Vorsorge-Trend: individuelle Rente

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Individuelle Rente – die Altersvorsorge selbst organisieren. Ein Trend, der heute immer beliebter wird. Aber lohnt sich das wirklich? Wer sich nicht auf die Angebote der Versicherer verlässt, kann tatsächlich höhere Beträge für die Altersvorsorge erzielen. Allerdings ist das auch mit einem deutlich höheren Risiko verbunden und nicht ohne gute Kenntnisse der Thematik durchführbar.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Individuelle Rente bringt im Schnitt mehr ein.
  • Profitable Anlageformen sind riskant.
  • Professionelle Finanzberatung ist ein Muss für Laien.

Es drängen sich wenig ermutigende Fragen auf, beispielsweise: Wie lange leben ich denn eigentlich? Was muss ich denn ansparen? Mit diesen oder ähnlichen Themen setzen sich viele Menschen nicht gerne auseinander. Doch lohnt es sich, über den eigenen Schatten zu springen? Die Antwort lautet: Jein. Auf jeden Fall nicht ohne professionelle Hilfe.

Individuelle Rente – mehr vom Geld als beim üblichen Versicherer

Die selbst organisierte Rente bringt im Schnitt mehr ein, als die übliche „gekaufte“ Rente. Ganz so einfach ist es aber dann doch wieder nicht. Denn um die individuelle Rente zu planen, müssen Sie viel Zeit, Geduld und idealerweise Fachwissen mitbringen. Um etwa zu berechnen, welches Alter Sie ungefähr erreichen könnten, bieten manche Versicherer entsprechende Rechner oder Dienstleistungen an. Vorzugsweise Versicherer, versteht sich. Basis dafür sind meist Alter und Geschlecht, anhand derer Ihre durchschnittliche Lebenserwartung errechnet wird. Diese Zahl gibt Ihnen allerdings nur einen groben Richtwert.

Frauen leben im Schnitt etwas länger als Männer. Das monatlich Zurückgelegte darf also ein wenig geringer ausfallen. Nun geht es ans „Basteln“: Wie alt Sie aktuell sind, wissen Sie ja. Wie alt Sie werden, hat der Rechner in etwa ermittelt. Nun haben Sie die Differenz aus beiden Ziffern, ein monatliches Gehalt und damit eine ungefähre Vorstellung von Beträgen, die Sie je Monat entbehren und in eine selbst organisierte Rente einzahlen können. So einfach geht das. Oder?

Die Frage ist, wie Sie diese Beträge anlegen wollen. Was bringt Ihnen auf lange Sicht den besten und gleichzeitig stabilsten Gewinn? Einfach auf ein Sparkonto packen bringt nahezu keine Rendite. Sie müssen schon riskantere Anlageformen wählen, um eine profitable Rente zu erwirtschaften. Hierfür eignen sich in erster Linie Aktien oder Fonds. Immobilien sind zwar relativ wertstabil, lohnen sich in vielen Fällen aber nur, wenn Sie sie selbst nutzen wollen.

Möglichkeiten der staatlich nicht geförderten Vorsorge

Ein Nachteil: Im Gegensatz zu den meisten Rentenversicherungen wie etwa Riester oder Rürup ist die individuelle Rente nicht staatlich gefördert. Beliebte beispiele für solche nicht geförderten Vorsorge-Möglichkeiten sind beispielsweise Fondssparpläne und Immobilienbesitz. Ein Problem: Der Bestandsschutz bei der staatlich nicht geförderten Vorsorge wird nicht garantiert. Im Gegensatz zur herkömmlichen Versicherung ist diese Variante allerdings vererbbar. Das heißt, auch Ihre Kinder und Kindeskinder könnten von dieser Vorsorgeform noch profitieren. Ein weiterer Vorteil ist die Versteuerung: Sparen Sie selbst, wird auch nur dieser Ertragsanteil versteuert. Grundsätzlich gilt: Investieren Sie nur Geld, auf das Sie in jedem Fall verzichten können.

