Keine Altersvorsorge ist auch eine Vorsorge?

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Keine Altersvorsorge ist auch eine Vorsorge? - finanzvergleich100

Altersvorsorge ja oder nein? Die Frage beschäftigt viele Menschen angesichts sinkender Zinsen und steigender Verunsicherung. Gibt es sinnvolle Alternativen? Allgemein steht die wichtige Frage im Raum: Ist keine Vorsorge denn nun auch eine Vorsorge? Welche Alternativen zur klassischen Vorsorge gibt es und welche sind tatsächlich lukrativ und sinnvoll? Was passiert, wenn ich mich nicht genügend mit dem Thema beschäftige? 

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Immobilien gelten in der Bevölkerung als sicherste Anlage.
  • Alternative Vorsorgemodelle sind ohne Fachwissen riskant.
  • Anlagen mit hoher Sicherheit bringen kaum Rendite.

Grund der Skepsis sind die stark schwankenden und immer niedriger werdenden Zinsen, die kaum mehr Erträge versprechen. Die Klassiker Lebens– und Rentenversicherung sowie Spareinlagen lohnen sich für Berufstätige somit kaum noch – das angelegte Geld verschwindet gefühlt im Nichts. Grundlegend kann man sagen, dass die Unsicherheit, was das Alter angeht, bei vielen zu großer Angst führt – mangelnde Aufklärungen über Alternativen sind ein großes Problem und führen zu Ratlosigkeit in der ganzen Bevölkerung.

Was sind mögliche Alternativen zur klassischen Altersvorsorge?

Es muss nicht immer der klassische Weg sein. Es gibt durchaus Alternativen im Bereich der Altersvorsorge. 

Immobilien:

Ist die Skepsis bei Lebens- und Rentenversicherungen hoch, so steigt die Interesse an Investitionen in Immobilien hingegen stetig. Fast zwei Drittel der Deutschen halten Immobilien für eine absolut sichere Altersvorsorge. Viele Menschen investieren ins Eigenheim. Andere erwerben Immobilien als sichere Wertanlage oder um diese weiterzuvermieten. Als mögliche Alternative ist dies durchaus sinnvoll. In vielen Fällen dient sie auch als Ergänzung zur Altersvorsorge.

Viele Experten warnen aber davor, sich allein auf Immobilien für die Absicherung zu verlassen. Faktoren wie Standort und langfristige Wertentwicklung spielen eine große Rolle bei der Frage, wie sinnvoll die Investition ist – und für Laien sind diese schwer abzuschätzen.

Fonds:

Die Anlage in Fonds ist eine weitere beliebte Alternative zur klassischen Altersvorsorge. Sie bringt meist hohe Renditen. Allerdings ist die fondsgebundene Variante mit einem relativ hohen Risiko verbunden. Das ist nicht unbedingt die richtige Lösung für alle – daher im Voraus gut überlegen, ob Sie diese Einbußen der Sicherheit haben möchten.

Investieren in Rohstoffe:

Kupfer, Gold und Öl sind aktuell sehr beliebte Investitionsgüter. Schließlich bleibt hier der Wert relativ stabil. In der Vergangenheit nahm die Attraktivität ab, doch die steigenden Unruhen in Politik und Weltwirtschaft sorgen bei vielen Anlegern für ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Vor allem Gold ist 2016 wieder deutlich begehrter als in den letzten Jahren. Wenn Sie in Rohstoffe investieren möchten, müssen Sie allerdings keine Goldbarren oder Ölfässer unter dem Bett horten: Die meisten Investitionen erfolgen über Fonds, Index-Zertifikate oder Optionsscheine. Doch wie auch bei den Fonds-Anlagen gibt es hier ein relatives hohes Risiko, sich zu verspekulieren. Fachwissen oder eine fundierte Beratung sind da unverzichtbar. 

Selbst sparen:

Hier behalten Sie nicht nur den absoluten Überblick, sondern auch den Großteil Ihres Geldes für sich selbst. Legen Sie das, was Sie sich weglegen möchten, auf einem separaten Sparkonto an – die Beiträge legen Sie allein fest. Geht es Ihnen gerade finanziell gut, können Sie aufstocken. Bei Problemen fahren Sie das, was Sie anlegen möchten, zurück. Die hohe Flexibilität ist hier ein Vorteil – allerdings kommen auch hier die aktuell sehr niedrigen Zinsen zum Tragen: Reine Sparkonten sind kaum profitabel. Sie können hier nicht mit Gewinnen rechnen, da das Geld nicht arbeitet. Im schlimmsten Fall „frisst“ die Inflation Teile des Ersparten auf.

Nicht sparen:

Oder Sie setzen auf das krasse Gegenteil – und sind dabei auch gar nicht alleine. Der allgemeine Trend geht zum Geld ausgeben statt (vermeintlich) sinnlos anlegen: Das Hier und Jetzt in vollen Zügen genießen, so lange es noch geht. Das Geld in der Blüte des Lebens ausgeben und damit in Erinnerungen und wertvolle Erfahrungen investieren: Klingt unglaublich reizvoll und ist eine weitere Alternative, aber das Rentenkonto bleibt bei dieser Variante natürlich leer. Stellt sich nun die Frage: Lieber jetzt oder später?

Nachteile bei fehlender Altersvorsorge

All diese Varianten klingen zunächst reizvoll, sie bergen aber ein großes Problem: Nur wer sich gut mit Finanzen auskennt, kann mit relativ hoher Sicherheit alternativ vorsorgen. Für unerfahrene Laien wird aus der vermeintlich sicheren Anlage schnell ein Verlustgeschäft. So ist zum Beispiel nicht jede Immobilie automatisch eine gute Altersvorsorge. Noch schwieriger wird es bei hoch spekulativen Alternativen wie Fonds oder Rohstoffen.

Wer sich nicht sehr gut auf dem Finanzmarkt auskennt, kann Risiken und Nachteile oft nicht richtig einschätzen – und verliert im schlimmsten Fall nicht nur seine Altersvorsorge, sondern auch seine aktuellen Rücklagen. Alternative Anlagen wie Sparbücher dagegen sind zwar sicher und auch für Laien einfach zu handhaben – sie sind aber wenig profitabel und reichen meist nicht aus. Eine individuell abgestimmte Vorsorgelösung wie etwa eine private Rentenversicherung oder eine bAV ist in den meisten Fällen die bessere Wahl.

Vorsorge bleibt unverzichtbar

Um es schlicht und direkt auszudrücken: Sorgen Sie nicht frühzeitig vor, haben Sie kein Geld auf der hohen Kante. Das kann zur gefürchteten Altersarmut führen. Die Flucht vor diesem Thema ist zwar nur menschlich – wer möchte sich in der Blüte seines Lebens mit dem unangenehmen Thema „Alter“ beschäftigen? Stattdessen flüchten wir in das Hier und Jetzt. Dennoch gilt: Gerade wegen der großen Unsicherheit auf diesem Gebiet ist es unverzichtbar, sich so früh wie möglich mit dem Thema zu beschäftigen und sich um eine solide Vorsorge zu kümmern.

 
Headerbild: ©iStock/Ridofranz

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