Bauherrenhaftpflicht

Herumliegendes Holz, große Baumaschinen und tiefe Gruben – auf einer Baustelle gibt es so einige Gefahrenquellen. Als Bauherr sind Sie dafür verantwortlich, dass auf Ihrer Baustelle niemand zu Schaden kommt. Das bedeutet: Sie müssen Ihre Baustelle ordnungsgemäß absichern.

Tun Sie dies nicht, so spricht man von einer Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. In diesem Fall haften Sie für Schäden unbegrenzt und mit Ihrem ganzen Vermögen. Und das ist nicht alles: Selbst bei einem abgesicherten Bau kann es zu Schäden kommen, für die Sie haftbar sind.

Wenn eine Person auf Ihrer Baustelle ernsthaft verletzt wird, können Schadensersatzansprüche schnell große Summen erreichen. Sie müssen dann nicht nur für die medizinische Behandlung und Pflege aufkommen, sondern gegebenenfalls auch für Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Rente oder Unterhalt.

Diese Bauherrenhaftung bedeutet ein großes finanzielles Risiko – im schlimmsten Fall gefährdet sie sogar Ihre Existenz. Wenn Sie ein Bauprojekt planen, sollten Sie sich darum absichern: Eine Bauherrenhaftpflicht-Versicherung schützt Sie vor Schadensersatzansprüchen und deren finanziellen Folgen.

Die wichtigsten Punkte zur Bauherrenhaftpflicht-versicherung auf einen Blick:

  • Kommt für Schäden bis zur vereinbarten Deckungssumme auf.
  • Schützt den Bauherren auch vor Beginn der eigentlichen Bauphase.
  • Versicherungsschutz besteht bereits beim unbebauten Grundstück.
  • Preiswerter Versicherungsschutz: Prämie wird als Einmalbetrag fällig.

Dennoch lohnt sich ein Anbietervergleich: Die Beiträge variieren trotz ähnlicher Leistungen zum Teil erheblich.

Warum ist eine Bauherrenhaftpflicht-Versicherung nötig?

„Wenn ich jemanden mit meinem Bau beauftragt habe, brauche ich doch keine Versicherung!“ So denken viele Bauherren, die einen Architekten, Bauunternehmer oder Handwerker mit der Baukoordination oder Bauausführung beauftragt haben. Der Gedanke ist grundsätzlich richtig: Auch für Ihre Auftragnehmer gilt die Haftpflicht.

Aber: Dies entbindet Sie als Bauherren nicht von der Haftung. Sie sind weiterhin verantwortlich für die sorgfältige Auswahl Ihrer Bauhelfer und die Gesamtüberwachung des Bauvorhabens. Geschädigte können sich im Zweifel aussuchen, an wen sie sich mit ihrer Schadensersatzforderung wenden – an Sie oder an Ihre Beauftragten. Auch wenn Sie die Bauausführung nicht selbst übernehmen, ist die Bauherrenhaftpflichtversicherung deshalb auf jeden Fall sinnvoll.

Bei kleineren Bauvorhaben kann es aber auch sein, dass Ihre private Haftpflichtversicherung greift. Dies ist möglich bei Umbauten, Sanierungen oder Modernisierungen an bestehenden, eigengenutzten  Gebäuden. Viele Privathaftpflicht-Policen schließen auch die Bauherrenhaftpflicht mit ein, allerdings nur bis zu relativ niedrigen Bausummen. Überprüfen Sie also Ihre Konditionen: Bleibt Ihr Bauvorhaben im Rahmen der versicherten Bausumme, genügt die private Haftpflicht. Anderenfalls ist eine zusätzliche Versicherung dringend zu empfehlen.

Bauherrenhaftpflichtversicherung - Das sollten Sie beachten!

Die Versicherung ersetzt Schäden grundsätzlich bis zur vereinbarten Deckungssumme. Bei vielen Schäden auf Baustellen handelt es sich um Personenschäden. Diese haben besonders hohe Folgelasten und können Sie finanziell sehr schwer belasten.