Fondssparplan

In einen Fondssparplan zahlen Sie in regelmäßigen Abständen Geld ein. Mit diesen Zahlungen erwerben Sie Anteile an den Fonds – der Vorteil hierbei ist die Flexibilität. Keine staatliche Förderung bedeutet, dass Sie festlegen können, wann und wie viel Sie einzahlen möchten. Die Kostentransparenz bei dieser Variante ist sehr hoch. Sämtliche Kosten werden sowohl in den Preisverzeichnissen der jeweiligen Fondsgesellschaften als auch bei Banken und Sparkassen ganz genau dokumentiert. Dies können beispielsweise Verwaltungsgebühren oder Ähnliches sein.

Immobilien

Der Besitz bzw. Erwerb eigener Immobilien ist die wohl beliebteste staatlich nicht geförderte Vorsorgeart. Damit können Sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie besitzen ein Eigenheim und müssen dafür keine Miete mehr zahlen. Allerdings ist auch eine eigene Immobilie mit laufenden Kosten verbunden. Immobilienerwerb als individuelle Rente ist darum nur empfehlenswert, wenn bereits einiges an Kapital vorhanden ist.

Bei eventueller Vermietung der Immobilie muss der Einnahmeüberschuss versteuert werden – das schmälert die Rendite. Zudem ist der Erwerb einer Immobilie, die nicht selbst genutzt werden soll, riskanter. Hier müssen verschiedene Faktoren stimmen, damit die Immobilie wirklich eine gewinnbringende Investition ist.

Ein wichtiger Punkt für eine gewinnbringende Immobilie ist die Lage. Setzen Sie auf eine attraktive Lage, die voraussichtlich auch in Zukunft noch diesen Stellenwert besitzt. Nur so ist gewährleistet, dass die Immobilie auch später noch wertstabil ist. Das muss man sich aber leisten können: Je begehrter die Lage, desto höher die Investition.

Werden Sie das Haus nicht mehr los, machen Sie rückwirkend nämlich sogar Verluste und all die Investition hat sich nicht gelohnt. Besonders gefährlich ist dies, wenn Sie sich nicht anderweitig abgesichert haben und somit auf einem Schuldenberg sitzen bleiben. „Richtige Lage“ ist ein sehr breit gefasster Begriff: Wichtig ist vor allem, das Augenmerk vermehrt auf Großstädte mit starkem Wachstum zu setzen. Sowohl die Wirtschaft als auch die verkehrstechnische Anbindung, Infrastruktur und viele andere Faktoren spielen in diesem Punkt eine wichtige Rolle. Ein Problem: Niemand kann in die Zukunft schauen. Der Werterhalt einer Immobilie ist somit nie garantiert. Und für einen Laien ist es schwer bis unmöglich, alle wichtigen Faktoren mit einzubeziehen.

Risiken bei selbst organisierter Rente

Jeder ist zwar für sich selbst verantwortlich, aber die Erkenntnis allein macht leider noch keinen Profi. Der Nachteil der ganzen Geschichte: Im Vergleich zum Vorsorgeberater haben viele Laien keine Vorkenntnisse. Versicherer hingegen haben tagtäglich mit solchen Fällen zu tun, sie kalkulieren geübt und wissen, was sie tun. Während Ihnen ein Versicherer zumindest einen Teil der Rente garantieren kann, bleibt dieser Punkt bei der individuellen Rente offen.

Ob der Plan am Ende nämlich aufgeht, bleibt bis zum Schluss unklar. Diese Unsicherheit schwingt unterbewusst natürlich immer ein bisschen mit. Zwar kann der Plan hervorragend aufgehen und die selbst gestrickte Rente einiges abwerfen: Klar, Sie haben ja keine Zahlung an Zweite oder gar Dritte.

Aber genau diese Parteien haben das nötige Know-how und nehmen diese Last ein Stück weit von Ihnen. Für viele Laien lohnt sich tatsächlich eher eine private Rentenversicherung oder betriebliche Altersvorsorge. Letztlich müssen Sie sich fragen: Wie viel Zeit und Energie will ich in meine Altersvorsorge stecken?

Denn wenn Sie selbst dafür verantwortlich sind, müssen Sie auch stets ein Auge auf aktuelle Entwicklungen haben. Und schnell reagieren, wenn es Veränderungen gibt. In jedem Fall sollten Sie sich professionelle Unterstützung bei der Finanzplanung holen. Auch wenn es sich um eine individuelle Rente handelt.

Headerbild: ©iStock/AIMSTOCK

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