bauen ein Gesetz gebilligt, welches die Rechte von privaten Bauherren gegenüber dem Bauunternehmen stärkt. Erstmals wird hiermit das Bauvertragsrecht, dessen neuen Regelungen zum 1. Januar 2018 in Kraft treten, im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt (BGB). Die Reform des Bauvertragsrechts birgt für die Bauherren allerdings auch gewisse Risiken. Eine Absicherung der Bauleistungen bleibt weiterhin sinnvoll.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Künftig haben Bauherren ein 14-tägiges Widerrufsrecht
  • Kostensteigerungen infolge Missachtung von Fristen gehen zu Lasten der Baufirma
  • Abschlagszahlungen dürfen höchstens 90 Prozent der Gesamtvergütung ausmachen
  • Höhere Verantwortung des Bauherrn macht den Abschluss einer Bauleistungsversicherung erforderlich

Änderungen des Bauvertragsrechts im Überblick

Anhand des neuen Bauvertragsrechts sollen Unternehmen noch stärker in die Pflicht genommen werden. Durch dessen Aufnahme ins BGB kann sich die Baufirma nicht länger auf das allgemeine Werkvertragsrecht berufen. Konkret werden ab dem kommenden Jahr folgende Regelungen gültig:

Abschlagszahlung und Bauunterlagen

Höchstens 90 Prozent der vereinbarten Gesamtvergütung dürfen Bauunternehmen künftig als Abschlagszahlung verlangen. Die Differenz wird erst nach Abnahme fällig. Hierdurch soll die Gefahr einer Überzahlung gemindert werden. Darüber hinaus ist die Firma gehalten, die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften anhand von Unterlagen nachzuweisen. Diese Unterlagen, zu denen beispielsweise Nachweise zur Energieeinsparverordnung (EnEV) oder Genehmigungsplanungen gehören, sind an den Bauherren auszuhändigen.

Verbindliche Bauzeit festlegen

Bauunternehmen sind in Zukunft dazu verpflichtet, einen verbindlichen Termin für die Fertigstellung der Immobilie zu nennen. Entstehen infolge Verzögerungen zusätzliche Kosten, muss die Firma Schadenersatz leisten. Hierdurch erlangt der Bauherr Vertragssicherheit.

Baubeschreibung erforderlich

Die Baufirma muss künftig Stellung zu der Frage beziehen, was und wie gebaut wird. Zu diesem Zweck ist dem Bauherrn eine detaillierte Baubeschreibung zu überreichen, aus der sich einzelne Materialien sowie Leistungen ergeben. Ferner müssen hierin Grundrisse, Pläne mit Flächen- und Raumangaben, Gebäudedaten wie auch Angaben zur Beschreibung der Baukonstruktion sämtlicher wesentlicher Gewerke aufgeführt werden. Für Bauherren bietet diese neue Regelung den Vorteil, dass sie Angebote nun leichter miteinander vergleichen können.

Einführung des Widerrufsrechts

Das Widerrufsrecht, das für den Großteil der Kaufverträge längst gängige Praxis ist, wird auch in Bauverträgen zur Pflicht. Demnach können Bauherren den Hausbauvertrag innerhalb einer Frist von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Über dieses Widerrufsrecht muss das Bauunternehmen seine Kunden belehren. Verstößt die Firma gegen diese Vorschrift, erlischt das Widerrufsrecht erst 12 Monate nach Abschluss des Vertrags.

Was Bauherren beachten sollten

Auch wenn die Reform des Bauvertragsrechts für Verbraucher mit zahlreichen Vorteilen verbunden ist, sollten Bauherren Vorsicht walten lassen. Schließlich haben diese die Verantwortung für die Planung ihres Wohnraums inne. Durch entsprechende Vereinbarungen lässt sich diese zwar auf Baufirma oder Architekt übertragen.

Um jedes hiermit verbundene Risiko an Dritte abgeben zu können, sollte die Vereinbarung allerdings lückenlos sein. Dies kann sich jedoch als schwierig erweisen, da viele Bauherren als Laien erfahrenen Bauprofis gegenüberstehen. Tragen Bauleistungen einen Schaden davon, kann sich dies für den Bauherrn angesichts der hohen Geldwerte als äußerst kostspielig erweisen.

Absicherung von Bauleistungen weiterhin sinnvoll

Je nach Baufortschritt können sich beschädigte oder zerstörte Bauleistungen auch als existenzbedrohend erweisen. Genau aus diesem Grund rät der Eigentümerverband Haus & Grund Bauherren dazu, sich gegen derartige Risiken abzusichern – etwa durch den Abschluss einer Bauleistungsversicherung. Diese leistet Entschädigung für Schäden an Bauleistungen, die etwa aufgrund Vandalismus, Unwetter oder Materialfehler entstehen. Sichern Sie Ihr Bauprojekt und das hierin investierte Vermögen also besser durch den Abschluss einer Bauleistungsversicherung zuverlässig ab.

Von großer Bedeutung ist auch die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die Schadenersatzansprüche Dritter befriedigt oder abwehrt. Ist das Gebäude abgenommen, kann die Bauleistungsversicherung zugunsten einer Wohngebäudeversicherung erlöschen.

Headerbild: Purestock/Thinkstock

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