Versicherungen für Baugewerbe: Wie müssen sie aussehen?

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Bauunternehmen und Bauhandwerker sind bei ihrer Tätigkeit besonderen finanziellen Risiken ausgesetzt, die sich im Falle des Falles existenzbedrohend auswirken können. Nicht umsonst ist die Insolvenzquote im Baugewerbe überdurchschnittlich hoch. Daher besteht umfassender Absicherungsbedarf. Hier erfahren Sie, woran bei der Baugewerbe-Versicherung zu denken ist.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick 

  • Bauhandwerker und -unternehmen sind vielfältigen allgemeinen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt.
  • Gegen die damit verbundenen möglichen finanziellen Schäden ist maßgeschneiderter und umfassender Versicherungsschutz sinnvoll.
  • Betriebshaftpflicht-, Betriebsunterbrechungs-, Inhalts-, Rechtschutzversicherung & Co – die wichtigsten Versicherungen im Überblick.
  • Paketlösungen können Komplettschutz bieten. Mit der richtigenBaugewerbe-Versicherung gelingt die Existenzsicherung.

Baugewerbe – Absicherung bei Haftungsschäden

Bauvorhaben stellen immer Projekte dar, die mit unkalkulierbaren Risiken verbunden sind – nicht nur für Bauherren. Es bedarf dabei nicht einmal unbedingt gigantischer Fehlleistungen wie beim Flughafen BER, auch bei der Errichtung eines normalen Einfamilienhauses können Fehler unterlaufen, die verantwortliche Bauunternehmen in die Pflicht nehmen. Schäden – ob Sach- oder Personenschäden – belaufen sich schnell auf mehrere hunderttausend Euro, nicht selten geht es um Millionensummen.

Auch sonst ist die Bautätigkeit mit vielen Gefahren und Unwägbarkeiten verbunden. Die Bandbreite reicht von der Zerstörung von Baufahrzeugen und Geräten bis hin zur Inanspruchnahme für Gewährleistungen und rechtlichen Auseinandersetzungen mit Subunternehmern. Es besteht also für Betriebsinhaber vielfältiger Absicherungsbedarf.

Eine der wichtigsten Versicherungen für Bauunternehmen und Bauhandwerker ist die Betriebshaftpflichtversicherung Denn bei der Haftpflicht gilt wie im privaten Bereich: sie ist betraglich nicht begrenzt, es ist immer in voller Höhe der tatsächlich entstandene Schaden zu ersetzen. Mit der Betriebs- oder Gewerbehaftpflichtversicherung ist das „normale“ Haftungsrisiko eines Bauhandwerkers abgedeckt. Das gilt allerdings nicht, wenn auch weitergehende Tätigkeiten, zum Beispiel Planungsaufgaben oder Ingenieur-Leistungen übernommen werden.

Hier greift der übliche Versicherungsschutz nicht. Für planende Berufe wie Architekten und Ingenieure gibt es spezielle Versicherungen wie die Planungshaftpflichtversicherung oder die Berufshaftpflichtversicherung. Wichtig ist auch eine Gewährleistungsversicherung, die greift, wenn sich nachträglich noch Baumängel am fertigen Gebäude zeigen sollten.

Rechtsschutz ist dringend zu empfehlen

Bei Haftpflichtversicherungsschutz ist üblicherweise auch ein Rechtsschutz mit eingeschlossen. Der erstreckt sich aber nur auf die Abwehr von Schadensersatzansprüchen im Zusammenhang mit der Haftpflicht. Bei der Bautätigkeit können noch etliche andere rechtliche Konflikte entstehen, die häufig zu langwierigen und kostspieligen Auseinandersetzungen vor Gericht führen.

Vor allem kann das Bauunternehmen unter Umständen selbst Schadensersatzansprüche durchsetzen – zum Beispiel gegenüber einem Subunternehmer, der nicht richtig gearbeitet hat und für den das Bauunternehmen zunächst in Regress genommen wird. Für solche Fälle empfiehlt sich eine leistungsstarke Rechtsschutzversicherung, die neben reinem Firmenrechtsschutz auch Firmenvertragsrechsschutz, Arbeitsrechtsschutz und andere wichtige Rechtsfelder abdeckt.

Inhalts-, Gebäude- und Betriebsunterbrechungsversicherung

Neben Haftungsschäden können im Baugewerbe zahlreiche weitere Schäden mit gravierenden finanziellen Auswirkungen auftreten. Die Inhaltsversicherung ist dabei so etwas wie die Kaskoversicherung bei der Baugewerbe-Absicherung. Sie dient dem finanziellen Schutz der Betriebs- und Geschäftseinrichtung sowie von Betriebsmitteln gegen wichtige Elementargefahren (Blitzschlag, Überschwemmung, Sturm und Hagel), Feuer, Diebstahl und Vandalismus. Das Pendant dazu bildet die gewerbliche Gebäudeversicherung bei eigenen Betriebsgebäuden. Anzuraten ist auch eine Betriebsunterbrechungsversicherung. Sie kommt für Erlösausfälle auf, wenn der Betrieb durch besondere Ereignisse – zum Beispiel einen Brand – längere Zeit unterbrochen werden muss.

Oft als Paket angeboten

Die Liste der in Betracht kommenden Versicherungen ist damit nicht einmal vollständig. Zu denken ist beispielsweise auch an die Absicherung der Altersvorsorge des Betriebsinhabers, an Bauleistungsversicherungen im Zusammenhang mit laufenden Baustellen oder an Bauherrenhaftpflichtversicherungen, wenn das Unternehmen selbst als Bauherr fungiert. Manche Versicherer bieten Paket-Lösungen für Bauunternehmen und Bauhandwerker an, in denen die relevanten Versicherungen gebündelt sind. Eine solche spezielle Baugewerbe-Versicherung kann ein interessantes Angebot sein.

Headerbild: Thinkstock/EvgeniiAnd

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