Darum sollte die Deckungssumme nicht zu niedrig gewählt werden. Die Mindestanforderung liegt bei drei Millionen Euro. Deckungen unter dieser Höhe reichen im Ernstfall womöglich nicht aus. Häufig bieten die Policen aber sogar deutlich höhere Deckungssummen von z.B. fünf, zehn oder gar fünfzehn Millionen Euro.

Die Laufzeit der Bauherrenhaftpflicht-Versicherung ist normalerweise auf zwei bis maximal drei Jahre befristet. Manche Versicherer bieten gegen Aufpreis Laufzeitverlängerungen an, falls sich Ihr Bauvorhaben verzögert. Sobald das Gebäude fertiggestellt ist, erlischt die Versicherung automatisch. Ein anschließender Versicherungsschutz ist zum Beispiel mit einer Privathaftpflicht-Versicherung für selbst genutzte Objekte oder einer Gebäudehaftpflicht-Versicherung für Mietimmobilien möglich.

Folgende zusätzliche Schäden können Sie mit der Bauherrenhaftplicht-Versicherung ebenfalls abdecken – je nach Anbieter mit oder ohne Aufpreis.

Folgende Schäden können Sie zusätzlich absichern:

  • Gewässerschäden durch Schadstoffe aus Behältern auf der Baustelle
  • durch Erschütterungen bewirkte Sachschäden infolge von Rammarbeiten
  • Sachschäden durch allmähliche baustellenbedingte Einwirkung von Temperatur, Feuchtigkeit, Niederschlag, Gasen und Dämpfen

Wichtig: Der Haftpflichtschutz erstreckt sich immer auf Schäden, die Dritte erleiden.

Wenn Sie als Bauherr selbst oder Ihre Familienangehörigen auf der Baustelle verletzt werden, sind Sie durch die Bauherrenhaftpflicht nicht geschützt. Um sich für diesen Fall abzusichern, ist eine Unfallversicherung sinnvoll. Falls in der Bauphase am Bau bzw. auf der Baustelle Sachschäden entstehen, können Sie diese mit einer Bauleistungsversicherung abdecken.

Fallbeispiele: Wann greift die Bauherrenhaftpflicht?

Sie sind eine gewissenhafter Bauherr und sichern Ihre Baustelle ordnungsgemäß ab – trotzdem können Sie sich nicht vollständig vor Schäden schützen, für die Sie haftbar sind.

Gerade durch Stürme oder Unwetter kommt es auch auf abgesicherten Bauplätzen häufig zu Schäden an Dritten. So ist es zum Beispiel möglich, dass durch heftige Windböen ein Kran oder Baugerüst umstürzt. Denkbar ist auch, dass sich ein Fußgänger durch einen spitzen Gegenstand an Ihrer Absperrung verletzt. In solchen Fällen haften Sie als Bauherr, obwohl Sie den Bau gesichert haben. Mit einer guten Bauherrenhaftpflichtversicherung schützen Sie sich auch in diesen Fällen.

Wie finde ich den günstigsten Tarif für mich?

Grundsätzlich gilt: Die Prämienhöhe der Bauherrenhaftpflichtversicherung bemisst sich nach der voraussichtlichen Bausumme und wird als Promillesatz berechnet. Bei der Fertigstellung wird der Betrag dann mit der tatsächlichen Bausumme abgeglichen und gegebenenfalls korrigiert.  Wenn Sie Eigenleistungen am Bau erbringen, müssen Sie in der Regel Zuschläge zahlen. Die Höhe dieser Zuschläge ebenso wie die Höhe der Promillesätze unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter deutlich.

Darum ist es wichtig, dass Sie die verschiedenen Tarife vergleichen – schließlich haben Sie als Bauherr genügend finanzielle Belastungen und wollen kein Geld unnötig aus dem Fenster werfen. Mit der fachlichen Unterstützung eines erfahrenen Finanzexperten aus Ihrer Nähe finden Sie die optimale Police, die Ihnen alles bietet, was Sie brauchen – zum besten Preis.

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Bildquelle Headerbild: Zoonar RF/Zoonar/Thinkstock

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